Hauptsache gesund


Natürlich ist es den meisten Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch ziemlich egal, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird – Hauptsache erstens überhaupt und zweitens gesund.

Trotzdem wird immer mal wieder in den Foren die Frage gestellt, ob sich die Geschlechtsverteilung bei der künstlichen Befruchtung unterscheidet und einige sind auch felsenfest davon überzeugt, dass ein Geschlecht bei den Methoden deutlich bevorzugt wird, wobei die Aussagen dazu, welches Geschlecht dieses ist, unterschiedlich sind.

Eine aktuelle Studie verschafft Klarheit und das dankenswerterweise auch noch in Abhängigkeit von den angewandten Techniken und hier vor allem mit und ohne ICSI. Dazu wurden 15.164 Einlingsschwangerschaften ausgewertet, die in der Datenbank der US-amerikanischen Zentren dokumentiert wurden. Ich mag Studien mit solch erschlagend großen Zahlen, da kommt dann am Ende wenigstens etwas Aussagefähiges heraus.

Nun also die Prozentzahlen für die Jungen:

  • Gesamt in den USA in 2005: 52,5%
  • Gesamt für Tag 2-3 Embryos bei IVF und ICSI zusammen: 48,9%
  • Gesamt für Blastozysten bei IVF und ICSI zusammen: 51,6%
  • Blastozysten und ICSI: 49,6%
  • Blastozysten ohne ICSI: 54,9%
  • Bei Tag 2-3 Embryonen fanden sich kein Einfluss auf das Geschlechterverhältnis durch die ICSI

Die Untersuchung zeigt eine geringe aber signifikante Verminderung des Anteils an Jungen durch die Anwendung der ICSI bei Blastozystentransfers. Damit wäre das auch einmal endgültig geklärt 😉

Luke B, Brown MB, Grainger DA, Baker VL, Ginsburg E, Stern JE
The sex ratio of singleton offspring in assisted-conception pregnancies.
Fertil Steril. 2008 Oct 22


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Kommentar

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3 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Donza schreibt

    …und bei der Insemination?
    Da ist es doch ein klein wenig Jungen-lastig, oder?

  2. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Bei Inseminationen habe ich keine größeren Studien, die sich damit beschäftigen

  3. Elmar Breitbach
    Gazelle76 schreibt

    Ich habe zwei Fragen, die ich mir selbst durch tagelange Suche im Internet nicht beantworten konnte:
    1. Bei einer ICSI kann der Biologe keinen Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Spermien sehen, oder? Obwohl es immer heißt, weibliche Spermien seien größer und schwerer, als männliche. Ich frage mich, wie man das feststellen konnte, wenn man keinen Unterschied im Mikroskop erkennen kann. (Selbst bei IMSI und 60tausendfacher Vergrößerung…) Aber sonst würde es ja keinen Sinn machen, aufwendigste PIDs oder PKDs oder andere Verfahren zum selektieren der jeweiligen Spermien machen zu müssen, wenn man doch einfach ein "passendes Spermium" per ICSI heraus picken könnte… Ich weiß, dass dies hierzulande verboten ist. Und das finde ich auch richtig. Trotzdem würde ich die Frage nur interessehalber gerne beantwortet bekommen.
    2. Steht uns eine IVF bevor. Hierfür haben wir tiefgefrorenes Sperma meines Mannes vorliegen. Da wir uns beide ein Mädchen wünschen, würde ich gerne wissen, ob es auch Statistiken über das Geschlechterverhältnis bei IVF mit tiefgefrorenem Sperma gibt, oder ob dies gar keinen Einfluss hat. Ich bin natürlich auch der Meinung, dass man sich über alles, was kommt freuen soll! Und das tun wir auch. Gar keine Frage… Trotzdem finde ich es auch nicht schlimm, zu versuchen, den "Mädchen" einen klitzekleinen Vorsprung, oder wenigstens "Chancengleichheit" zu gewähren… 😉