Doping für die Eierstöcke


Die Gabe von männlichen Hormonen kann die Reaktion sogenannter „low responder“ auf eine hormonelle Stimulation verbessern. Mir leider nicht schriftlich vorliegende Studienergebnisse von vor einem guten halben Jahr zeigte eine Verbesserung der Eizellausbeute nach mehrmonatiger Gabe von DHEA, einem Nebennierenhormon mit androgenen Eigenschaften, also im weitesten Sinne ein schwach wirksames männliches Hormon.

Eine aktuelle Studie treibt es damit noch ein wenig weiter und gibt den Patientinnen direkt Testosteron. 25 Frauen, bei denen bereits zweimal eine IVF-Behandlung aufgrund unzureichender Follikelbildung abgebrochen werden musste, erhielten 20 Mikrogramm Testosteron pro kg Körpergwicht pro Tag an 5 Tagen vor Beginn der hormonellen Stimulation. Die Gabe erfolgte als Pflaster über die Haut. Alle Frauen waren zwar „low responder“, hatten jedoch keine erhöhten FSH-Spiegel, ein Hormon, welches ansteigt, wenn vorzeitige Wechseljahre die Ursache für die verminderte Eierstocksaktivität sind.

20 dieser Frauen (80%) bildeten daraufhin im Durchschnitt die Fünffache Menge an Follikeln (5,8 Follikel im Schnitt) und erzielten nach dem Transfer von 2-3 Embryonen eine Schwangerschaftsrate von 30% pro Eizellentnahme. Bei 5 Frauen bewirkte diese Vorbehandlung keine Verbesserung der Eizellausbeute.

Die Mechanismen, die dieser Behandlung zugrunde liegen, sind unklar. Im Prinzip wird durch das Testosteron eine hormonelle Situation geschaffen, die auch bei einer Patientin mit eine *pco* besteht, also Frauen, die erfahrungsgemäß eher überschiessend auf die Hormongaben reagieren.

Balasch J, Fabregues F, Penarrubia J, Carmona F, Casamitjana R, Creus M, Manau D, Casals G, Vanrell JA.
Pretreatment with transdermal testosterone may improve ovarian response to gonadotrophins in poor-responder IVF patients with normal basal concentrations of FSH.
Hum Reprod. 2006 Mar 3; [Online-Veröffentlichung vor Abdruck]


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Kommentar

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3 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    sonne70 schreibt

    Na wenn das kein Hoffnungsschimmer ist. Habe ich sofort an meinen Doc gefaxt, inkl. Original aus "Human Reproduction". Leider kriegt man dort ohne Registrierung auch nur die engl. Zusammenfassung. Hätte ja gern gewusst, mit welchem Protokoll die anschließend gearbeitet haben.

    Jedenfalls bin ich wild entschlossen, das bei unserem nächsten Versuch auszuprobieren. Ich hoffe doch ganz, stark, von fünf Tagen Testosteron-Pflaster wächst mir noch kein Bart?

    Danke jedenfalls für den Hinweis sagt
    sonne70

  2. Elmar Breitbach
    Schnuffy schreibt

    Hat das denn jetzt jemand mal erfolgversprechend ausprobiert???

  3. […] vor Jahren als mögliche hilfreiche Unterstützung in diesen Fällen beschrieben, jedoch auch die Gabe von Testosteron als Salbe oder Pflaster […]