mICSI: Neue Methode zur Verbesserung der Befruchtung bei ICSI


Wenn man Spermien in eine Eizelle spritzt, also eine ICSI durchführt, dann ist es nicht selbstverständlich, dass die Eizelle befruchtet wird. Grundsätzlich ist dagegen auch nichts einzuwenden, denn während üblicherweise die Eizelle aus einen Angebot von mehreren tausend Samenfäden den einen auswählt, der die Befruchtung durchführt, macht dies im Labor der Biologe. Sollte er bei der Auswahl daneben liegen, ist es eher von Vorteil, wenn die Eizelle ein „Vetorecht“ besitzt und die Befruchtung nicht zulässt.

Nun gibt es aber auch die Situation, dass bei einer ICSI alle Eizellen nicht befruchtet werden. Oder trotz guter Voraussetzungen bei einer IVF. Univ. Doz. Thomas Ebner entwickelte an der Landes-Frauen- und Kinderklinik Linz eine neue modifizierte Methode der ICSI:

„Bei Paaren, wo schlechte Spermienqualität die Ursache für die Kinderlosigkeit ist, wird die Methode ICSI, die Intrazystoplasmatische Spermieninjektion angewendet. Dabei wird eine Spermienzelle in die Eizelle injiziert. Dann heißt es warten, ob eine Befruchtung stattfindet. Genau da setzt die neue Methode an. Es wird mit der Pipette am äußeren Rand der Eizelle Plasma mit aktiven Mitochondrien, die Energie zur Befruchtung liefern, angesaugt und mit dem Spermium in der Mitte des Eis platziert“.

Diese Mitochondrien dienen normalerweise als Treibstoff der Zelle. Sie werden zuerst entnommen und dann gemeinsam mit der Samenzelle in der Mitte der Eizelle platziert. Damit ist genügend Energie für eine Befruchtung und für die anschließende Zellteilung vorhanden.

Die Methode wurde bereits mehrfach mit erfolgreich getestet. Mittlerweile sind schon fünf Kinder, die auf diese Weise gezeugt wurden, zur Welt gekommen. Die Kosten für die neue Methode sind dabei nicht höher als die der herkömmlichen künstlichen Befruchtung.


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Kommentar

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1 Kommentar
  1. Elmar Breitbach
    Micaela schreibt

    wow – da staune ich nicht schlecht, dass es Herr Ebner sogar auf wunschkinder.net geschafft hat. Er ist auch mein Biologe gewesen, der an meinen Einzelkämpfer geglaubt hat – allerdings war das noch eine ICSI nach der "herkömmlichen" Methode.