Impfung gegen Chlamydien bald möglich?

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Chlamydien sind Bakterien, die sich über sehr lange Zeiträume im Körper aufhalten und Infektionen mit diesem Erreger zählen zu den am häufigsten vorkommenden Geschlechtskrankheiten der westlichen Welt. In den USA werden jährlich knapp drei Millionen Menschen neu infiziert. Chlamydien werden durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen, die am häufigsten vorkommende Variante des Erregers ist Chlamydia trachomatis.

Meist keine Symptome

Viele Betroffene wissen nicht, dass sie eine solche Infektion durchgemacht haben, denn die Erkrankung verläuft meist ohne Symptome. Die Folgen einer solchen Infektion bleiben da ebenfalls oft unbemerkt. Nicht selten sind die Eileiter betroffen, es kann zum Verschluss oder zu Einschränkungen der Beweglichkeit durch Verwachsungen kommen. Chlamydieninfektionen sind eine der häufigsten Ursachen für Schädigungen der Eileiter und somit von großer Bedeutung bei der Abklärung des unerfüllten Kinderwunschs.

Impfungen wären daher sehr hilfreich

Chlamydien im Vaginal-Abstrich
Chlamydien sind schwer zu diagnostizieren, da sie sich in den Zellen des Körpers vermehren (ähnlich wie Viren). Hier sind man sie in einem Vaginalabstrich als kleine dunkle Verfärbungen in den Bläschen (Vakuolen) in den Zellen.

Aktuell besteht die einzig sichere Methode zur Vermeidung einer Chlamydieninfektion in geschütztem Verkehr. Das ist natürlich für Kinderwunsch-Paare ein wenig zielführender Ratschlag. Sehr viel hilfreicher wäre eine funktionierende Impfung und im Versuch mit Mäusen funktioniert dies bereits recht gut, wie Bulir et a. in der Zeitschrift „Vaccine“ berichten.

Um eine wirksame Impfung erstellen zu können, muss man ein Antigen finden, welches sich auf der Bakterienoberfläche befindet und sehr spezifisch für den Erreger ist. Im Tierversuch ist man da schon auf einem guten Weg. Das neue Antigen heißt BD584 und wurde aus drei T3SS Proteinen des C. trachomatis Erregers zusammengestellt: CopB, CopD, and CT584.

Einfache Handhabung

Im Tierversuch kam es nach der Impfung zu einem deutlichen Rückgang von Neuinfektionen von über 90 Prozent. Studienautor Bulir hofft, diese Ergebnisse noch verbessern zu können.“ Die Applikation wäre dann auch sehr einfach durch ein Nasenspray über die Schleimhäute möglich. In einem nächsten Schritt planen die Wissenschaftler die Verbesserung des Antigens, um mit gegen BD584 gerichteten Antikörper Infektionen mit verschiedenen Varianten der Chlamydien vermeiden zu können.


Bulir DC, Liang S, Lee A, Chong S, Simms E, Stone C, Kaushic C, Ashkar A, Mahony JB
Immunization with chlamydial type III secretion antigens reduces vaginal shedding and prevents fallopian tube pathology following live C. muridarum challenge.
Vaccine. 2016 Jul 25;34(34):3979-85. doi: 10.1016/j.vaccine.2016.06.046. Epub 2016 Jun 17.

Foto von kat m research


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