Immunsystem, Sex und Schwangerschaft


Es ist eine unumstößliche Binsenweisheit: Sex kann schwanger  machen und ist – wenn die Voraussetzungen gegeben sind – sogar die beste Methode zum Erreichen einer Schwangerschaft. Eine aktuelle Studie belegt darüber hinaus, dass Sex auch dann beim Schwangerwerden hilft, wenn man nicht nur in den „kritischen Tagen“ Verkehr hat, sondern öfter.

Geschlechtsverkehr hat Einfluss auf das Immunsystem

Forscher um Tierney Lorenz von der Indiana University untersuchten bestimmte Cytokine und das Verhältnis der T-Zellen vom Typ 1 (kümmert sich um die Abwehr von Fremdkörpern) und vom Typ 2, von denen man annimmt, dass sie die Einnistung des Embryos eher begünstigen. Daher ist die sogenannte TH-1/TH-2 auch ein recht häufig untersuchter Faktor, wenn man Einnistungsstörungen abklärt.

In der Studie wurden diese Ratio und die Zahl der Zellen nicht direkt untersucht, sondern die Konzentration der von ihnen produzierten Cytokine (TH-2-Zellen: IL-4 – Interleukin 4  / TH1-Zellen: IFN γ – Interferon gamma) und Östrogen und Progesteron (Gelbkörperhormon) aus dem Speichel. Die Ergebnisse korrelierte man der sexuellen Aktivität der untersuchten Frauen.

Immunsystem und Hormone werden durch Sex positiv beeinflusst

Foto von tinafranklindg
Mehr Aktivität im Bett hilft dem Immunsystem

Bei sexuell aktiven Frauen zeigten sich Hinweise auf eine höhere Aktivität der „guten“ TH-2 Zellen durch höhre IL-4-Spiegel. Darüber hinaus waren auch die Progesteron-Spiegel höher. Es zeigt sich also ein positiver Einfluss des Geschlechtsverkehrs auf das Immunsystem. Mehr wurde in der Studie jedoch nicht geprüft, also weder die Schwangerschaftsrate (denn darum geht es zunächst erst einmal bei allen Studien dieser Art) noch die bedeutsamere Lebendgeburtenrate.

Es handelt sich hier also um eine Mutmaßung, die in der durchaus populären Empfehlung, mehr Sex zu haben, mündet. Gegen die Empfehlung ist grundsätzlich ja wenig zu sagen, aber die Beweiskraft der Studie ist eher sehr übersichtlich und die These zu steil in Anbetracht der vorhanden Daten. Schade eigentlich.

Weitere Hinweise für positiven Einfluss von Sex

Zumindest passt die Annahme, Geschlechtsverkehr habe einen positiven Einfluss auf die Einnistung, zu anderen Veröffentlichungen zu diesem Thema. Es gibt Hinweise darauf, dass Sex im Rahmen einer künstlichen Befruchtung durchaus seine Bedeutung hat. Auch wird mit den sogenannten Einnistungsspülungen Ähnliches bewirkt. Nicht zuletzt profitiert auch die männliche Fruchtbarkeit von regelmäßigem Geschlechtsverkehr.

Wo wir gerade bei Wechselwirkungen sind: Vor einiger Zeit hatten wir hier eine Umfrage, in der es um den Einfluss der (erfolgreichen) Kinderwunschbehandlung auf das Liebesleben der Paare ging. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse scheint es schon wichtig zu sein, darauf zu achten, das man es nicht „verlernt“ während der Therapie.

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