Hormonelle Stimulation und Endometriose


Wenn eine Endometriose bei einer Frau festgestellt und operativ entfernt wurde, dann stellt sich bei einem vorliegenden Kinderwunsch die Frage nach dem sinnvollsten weiteren Vorgehen. Erschwert wird die Antwort auf diese Frage durch die Befürchtung, dass die Hormongaben, die bei vielen Therapien notwendig sind, zu einem erneuten „Aufflammen“ der Erkrankung führen könnte.

Update 1/2019: Aktuellere Studien zu diesem Thema finden Sie hier.

Eine aktuelle Studie widmete sich der Frage, ob solche Rezidive wahrscheinlicher sind bei milder hormoneller Stimulation oder bei den höheren Hormongaben, wie sie zum Beispiel bei einer IVF zur Anwendung kommen.

Dazu untersuchten belgische Wissenschaftler retrospektiv (im Nachhinein) Patientinnen, die in den Jahren 1990 bis 2001 an einer schweren Endometriose operiert wurden. Insgesamt handelte es sich dabei um 67 Patientinnen, von denen sich 39 ausschließlich einer IVF-Behandlung unterzogen, weitere 11 in unterschiedlichen Zyklen IVF und Inseminationen und schließlich 17 Patientinnen nur Inseminationen.

Insgesamt wurde das Wiederauftreten der Endometriose nach 21 Monaten mit 31% beziffert und mit Gewebsproben gesichert. Es ergaben sich jedoch deutliche Unterschiede, je nach Behandlungsmethode.

– 7%, wenn ausschließlich IVF-Behandlungen durchgeführt wurden
– 43%, wenn IVF und Insemination zur Anwendung kamen
– 70%, wenn nur Inseminationen durchgeführt wurden

Zumindest bei relativ kurzen Nachbeobachtungszeiträumen scheint der Effekt der hormonellen Stimulation, die zur IVF notwendig ist, weniger häufig zu Rezidiven zu führen als die niedriger dosierten Hormongaben, die für eine Insemination notwendig sind.

Man kann darüber spekulieren, ob dies auf den Effekt einer Downregulation zurückzuführen ist, die bei der IVF häufig zur Anwendung kommt. Letztlich ist dies jedoch von untergeordneter Bedeutung, denn offenbar führen die in der Folge auftretenden sehr hohen Östrogenspiegel bei der IVF nicht zwingend zu einer Erhöhung der Zahl von Rezidiven.

D’Hooghe TM, Denys B, Spiessens C, Meuleman C, Debrock S
Is the endometriosis recurrence rate increased after ovarian hyperstimulation?
Fertil Steril. 2006 Jun 3


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Kommentar

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3 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    no_name schreibt

    Danke für den Beitrag. Gerade komme ich vom FA (obige Diagnose trifft zu) und wurde mit der Wahl der Behandlung allein gelassen (IUI oder IVF). Da ich Selbstzahler bin, ist für mich das bessere Ergebnis entscheidend. Dass die Hormongaben eine spezielle Wirkung auf die Endometriose haben könnten, wurde nicht erwähnt. Ich tendierte ohnehin zu IVF wegen der besseren Erfolgsaussichten, aber das ist doch auch noch mal ein Argument mehr.

  2. […] ältere Studie aus dem Jahre 2006 hatte dies schon untersucht und überraschenderweise fand man hier zwar eine häufigeres […]

  3. […] ältere Studie aus dem Jahre 2006 hatte dies schon untersucht und überraschenderweise fand man hier zwar eine häufigeres […]