Stiftung Warentest: Nur ein Drittel aller alternativen Heilverfahren wirkt


Ende August erschein in der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ ein Artikel, der nach Überprüfung vorhandener Studien zum Thema Homöopathie zu dem Schluss kam, dass homöopathische Mittel keine Wirkung aufweisen, die über einen „Plazebo-Effekt“ hinausgehen.

Nun hat die Stiftung Warentest 58 alternative Heilverfahren untersucht und kam zu dem Schluß, dass nur ein Drittel dieser Verfahren bei bestimmten Erkrankungen wirksam ist und ein weiteres Drittel sogar schädliche Auswirkungen haben kann. „Um die Wirksamkeit von mehr als 50 Verfahren der komplementären Medizin zu überprüfen, wurden Fachliteratur und Studien gesichtet und bewertet. Ergebnis: Etwa zwei Drittel der untersuchten Verfahren haben keine nachweisbaren Auswirkungen auf die Gesundheit und sind als Therapie daher nicht oder nur wenig geeignet. Einige Verfahren können aber als Ergänzung zur Schulmedizin durchaus dazu beitragen Krankheiten zu lindern oder zu heilen„. Vera Herbst ist Verfasserin des Buches „Die andere Medizin“ für die Stiftung Warentest. Akupunktur, Hypnose und Aromatherapie stellten sich bei dieser Untersuchung als für viele Erkrankungen wirksame Heilverfahren heraus. Andere Verfahren erwiesen sich als komplikationsträchtig. Chiropraxis und auch Ozon-Therapie erhöhen z. B. das Risiko für Schlaganfälle.

Auch der in Deutschland weit verbreiteten Homöopathie widmet sich das Buch. „Je anspruchs­vol­ler die Studien sind, mit denen die The­rapie geprüft werden soll, desto schwächer werden die Wirk­sam­keits­bele­ge”, resü­mierte die Autorin und bezieht sich dabei unter anderem auf die eingangs erwähnte Studie des „Lancet“.

Das Buch bewertet jedoch nicht die Heilmethoden als Ganzes, sondern anhand ihrer Wirksamkeit bei verschiedenen Beschwerdebildern und Erkrankungen. In den verschiedenen Kapiteln des Buches werden daher die Erkrankungen aufgeführt und die Methoden genannt, die erwiesenermaßen hilfreich sind.

Auf ihrer Homepage nennt die Stiftung Warentest einige Beispiele:

Beispiel Massage
Massagen haben eine nachgewiesene Wirkung bei Angstzuständen, Asthma und zur Vorbeugung von Wundliegen. Die Risiken sind hier – richtige Anwendung vorausgesetzt – äußerst gering. Hinweise gibt es zudem, dass Massage bei Verstopfung und als begleitende Behandlung in der Intensivmedizin wirksam sein kann. Nicht geeignet ist Massage zur Behandlung von Sehnenscheidenentzündung.

Beispiel Akupunktur
Durch die Hautreizung mit Nadeln können bestimmte Schmerzzustände und auch Übelkeit aufgrund verschiedener Ursachen wirksam behandelt werden. Das gilt unter anderem für die Fibromyalgie, Kniegelenkarthrose, Rückenschmerzen und Tennisellenbogen. Bei richtiger Anwendung sind die Risiken der Behandlung gering. Für viele andere Beschwerden fehlt aber ein Nachweis über die Wirksamkeit dieser Therapie. So bringt der Einsatz von Akupunktur bei Asthma, Geburtsschmerzen, Tinnitus und auch bei der Raucherentwöhnung keinen Erfolg.

Beispiel Ayurveda
Dieses Medizinsystem entstand vor mehreren tausend Jahren in Indien. Ayurveda hat eine eigene Diagnostik, bei der unter anderem auch die Zungen- und Pulsbeschaffenheit beurteilt wird. Diese Methoden sind aber wenig geeignet, um Krankheiten oder Störungen zu erkennen. Zwar gibt es positive Hinweise für die Behandlung etwa von Akne, Arthrose, Diabetes, Parkinson, rheumatoider Arthritis und Schlafstörungen mit einzelnen ayurvedischen Arzneimitteln. Doch unbedenklich ist diese Arzneimittelbehandlung nur, wenn diese Mittel nach europäischem Standard zugelassen sind. Andere Importware kann gefährlich sein: Verunreinigt, mit Giften versetzt oder sie enthält problematische Inhaltsstoffe. Aufgrund dieser Sicherheitsbedenken ist Ayurveda zur Behandlung der genannten Krankheiten wenig geeignet.

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