PID kann Fehlgeburten vermeiden helfen


Eine aktuelle Studie legt nahe, dass wiederholte Fehlgeburten mit IVF behandelt werden können. Vorausgesetzt, die Frau ist äter als 35 und man führt eine sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID) durch.

Bei der PID werden Embryonen, die im Rahmen einer *ivf* entstehen, vor der Rückgabe in die Gebärmutter einer genetischen Untersuchung unterzogen. Meist werden 2 Zellen (Blastomere) eines Embryos im 8-Zellstadium entnommen. Da Chromosomenfehlverteilungen, die bei der Befruchtung entstehen oder häufiger bereits in der Eizelle vorhanden sind (Spermien sind sehr viel seltener betroffen) die häufigste Ursache für Fehlgeburten darstellen, liegt es nahe die PID zur Vermeidung genetisch bedingter Aborte anzuwenden.

Wichtig ist der Hinweis, dass in Deutschland die direkte Untersuchung des Embryos nicht erlaubt ist, sich aber die Polkörperchen-Diagnostik als Methode zur Untersuchung Eizell-Chromosomen etabliert hat.

Dr. Santiago Munne von Reprogenetics, New Jersey, USA und Mitarbeiter untersuchten diese Vorgehensweise an 58 Frauen mit wiederholten Fehlgeburten, von denen 37 älter als 35 Jahre waren. In dieser Studie wurde lediglich eine Zelle aus dem Embryo entnommen und genetisch untersucht.

Die an der Studie beteiligten Frauen hatten vor der Behandlung mit IVF und PID in 262 von 301 Schwangerschaften eine Fehlgeburt erlitten, was einer Fehlgeburtsrate von knapp 90% entspricht. Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass eine erneute Schwangerschaft in einer Fehlgeburt enden würde, betrug 36,5%, mit Hilfe der PID konnte dieser Wert auf 16,7% gesenkt werden.

Während die PID bei Frauen, die jünger als 35 Jahre alt waren die Fehlgeburtsrate nicht signifikant minderte, fiel sie in der Untergruppe der Frauen ≥ 35 von statistisch erwarteten 44,5% auf 12% ab.

Eine signifikante Verbesserung der Schwangerschaftsraten kann durch eine PID nicht erreicht werden, wie schon in vielen Studien belegt werden konnte. Bei älteren Frauen mit einer Fehlgeburten-Anamnese ist die Methode jedoch in der Lage, die Zahl der lebend geborenen Kinder deutlich zu erhöhen.

Die Autoren der Studie schließen mit der Empfehlung, in größeren Studien nachzuweisen, bei welchen Patienten eine PID die Zahl der Lebendgeburten erhöht werden kann, evtl. auch losgelöst vom Alter der Frau bei anderen Sterilitätsursachen.


Munné S, Chen S, Fischer J, Colls P, Zheng X, Stevens J, Escudero T, Oter M, Schoolcraft B, Simpson JL, Cohen J
Preimplantation genetic diagnosis reduces pregnancy loss in women aged 35 years and older with a history of recurrent miscarriages
Fertility and Sterility, Volume 84, Issue 2, Pages 331-335


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