Italienische Küche macht fruchtbar


Frauen, welche die mediterrane Küche bevorzugen, verbessern damit ihre Aussichten auf eine Schwangerschaft nach IVF-Therapie. Dies sind die Ergebnisse einer aktuell publizierten Studie aus den Niederlanden.

Sie untersuchten insgesamt 161 Paare und befragten sie vor einer geplanten Therapie nach ihren Essgewohnheiten. Diejenigen, welche sich „mediterran“ ernährten (viel Gemüse, Pflanzenfette, Fisch und Bohnen) erhöhten ihre Chancen um 40% im Vergleich zur „gesundheitsbewussten Ernährung“ (Früchte, Gemüse, Vollkorn, Bohnen und Fisch, wenig Fleisch und Snacks).

Bevor nun jemand seine Kochbücher sortiert: Dies ist eine reine Beobachtungsstudie, der die notwendige Beweiskraft fehlt, jedoch interessante Hinweise liefert. Nach einer ausführlichen Befragung im Vorfeld der Therapie kristallisierten sich die beiden Ernährungsweisen heraus und ihr Effekt auf die Behandlung wurde im weiteren Verlauf beobachtet. Die Leiterin der Studie, Dr. Regine P.M. Steegers-Theunissen von der Erasmus Universität in Rotterdam, vermutet einen positiven Einfluss vor allem durch die Pflanzenfette und Gemüse. Die Bohnen dürften vor allem hinsichtlich der B-Vitaminversorgung von Bedeutung sein, wie durch Messungen während der Studie nachgewiesen werden konnte.

spaghettiOk, 40% Erhöhung der Schwangerschaftsraten. Was bedeutet das eigentlich? Es bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft bei mediterraner Kost 30% betrug, in der Kontrollgruppe derer mit gesundheitsbewusster Ernährung 25%. In Anbetracht der Zahl der Probanden dürfte das sicher nicht statistisch signifikant sein und aufgrund des Studiendesigns schon mal gar nicht.

Die Autoren der Studie können daher nur mutmaßen, wo die Vorteile der mediterranen Küche liegen. Sie enthält vermehrt Omega-6 Fettsäuren in den Pflanzenölanteilen, welche in Prostaglandine umgewandelt werden können. Diesen wiederum wird nachgesagt, dass sie den Zyklus der Frau und die Einnistung begünstigen.

Möglicherweise ist die Ursache auch mit der besseren Versorgung durch Vitamin B6 zu erklären. Zumindest gibt es Studien, die eine Verbesserung der Fruchtbarkeit durch dieses Vitamin belegen oder zumindest nahelegen.

Wie gesagt, vieles ist Spekulation an dieser Studie, aber ist es nicht schön, wenn man einen weiteren guten Grund hat, sich verstärkt der italienischen Küche zuzuwenden?

Vujkovic M, de Vries JH, Lindemans J, Macklon NS, van der Spek PJ, Steegers EA, Steegers-Theunissen RP
The preconception Mediterranean dietary pattern in couples undergoing in vitro fertilization/intracytoplasmic sperm injection treatment increases the chance of pregnancy.
Fertil Steril. 2010 Feb 18


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Kommentar

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4 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Blah schreibt

    Ich hab nicht so recht verstanden, was der Unterschied zw. "mediterran" und "Vollwert" ist: nur Fisch statt wenig Fleisch und extra Olivenöl/pflanzliche Fette?

    Ich esse für mein Leben gern Lachs, aber ich quäl mich ewig Bio-Fisch zu finden, ich würde bei Fisch sehr auf Schwermetalle/Antibiotika achten… Vielleicht stattdessen Omega3 Kapseln?

  2. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Eine Antwort auf diese Frage gibt die Studie leider nicht her, aber die Omega-6-Fettsäuren sind der wichtigste Unterschied, so sehen es auch die Autoren der Studie

  3. Elmar Breitbach
    St_Pauli schreibt

    Aber im Artikel ist von Omega 6 die Rede. Fehler?

    Pflanzenfett ist ja nicht gleich Pflanzenfett. Während Raps- und Olivenöl ein gutes Verhältnis von Omega 6 zu Omega 3 haben, ist Palmfett (womöglich noch gehärtet) echtes Gift, aber auch pflanzlich.

  4. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Danke, 6 ist richtig