Kinderwunsch: Nachrichten aus Fach- und Laienpresse

Doppeltes Pech

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Die Gefahr von Eileiterschwangerschaften ist nach einer künstlichen Befruchtung etwas höher als bei einer normalen Empfängnis. Die Gründe dafür sind nicht eindeutig geklärt. Unter anderem ist ein Grund dafür, dass mit diesen Methoden häufiger Frauen behandelt werden, die bereits vorgeschädigte Eileiter haben und bei diesen ist das Risiko einer Einnistung des Embryos an der falschen Stelle erhöht, auch wenn die Embryonen bei der IVF in die Gebärmutter zurückgegeben werden.

Türkische Wissenschaftler berichten nun über einen besonders dramatischen Verlauf. Eine 27jährige Patientin wurde wegen einer primären Sterilität (=keine Schwangerschaften in der Vorgeschichte) mit einer ICSI behandelt. Nach zwei erfolglosen Behandlungen trat nun beim dritten Anlauf eine Schwangerschaft ein. Bevor es nun zum ersten Ultraschall kam, stellte sich die Patientin bereits mit Unterbauchschmerzen und Blutungen in der Klinik vor.

Im Ultraschall konnte man in der Gebärmutter keine Fruchthöhle erkennen, jedoch auf beiden Sieten in den Eileitern. Bei einem der Embryonen konnte man sogar bereits einen Herzschlag erkennen. Da auch bereits Flüssigkeit im Bauchraum gesehen werden konnte, die auf eine Blutung in den Bauch schließen ließ, wurde sofort eine Operation durchgeführt und die Eileiter entfernt.

In der Untersuchung des Gewebes konnte man nachweisen, dass sich tatsächlich in beiden Eileitern jeweils eine Schwangerschaft festgesetzt hatte und in der Gebärmutter keine Schwangerschaft nachgewiesen werden konnte.

Die türkischen Kollegen weisen aufgrund dieser Erfahrung darauf hin, dass man bei einer Schwangerschaft nach IVF besonders auf eine evtl. bestehende Eileiterschwangerschaft achten sollte. Was nichts Neues ist, aber dieser Fall ist natürlich außergewöhnlich.


Altinkaya SO, Ozat M, Pektas MK, Gungor T, Mollamahmutoglu L
Simultaneous bilateral tubal pregnancy after in vitro fertilization and embryo transfer.
Taiwan J Obstet Gynecol. 2008 Sep;47(3):338-40.


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Kommentar

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2 Kommentare
  1. Pat schreibt

    Ich würde so etwas ja eher dreifaches Pech nennen. Ich vermute nämlich nicht, dass einer der beiden Eileiter gerettet werden konnte. Das ist ja leider das noch viel größere Drama.

  2. hasenohr schreibt

    au weia!
    das ist wirklich tragisch…

    ich persönlich bin jedoch froh, dass ich beide eileiter (einer verkürzt nach operierter ELS, der andere seit jahren verschlossen und letzenendes schwer entzündet) entfernen ließ. ich brauche diese nicht mehr – bin aber auch schon 40. sollte es endlich mit einer SS nach KB klappen, bin ich vor einer weiteren ELS gefeit…