PID: Ergebnisse des Blastozysten-Screenings aus Brüssel


Die Präimplantationsdiagnostik hat zum Ziel, die Embryonen vor der Rückgabe in die Gebärmutter genetisch zu untersuchen, um die Zellen mit der besten Prognose für eine Einnistuung und problemlose Schwangerschaft zurückgeben zu können. Aktuelle Studien aus Brüssel, welche diese Methode an Blastozysten anwendeten zeigten jedoch eher enttäuschende Ergebnisse.

Bei der PID werden dem Embryo Zellen entnommen, um sie genetisch untersuchen zu können. Bei der klassischen Vorgehensweise geschieht dies im Achtzellstadium, eine Arbeitsgruppe in Brüssel führte diese Methode jedoch am Blastozysten durch.

Bei insgesamt 550 Zyklen ergab sich eine Rate intakter Schwangerschaften (min positiver Herzaktion von 14,2%, was der vortragende Professor Devroey auf dem Serono-Symposium in Beaune selbst als „nicht spektakulär“ einschätzte.

Wie erwartet fand sich ein langsamer Anstieg der Zahl genetisch nicht intakter Embryonen mit zunehmendem Alter. Bei einem Viertel der Frauen über 40 waren alle Embryonen von solchen Fehlverteilungen der Chromosomen betroffen.

Das sogenannte „Aneuploidie-Screening“, welches die korrekte Zahl an Chromosomen im Embryo kontrolliert und also nicht nach spezifischen Erbkrankhaiten sucht, hatte keine Verbesserun der Schwangerschaftsrate zur Folge und unerwartet ergab sich auch keine Verbesserun der Abortraten. Von einer routinemäßigen Anwendung rät Devroey daher ab. Interessant ist auch die hohe Anzehl an Mosaiken in den Embryonen. Dies bedeutet, dass in einem einzelnen Embryo ein teil der Zellen eine andere chromosomale Ausstattung hat als andere Zellen in dem gleichen Embryo. Daher erscheint es sinnvoll, mehrere Zellen des Embryos zu untersuchen, um solche Variationen mitzubekommen.

Die Ergebnisse der Untersuchung sind daher nicht so aussagekräftig, wie man es aus laienhafter Sicht oft eigentlich erwarten würde, zumal auch vermutet wird, dass genetische Fehler, die sich in Mosaiken finden, im Rahmen der Weiterentwicklung der Embryonen von selbst beseitigen. Dies hätte zur Folge, dass aufgrund negativer Untersuchungsergebnisse Embryonen aussortiert werden, die sich im weiteren Verlauf noch völlig normal entwickeln könnten.

Gegenwärtig scheinen die Ergebnisse einer solchen PID es unter den genannten Einschränkungen nur zu erleichtern, den Verzicht auf weitere Therapiezyklen zu begründen, wenn die Ergebnisse entsprechend schlecht ausfallen.

Serono Symposium International „Regulation of follicle development and its clinical implications“ 12.-13. Mai, Beaune


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