Endlich freie Wochenenden!


Das ist ein recht häufiges Ziel medizinischer Studien zur *ivf* und *icsi*. Wie stimuliere ich Patientinnen so, dass die Punktion nicht auf das Wochenende fällt? Übrigens ist diese Fragestellung nicht aus reiner Faulheit geboren, sondern zielt natürlich auch darauf ab, die Punktionen an Tagen durchzuführen, an denen das IVF-Labor komplett besetzt ist und nicht nur eine reduzierte Mannschaft die Stellung hält. Was wiederum der Qualität der Behandlung dient.

Aber eigentlich ist dies nicht der Grund, weshalb ich die Studie interessant fand. Vielmehr wurde hier in einer multizentrischen Studie ein Antagonistenprotokoll nach vorheriger Gabe einer Pille mit einem langen Protokoll verglichen. Interessant ist die Studie deswegen, weil es immer noch Kollegen gibt, die standhaft behaupten, dass das klassische lange Protokoll dem Antagonisten-Protokoll deutlich überlegen sei. Das wurde hier zwar auch in diesen News schon anhand von zwei Studien widerlegt, dennoch besteht die Auffassung, dass das lange Protokolls überlegen sei, vielfach fort.

Eines vorweg: Die Wochenenden frei zu halten gelingt mit beiden Protokollen gleich gut (oder schlecht). 182 Patientinnen wurden zufällig (randomisiert) einer Behandlungsgruppe zugelost und erhielten ein Antagonisten-Protokoll (Cetrotide) nach Vorbehandlung mit einer Pille (91 Pat.) oder Buserelin (Nasenspray).

Die Antagonisten-Gruppe erhielt die Pille über eine Dauer von 21-28 Tagen. Die unterschiedliche Dauer der Gabe erfolgte, um die Behandlung zeitlich besser planbar zu machen. Cetrotide wurde nach einem festen Schema beginnend mit dem 6. Tag der Stimulation gegeben bis zum Tage der auf die Punktion vorbereitenden hCG-Spritze.

Die Gruppe mit dem langen Protokoll erhielt das Nasenspray zunächst mindestens für 10 Tage bis zur hormonell nachgewiesenen „Downregulation„.

In beiden Gruppen wurde zur besseren Planbarkeit der Behandlung an einem Freitag mit der Stimulation begonnen. Die untersuchte Zielgröße bei dieser Studie war nicht die Schwangerschaftsrate, sondern die Zahl der gewonnenen Eizellen bei der Punktion. Diese unterschied sich ebenso wenig wie die Nebenwirkungen der Behandlung, denn beide Behandlungsregime wurden ähnlich gut von den Patientinnen toleriert. Und die zweite Zielgröße wurde ja bereits eingangs erwähnt: Die Punktionen fielen in beiden Gruppen gleich selten auf das Wochenende.

Huirne JA, Hugues JN, Pirard C, Fischl F, Sage JC, Pouly JL, Obruca A, Braat DM, Loenen AC, Lambalk CB
Cetrorelix in an oral contraceptive-pretreated stimulation cycle compared with buserelin in IVF/ICSI patients treated with r-hFSH: a randomized, multicentre, phase IIIb study
Hum Reprod. 2006 Mar 14


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Kommentar

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3 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Anonymous schreibt

    Aber so genau kann man das doch nie planen denn man weiß ja zuvor nie wie schnell und gut die Follikel wachsen. Und das macht mir schon Angst das man einfach zu Früh oder spät punktiert oder den TF macht und das auf Kosten der Patientinnen und die Erfolgschancen geht

  2. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    Nein, so genau kann man ds nicht planen und freie Wochenenden sollten einem reproduktionsmedizinischen Zentrum nicht wichtig sein. Der Versuch, die Behandlung so zu planen, dass nicht alle Punktionen auf das Wochende fallen, ist jedoch sicherlich sinnvoll. Wenn es dann nicht klappt, dann sollte man natürlich auch am WE punktieren.

  3. Elmar Breitbach
    Anonymous schreibt

    die studie sagt sehr wenig, denn es geht doch weniger darum , ob am wochenedne punktiert wird oder nicht, sondern ob dies einen Enfluß auf die Schwangerschaftsrate hat, kleineres Team am wochenende kann auch postiv sein, alle haben mehr Zeit u.ä????