Minimal Stimulation: reicht eine Eizelle?


Die Rückgabe nur eines Embryos („Single-Embryo-Transfer„) ist mittlerweile eine etablierte Therapie mit guten Erfolgen und naturgemäß geringen Mehrlingsraten.

Diese Vorgehensweise führt zwar zu einer sehr geringen Mehrlingsrate, jedoch ist nach wie vor eine belastende Hormonbehandlung notwendig, um mehrere Eizellen zu erhalten und die besten auswählen zu können.

Man kann dies jedoch auch noch weiter auf die Spitze treiben, indem man nur eine Eizelle heranreifen lässt. Eine niederländische Forschergruppe hat dies bei 336 Patienten in 844 Behandlungszyklen versucht. Dabei wurde in einem unbehandelten Zyklus zunächst das Heranreifen eines Follikels abgewartet, der Eisprung anschließend mit einem GnRH-Antagonisten unterdrückt, die abschließende Reifung mit gering dosierten FSH-gaben unterstützt und anschließend die Eizelle nach hCG-Gabe wie üblich entnommen, befruchtet und der daraus entstandene Embryo wie üblich in die Gebärmutter zurückgegeben.

Da weder bei Eizellen noch bei den Embryonen eine Möglichkeit zur Selektion bestand, waren die Schwangerschaftsraten natürlich niedriger: Pro Zyklus konnte eine Erfolgsrate von 8,3% verzeichnet werden und nach drei Zyklen betrug die so genannte kumulative Schwangerschaftsrate 20.8%. Innerhalb der ersten drei Behandlungen trat also bei mehr als 20 Prozent der behandelten Frauen eine Schwangerschaft ein. Die Erfolgsraten unterschieden sich nicht in Abhängigkeit von den Gründen, die zu der IVF-Behandlung führten.

In Anbetracht des geringen Risikoprofils und der niedrigen Kosten einer solchen Behandlung scheint sie eine gute Alternative zur konventionell durchgeführten IVF zu sein. Sicherlich ist dies jedoch nicht der Fall in Ländern wie Deutschland, wo die Zahl der Versuche, die durch die Krankenkassen mitbezahlt werden, limitiert ist.

Pelinck MJ, Vogel NE, Hoek A, Simons AH, Arts EG, Mochtar MH, Beemsterboer S, Hondelink MN, Heineman MJ.
Cumulative pregnancy rates after three cycles of minimal stimulation IVF and results according to subfertility diagnosis: a multicentre cohort study.
Hum Reprod. 2006 Jun 3


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Kommentar

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5 Kommentare
  1. atonne
    atonne schreibt

    Ich würde es in Anbetracht der doch sehr niedrigen SS-Rate eher nicht machen, schließlich spielen ja nicht nur die Kosten eine Rolle. Ich finde gerade PU und WS schon sehr belastend, das eine körperlich, das andere seelisch. Also lieber höhere Kosten und dafür eine PU und WS weniger.
    Ich denke aber, das könnte eine Alternative für Lowies sein.

    Berichtet die Studie eigentlich etwas über die Befruchtungsrate, d.h. wie oft kam es gar nicht zum TF, weil sich die eine EZ nicht befruchten ließ?

  2. E. Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    vermutlich berichtet sie darüber. ich habe das Original jedoch noch nicht vorliegen, da es eine Vorabveröffentlichung war.

  3. Rebella
    Rebella schreibt

    Die 8,3% (Schwangerschaftsrate?) beziehen sich also auf den Behansdlungszyklus und nicht auf den Embryonentransfer?

    Wenn man bedenkt, dass bei der derzeitigen Praxis in Deutschland pro Behandlungszyklus etwa eine Schwangerschaftsrate von 23% erreicht wird, dann dürften die Kosten, wenn es mit der Punktion von nur einem Follikel kostengünstiger sein soll, nicht mal ein Drittel dessen erreichen, was es momentan kostet. Das bezweifel ich aber stark, da ja gerade die Punktion und die Kultivierung schon einen großen Anteil der Kosten ausmacht. …

  4. E. Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    8,3% beziehen sich auf den Behandlungszyklus. Wenn man die Kosten für die Medikamente bedenkt, die dann größtenteils wegfallen mag es sich rechnen.

  5. Rebella
    Rebella schreibt

    Bei mir waren die Kosten (Original-Apothekenkosten für 40 Ampullen Menogon + eisprungverhinderndes Hormon) für die Medikamente etwa genauso hoch, wie die der Behandlung. Das eisprungverhindernde Hormon wird man auch nicht weglassen können. Ich denke, die Kosten halbieren sich allenfalls. Und dann rechnet es sich nicht.