IVF im natürlichen Zyklus


Eine griechische Gruppe von Wissenschaftlern hat sich das Ziel gesetzt, ohne eine hormonelle Stimulation eine möglichst erfolgreiche *ivf*-Behandlung durchzuführen. Der große Vorteil einer solchen Behandlung ist die Sicherheit, keine Mehrlingsschwangerschaften zu riskieren und auch die Gefahr eines Überstimulationssyndroms zu vermeiden.

Dies gelingt nur unter guten Voraussetzungen. Daher wurden für diese Art der Behandlung nur Frauen mit einem regelmäßigen Zyklus ausgewählt, die jünger als 40 Jahre alt waren. Bei diesen wurde das Follikelwachtum mit Ultraschall und Hormonbestimmungen beobachtet und wenn das Eibläschen reif war, dann erfolgte die Auslösung des Eisprungs mit 5.000 Einheiten hCG. Nach der Entnahme der Eizelle wurde diese befruchtet und bis zum Blastozystenstadium kultiviert.

Diese Behandlung wurde bei 138 Paaren durchgeführt. Bei 126 Frauen erfolgte eine Entnahme der Eizellen und in 102 Fällen wurde eine Eizelle gefunden. Davon ließen sich 95% befruchten und davon widerum teilten sich 99%. Letztlich erreichten 47,9% der Eizellen das Blastozystenstadium. Nach dem Transfer der Blastozysten kam es in 53,3% der Fälle zu einer Einnistung des Embryos. Die Geburtenrate pro Transfer betrug 40%.

Durch die sehr ausgeprägte Selektion im Vorfeld war die Einnistungsrate pro Transfer schließlich sehr gut. Rechnet man jedoch zurück, waren 18,8% der 138 Patientinnen am Ende der Therapie schwanger, was in Anbetracht des geringen Therapieaufwandes jedoch immer noch recht gut ist. Es stellt sich die Frage, ob man durch einen früheren Transfer nicht möglicherweise sogar eine bessere Einnistungsrate hätte erreichen können, in anbetracht der Tatsache, dass nur knapp 50% der befruchteten Eizellen später für den Transfer zur Verfügung standen. In jedem Falle aber eine interessante Alternative.

Trokoudes KM, Minbattiwalla MB, Kalogirou L, Pantelides K, Mitsingas P, Sokratous A, Chrysanthou A, Fasouliotis SJ.
Controlled natural cycle IVF with antagonist use and blastocyst transfer.
Reprod Biomed Online. 2005 Dec;11(6):685-9.


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Kommentar

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7 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    TiniS. schreibt

    Sicher eine sinnvolle Sache.
    Der Selbstzahler würde sich wahrscheinlich nicht unbedingt darauf einlassen, denn die Kosten sind fast genauso hoch wie bei einem stimulierten Versuch, und die Chance, mit Kryos aus dem Versuch rauszugehen ist reizvoller als eine Schwangerschaftsrate von knapp 19 %.
    Schade, in welche Denkrichtung man wegen der Reformen im Gesundheitswesen gelenkt wird.

    Gruß Tini

  2. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Warum, Tini, die Kosten für die Medikamente fallen weg. Für viele ist das immerhin die Hälfte der Kosten. Und Kryos kosten doch auch. Nicht alle Paare lassen einfrieren. Ich habe mal gelesen, weniger als die Hälfte.Ich denke, für jüngere Frauen, die eine Hormonbehandlung ablehnen, könnte das eine Alternative sein.

  3. Elmar Breitbach
    Julie n e schreibt

    Meine Ärzte haben mir hier in Frankreich zu dieser Therapie geraten, weil sie meinen einen verbleibenden Eierstock schonen wollen.
    Die Schwangerschaftrate pro Therapie müsste hier ähnlich sein, die pro Transfer hier sogar höher. Allerdings war nie Blastotransfer im Gespräch, davon versprechen sich die franz Ärzte nicht viel, so wie ich sie verstanden habe.

    Die Kasse zahlt hier 4 Punktionen und 4 Transfers pro Kind.

    Leider werde ich immer etwas skeptischer, weil ich mich mit meinen 37 Jahren nicht mehr als jüngere Frau sehe….aber ich vertraue meinen Ärzten, die mich ja auch schon leider n Weilchen kennen….

    So ganz ohne Medis wird sie aber nicht durchgeführt, sondern mit Cetrotide und Menopur (um dem Cetrotide entgegenzuwirken ohne zu stimulieren). Aber sicherlich viel weniger belastend als eine stimulierte, dies vor allem aber durch die leichtere Punktion, die ja so locker ohne Narkose durchgeführt werden kann – und naja, es wird halt nur ein Follikel punktiert….

  4. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Julie, wenn nur 1 Embryo da ist, hat es auch keinen Sinn, diesen so lange zu kultivieren. Das macht ja nur dann Sinn, wenn mehr da sind, als transferiert werden sollen. Da verabschieden sich dann die aussichtslosen vor dem Transfer und die mit besseren Chancen bleiben übrig.
    Schreib dann mal, was draus geworden ist.

  5. Elmar Breitbach
    Julie schreibt

    Ja Rebella, du hast recht.

    Ich habe die Docs allerdings so verstanden, dass sie Blastotransfers allgemein zumindest nicht als Allheilmittel ansehen.

    Ich werde versuchen, öfters im Forum zu berichten. Allerdings bin ich da seit etwa 2 Jahren schweigsamer, weil ich einfach nicht die ganze Zeit an den Kiwu denken kann.

    Mein erster Zyklus ist bei der zweiten Blutabnahme+US gescheitert (frühzeitiger ES gegen 8.ZT – siehe mein Posting)…. besser so früh als nach der PU – aber frusten tut es trotzdem …. vor allem meinen Lebensgefährten, der ja unbeteiligt zusehen muss…

  6. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Julie, der Blastotransfer ist auch wirklich nicht das Allheilmittel. So wird es ja auch hier im Forum gesehen.

    Ich wünsche Dir viel Glück!

  7. Elmar Breitbach
    Emilia schreibt

    Hi,

    also dies war schon immer meine These, dass in jeder hinsicht ein Naürlicher Zyklus für die IVf besser ist.
    Dies habe ich auch vielen Ehepaaren geraten, deren Frauen LOW responder sind. Daraus dann Balstozysten zu machen , finde ich das indiotischte was es gibt.
    Ganz einfach wenn man schon einen Natürlichen Zyklus macht sollte man Ihne schon auch tatsächlich natürlich machen. Ein IFV centrum mit 65 % erfolgschancen mach immer am 2 Tag den Transfer. Dabei wird sogar bei dem transfer darauf geachtet das die eizellen überhaupt keinen schock bekommen. Kanülle ista auf 37°C vorgewärmt, transfer wird im dunklen raum gemacht mit ultraschall Hilfe um die richtige Position zu orten und viele aspekte mehr. Meine zykluse werder nur noch im Natürlichen Zyklus gemacht. Dies kostet mich dann ungefähr 600.-€ , ich kontroliere seit 6 Monaten meinen Eisprung mit Persona. jeden 3 monat gibt es keinen Eisprung. Nach jeder Eisprungpause, folgt ein Super eisprung mit rekortverdächtigem GMS sowas hatte ich nichtmal bei einer Symulation. Nun warte ich 2 Monate und dann gehts los und ich kann euch dann hoffentlich gutes berichten. auch wenn ich mir immer zwillinge gewünscht habe, aber egal hauptsache schwanger.

    Emilia