Durchspülen der Eileiter: Bessere Erfolge bei Insemination


Bei der Insemination werden die Spermien zunächst aufbereitet und dann in die Gebärmutter eingespült. Eine andere Variante spült die Spermien in die Eileiter, entweder durch Druck von der Gebärmutter aus (Spermienperfusion) oder durch Sondierung der Eileiter mit einem speziellen Katheter. Mehr dazu mit Illustrationen finden Sie hier.

Freispülen der Eileiter

Bei der Spermienperfusion geht man davon aus, dass hier auch durch den Spülvorgang die Durchgängigkeit der Eileiter verbessert wird und dadurch die Schwangerschaftsraten ansteigen können.

Nun hat eine Gruppe schwedischer Wissenschaftler einen neuen Weg beschritten und zumindest bei Paaren mit idiopathischer Sterilität (Kinderlosigkeit ohne erkennbaren medizinischen Grund) damit gute Erfolge beschrieben.

Vor der geplanten Insemination erhielten die Patientinnen Clomifen zur Stimulation der Eierstöcke. Sie wurden dann zwei Behandlungsgruppen zugeteilt. Bei einer wurden die Eileiter vor der Insemination mit einer Lidocain-haltigen (Lokalanästhetikum) Lösung durchspült und bei der anderen die Insemination ohne eine vorherige Durchspülung der Eileiter durchgeführt.

130 Behandlungszyklen wurden in der Studie insgesamt durchgeführt. 67 davon erhielten vor der Insemination die Durchspülung und 63 weitere Patienten wurden ohne diese Maßnahme direkt inseminiert. Die Schwangerschaftsraten unterschieden sich beträchtlich: 14,9% der Frauen wurden nach der Perfusion schwanger (n=10) und nur 3,2% mit der normalen Insemination (n=2). Dieser Unterschied war trotz der geringen Fallzahl statistisch signifikant.

Die Spülung wurde gut vertragen und Komplikationen traten nicht auf. Die Autoren sind daher der Meinung, dass diese Methode als erste Behandlungsmaßnahme bei idiopathischer Sterilität zu empfehlen ist.

Es stellt sich die Frage, ob es nicht vielleicht sinnvoller ist, die Perfusion gleich mit einer Spermiensuspension durchzuführen, wie es in einigen Zentren durchaus routinemäßig durchgeführt wird.

Edelstam G, Sjösten A, Bjuresten K, Ek I, Wånggren K, Spira J.
A new rapid and effective method for treatment of unexplained infertility.
Hum Reprod. 2008 Feb 15 [Epub ahead of print]


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