Kryo-Embryonen entwickeln sich besser


Mehrere aktuelle Studien zeigen, dass sich bei einer künstlichen Befruchtung Embryonen, die zuvor eingefroren waren (Kryokonserviert), im Falle einer Schwangerschaft besser entwickeln als Kinder, die aus „frischen“ Embryonen entstehen.

Drei auf einer Konferenz der American Society for Reproductive Medicine vorgestellte Studien sind zu dem Ergebnis gekommen, dass geringes Geburtsgewicht und Frühgeburtlichkeit, welche nach einer künstlichen Befruchtung etwas häufiger vorkommen, nach einem Kryotransfer auf die Quote reduziert sind, wie sie auch nach einer natürlichen Empfängnis auftritt. Über ie Ursachen dafür kann nur spekuliert werden. Eine bereits anlässlich früherer Untersuchungen mit gleichem Ergebnis geäußerte Vermutung, war eine Selektion durch die ungünstigen Umstände in der Kälte, welche nur das Überleben der besten Embryonen zulässt.

Eine finnische Studie ergab, dass Kinder aus „frischen“ Embryos eine um ein Drittel erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt haben, während ein geringeres Geburtsgewicht sogar um gut die Hälfte wahrscheinlicher ist. Eine Analyse der University of Pennsylvania kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Das durchschnittliche Geburtsgewicht war geringer und die Sterblichkeit zwar auf sehr niedrigem Niveau, aber doch erhöht. Wissenschaftler des Royal Women’s Hospital in Melbourne wiesen nach, dass elf Prozent der Kinder, die von frischen Embryonen stammten, bei der Geburt zu wenig wogen. Bei den Kindern, die von eingefrorenen Embryonen stammten, waren es nur sechseinhalb Prozent.

Die australischen Wissenschaftler argumentierten, dass Frauen in Zukunft eingefrorene Föten bevorzugen könnten. Allan Pacey von der University of Sheffield, warnte jedoch davor, die Dinge zu einfach zu sehen. Eingefrorene Embryos machen es schwerer, schwanger zu werden. Es könnte daher notwendig werden, die Gesundheit der Kinder gegen die möglichen Erfolgsraten abzuwägen.


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Kommentar

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5 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    interessante studien, für mich aus ganz persönlichem bezug heraus 😉

    was schon signifikant ist, ist die relative steigerung der frühgeburtlichkeit und das geringere geburtsgewicht im vergleich zum "frischversuch".

    für mich hängen solche sachen aber nicht primär mit dem embryo selbst zusammen, sondern wie intakt und funktionell sich das versorgende gewebe entwickelt (plazenta etc).
    da könnte man vermuten, dass im körper nach stimu, PU etc doch ein gewisses ungleichgewicht oder ein nicht so fertiles "millieu" zu finden ist, wie im kryozyklus, wo frau recht gezielt und entspannt die scheimhaut optimieren kann und einfach auf den transfer wartet…

    auch ein mögliches kriterium könnte die in gewisserweise stattfindende selektion durch die kälte sein…wobei auch das wiederum sehr von der jeweiligen praxis/klinik und qualität der sorgfalt des biologen abhängt…

  2. Elmar Breitbach
    saro schreibt

    Ja, sehr interessant. Zumal oft die Quali (wenn man das so bezeichnen darf) von Kryos abgewertet wird. Aber die Begründung erscheint mir logisch.
    Na da hoffe ich mal, dass die Studien Recht behalten, denn ich hole auch im nächsten Jahr meine Eisbärlies ab.

  3. Elmar Breitbach
    sophie m. schreibt

    Ich sags doch, Kryos sind die harten Kämpfer 😉 !Wenn die es einmal geschafft haben sich einzunisten, dann haut die nix mehr so schnell um ;-)!
    Wirklich sehr interessant die Studie und beruhigend (bin mit Kryozwillingen schwanger 😉 ) !

  4. […] In der Tat gab es (bislang unwiderlegte) Hinweise darauf, dass sich Kinder nach einem Kryotransfer besser entwickeln: „Kryo-Embryonen entwickeln sich besser“ […]

  5. […] Schwangerschaften nach einer künstlichen Befruchtung können unterschiedlich verlaufen – je nachdem, ob die Eizellen oder Embryonen vorher eingefroren waren oder nicht. Nach sogenannten Kryotransfers ist das durchschnittliche Geburtsgewicht höher, bestätigt eine aktuelle Studien erneut Ergebnisse von 2008, die hier auch zusammengefasst erwähnt wurden. […]