Honig macht fruchtbar


Aber nicht essen. Nein, als intravaginale Gabe soll Honig (getestet wurde ägyptischer Bienenhonig) zur Zyklusmitte besser wirken als eine Insemination. Allerdings ist wohl auch noch eine Prise „Gelee Royale“ notwendig, um dieses zu bewirken.

Das berichten ägyptische Wissenschaftler im International Journal of Gynecology & Obstetrics. Tatsächlich eine renommierte Fachzeitschrift und nicht die Bildzeitung. Manchmal kann man sich nur wundern.

Es wurden 553 Behandlungszyklen von 99 Paaren untersucht, die wegen einer eingeschränkten Spermienbeweglichkeit einen unerfüllten Kinderwunsch hatten. Eine Gruppe erhielt in der Zyklusmitte zum Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs vaginale Applikationen von Honig und Gelee Royale, die andere Inseminationen nach üblichem Standardverfahren.

Beide Gruppen wurden 3 Zyklen lang so behandelt, wenn nicht bereits vorher eine Schwangerschaft eintrat. Anschließend wurde 2 Monate pausiert und das Behandlungsregime zwischen den beiden Studiengruppen getauscht. Wer also vorher Inseminationen bekommen hatte wurde nun mit Honig therapiert und umgekehrt (Crossover-Studie nennt man das).

Wirklich atemberaubende Ergebnisse

Aber nicht, weil die Behandlungserfolge mit Honig besser waren als mit Inseminationen. Das war zwar tatsächlich der Fall, aber nicht der Punkt: 8,3% der mit Honig behandelten Patientinnen wurden pro Zyklus schwanger, aber nun kommt´s: 2,6% (!!!!) pro Inseminationszyklus.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Honig eine einfache Methode sein könnte, um bei eingeschränkter Spermienqualität die Fruchtbarkeit eines Paares zu verbessern.

Ich komme jedoch zu dem Schluss, dass man bei diesen Erfolgsraten für die Inseminationen vermutlich auch mit oraler Applikation von Gummibärchen mehr Erfolg hätte als mit der IUI. Natürlich ist diese Aussage politisch nicht korrekt, zeugt sie doch von nordeuropäischer Arroganz gegenüber den therapeutischen Bemühungen der nordafrikanischen Kollegen. Aber einer begründeten…

Ergänzend sei angemerkt, dass Eiscreme auch fruchtbar macht

Abdelhafiz AT, Muhamad JA
Midcycle pericoital intravaginal bee honey and royal jelly for male factor infertility.
Int J Gynaecol Obstet. 2008 Jan 26 [Epub ahead of print]


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Kommentar

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6 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Schweden schreibt

    *g*

    Da esse ich Honig doch lieber weiterhin auf meinem Brot.

    Irgendwie finde ich das auch eine ziemlich ekelige Vorstellung…*gr*

    LG
    Schweden

  2. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    …süüüüüüüüß 🙂

    jaja, die alten ägypter..ohne weitere kommentare 😉

  3. Elmar Breitbach
    tuerki77 schreibt

    Hehehe… Das ist doch mal eine nette Alternative zur Gleitcreme.

    LG,Alex

  4. Elmar Breitbach
    raise schreibt

    Gibt’s denn eine Erklärung für den "Erfolg" (Im Vergleich zum normalen Ergebnis in Ägypten war es ja eigentlich schon einer)? Kann es sein, dass Honig oder Gelee Royal tatsächlich Stoffe enthalten, die die Beweglichkeit der Spermien verbessern? Oder ist die Mischung ein so geniales Millieu, dass auch leicht behinderte Spermis da leichter durchschwimmen und zum Ziel kommen können?

  5. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    @ raise

    also das normale vaginalmillieu ist vom ph-wert her eher "sauer", mögen spermies nicht unbedingt. im inneren des uterus und der eileiter herrschen dann wieder andere bedingungen.
    ob nun honig das vaginalmillieu da so verändern kann, dass spermis sich da wohler fühlen (allein auf den ph-wert bezogen jetzt) – möglicherweise?
    trotzdem sind die absoluten zahlen der "erfolgsbilanz" im vergleich zu unseren mitteleuropäischen erfolgsraten bei IUI eher eine lachnummer (liegen im schnitt so um die 15%).selbst mit dem honey-factor 😉

  6. Elmar Breitbach
    roxy schreibt

    Aua… aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich nur sagen, dass die in der Vagina natürlich vorkommenden Candida-Pilze sich über so eine Mahlzeit sicherlich sehr freuen würden, sodass man außer Infertilität bald auch eine Vaginitis behandeln muss…