Mehrlinge sind vermeidbar


Es wurde in diesem Blog bereits in einem anderen Zusammenhang darüber berichtet, dass skandinavische Arbeitsgruppen mit der Rückgabe einzelner Embryonen gute Erfolge erzielen. Aktuell wurde über ähnlich gute Schwangerschaftsraten berichtet wie in einer Kontrollgruppe, welche zwei Embryonen pro Transfer erhielt.

Dieses Ergebnis ist jedoch nur unter günstigen Voraussetzungen zu erreichen und zwar bei Frauen unter 36 Jahren und unter den Voraussetzungen, die das schwedische Fortpflanzungsmedizingesetz zulässt. Dort ist im Gegensatz zu den Regelungen in Deutschland eine Auswahl der Embryonen möglich, während diese Auswahl in Deutschland schon am Tag nach der Eizellentnahme erfolgen muss. Auch wenn man sehr subtile diagnostische Möglichkeiten im Vorkernstadium einsetzen kann, so ist die Auswahl des richtigen Embryos zu einem späteren Zeitpunkt leichter möglich.

In der aktuellen Studie, wurde einem Teil der Frauen nur ein Embryo zurückgegeben und die übrigen zur späteren Verwendung eingefroren. Die „Kontrollgruppe“ erhielt sofort zwei Embryonen zurück. In der Kontrollgruppe wurden 42% der Frauen schwanger, in der anderen Gruppe wurden 38% der Frauen nach dem ein- oder zweimaligen Transfer von nur einem Embryo schwanger. Die Mehrlingsraten waren jedoch erwartungsgemäß sehr unterschiedlich: Während ein Drittel der Frauen, die zwei Embryonen zurückerhielten, mit Mehrlingen schwanger wurde, gab es in der Kontrollgruppe nur eine Zwillingsschwangerschaft mit einiigen Zwillingen.

Die Studie ist schon ein wenig länger bekannt, wurde auch bereits in unserem Wiki erwähnt dort mit einigen anderen, der aktuelle Artikel im Tagesspiegel war jedoch Anlass, darauf erneut einzugehen, zumal der SET (single embryo transfer) sicherlich die Methode der Zukunft ist.

Voraussetzung in Deutschland wären dafür

1.: Änderung des Embryonenschutzgesetzes bzw. eine andere Auslegung, damit eine Auswahl der richtigen Embryonen möglich wird
2.: Eine Änderung der Finanzierung der IVF-Behandlung, da der gegenwärtig hohe Eigenanteil, den die Paare bezahlen müssen, dazu führt, dass diese ein höheres Risiko eingehen, um schneller zum Erfolg zu kommen.


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