Wichtige Impfungen bei Kinderwunsch

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Wer eine Schwangerschaft plant, sollte auch auf ausreichenden Impfschutz gegenüber Krankheiten achten, die in der Schwangerschaft gefährlich sein können.

Röteln

Allgemein bekannt ist dies für Röteln. Infiziert sich eine werdende Mutter in der Frühschwangerschaft mit Röteln, kann das ernste Folgen für das Ungeborene haben. Das Risiko einer Fruchtschädigung steigt auf bis zu 60%, wenn die Erstinfektion während der ersten acht Schwangerschaftswochen erfolgte. Charakteristisch für die Röteln-Schädigung sind Herzfehler, schwere Augen- und Hirnfehlbildungen oder Taubheit. Oft treten die genannten Defekte gemeinsam auf. In schweren Fällen kann es auch zu einer Fehl- oder Totgeburt kommen.

Daher wird bei einer geplanten Schwangerschaft oder Kinderwunsch-Behandlung ein Rötelntiter (zeigt an, ob eine Infektion oder eine erfolgreiche Impfung zu Immunschutz führte) bestimmt und gegebenenfalls eine Impfung veranlasst, wenn kein Immunschutz besteht. nach einer solchen Impfung wird dazu geraten, drei Monate lang nicht schwanger zu werden, um das Ungeborene nicht zu gefährden.

Die namentlich ähnlichen „Ringelröteln“ werden durch andere Viren (Parvovirus B19) übertragen. Eine Infektion führt zu lebenslangem Schutz gegen Ansteckung, jedoch gibt es keine Impfung gegen diese Erkrankung, so das eine Kontakt mit infizierten Personen gemieden werden muss. Das Virus infiziert die blutbildenden Stammzellen im Knochenmark und in der kindlichen Leber. Der Fötus kann keine rote Blutkörperchen mehr produzieren und leidet unter einer bedrohlichen Form der Blutarmut. Die Gefahr einer kindlichen Schädigung liegt bei ca. 40%, die einer Totgeburt bei etwa 12%.

Windpocken (Varizellen)

Weniger bekannt sind die Auswirkungen einer Erkrankung mit Windpocken in der Schwangerschaft. Das größte Risiko besteht bei einer Infektion in der 13.-20. Schwangerschaftswoche. In dieser Zeit können die Viren die Plazentaschranke überwinden und das Kind wird von der Mutter angesteckt. Eine solche Infektion kann zu hohen Risiken führen: Störungen des Wachstums der Gliedmassen, vermindertes Geburtsgewicht, Lähmungen mit Muskelschwund, frühzeitiger Tod u.A.).

Gefährlich sind die perinatalen Windpocken, wenn die Erkrankung also um den Geburtstermin herum auftritt. Die Sterberate der nach drei bis zehn Tagen auftretenden Erkrankung des Neugeborenen liegt bei etwa 30%, wenn die Neugeborenen nicht behandelt werden. gefürchtet ist hier die Hirnhautentzündung.

Auch gegen diese Erkrankung gibt es einen zuverlässigen Immunschutz, der durch eine frühere Erkrankung oder eine Impfung hervorgerufen wird und ein Leben lang hält.

Keuchhusten (Pertussis)

Noch weniger bekannt sind die Komplikationen, die durch Keuchhusten auftreten können. Diese seltene Erkrankung ist mittlerweile wieder auf dem Vormarsch und kann auch Erwachsene betreffen. Experten schätzen, dass Jahr für Jahr allein in Deutschland 110.000 Erwachsene an Keuchhusten erkranken, wobei allerdings die wenigsten wissen, dass sie Keuchhusten haben.

Problematisch ist bei dieser Erkrankung, dass die Impfung oder durchgemachte Infektion keinen dauerhaften Immunschutz zur Folge hat. Problematisch ist, dass infizierte Erwachsene ungeimpfte Säuglinge oder unvollständig geimpfte Kinder anstecken können. Für Säuglinge ist diese Erkrankung gefährlichund kann die Atemstillstand und bleibende Schäden verursachen oder sogar zum Tode führen. 50-70% der erkrankten Säuglinge werden von ihren Eltern oder Großeltern angesteckt. Daher raten die Lungenärzte Jugendlichen und Erwachsenen – insbesondere allen Frauen mit Kinderwunsch und allen Personen mit engem Kontakt zu Säuglingen wie Eltern, Großeltern, Verwandten, Tagesmüttern und Babysittern – ihren Impfschutz gegen Pertussis regelmäßig alle 10 Jahre aufzufrischen.


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Kommentar

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7 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    lunite schreibt

    Auch Mumps und Masern gehören zu den Kinderkrankheiten, die relativ häufig sind und besonders in der Früh-SS zu Problemen bzw. Fehlgeburten führen können.
    Ein Problem bei der Pertussis-Impfung ist aber glaube ich, dass es den Impfstoff nicht als Mono-Wirkstoff gibt, sondern nur in Kombination mit Tetanus, oder?

  2. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    Das stimmt. Ich weiß um die ideologischen Kämpfe, die ums Impfen ausgefochten werden. Aber ich gehe eigentlich trotzdem davon aus, dass die meisten Kinder sinnvollerweise gegenMumps und Masern geimpft werden. Bei Pertussis ist zu bemerken, dass die Durchimpfung schlechter ist. 1. aufgrund des zeitlich begrenzten Immunschutzes und 2. aufgrund der Nebenwirkungen, die zumindest in früheren Jahren häufiger beschrieben wurden. Über die Aufbereitung und Kombination der Impfstoffe bin ich jetzt leider überfragt

  3. Elmar Breitbach
    lunite schreibt

    Naja, ich gehöre ja auch zu den Impfbefürwortern 🙂 Aber als ich Kind war, gab es noch gar keine Mumps-Impfung! Okay, ich bin auch ein älteres Semester *g* Aber Pertussis-Impfung gibts wirklich nicht allein. Leider! Denn wer vor kurzem (so wie ich) gegen Tetanus-Diphterie geimpft wurde, muss warten….

  4. Elmar Breitbach
    Kathi schreibt

    Ich wollte mich und mein Baby auch vor Keuchhusten schützen, nur wie? 51 % der Keuchhustenfälle in unserem Bundesland sind ja vollständig geimpfte Personen und selbst wenn die Erkrankung bei einer geimpften Person nicht ausbricht – könnte diese dennoch Überträger werden…Schade.

  5. Elmar Breitbach
    lunite schreibt

    Hallo Kathi,
    naja, die meisten Menschen sind als Kind zwar vollständig geimpft, aber als Erwachsene werden/wurden leider keine Auffrischungen mehr gemacht. Nach ca. 10 Jahren ist der Impfschutz nicht mehr vollständig. Lässt man ihn immer wieder auffrischen, ist man geschützt und erkrankt auch zu über 90% nicht mehr daran. Auch Überträger ist man dann nicht mehr! Das ist ja das schöne an den Impfungen – und wird von Impfgegnern leider immer wieder verschleiert 🙁

  6. Elmar Breitbach
    bibab schreibt

    Hallo,
    leider muß man sich ja immer selber informieren, denn die wenigsten Ärzte/Frauenärzte inkl. KIWU-Frauenärzte klären einen über das Impfen auf.Ausnahme: ob man gegen Röteln geimpft ist, fragt jeder.Nun wollte ich mich vor der Kiwu-Behandlung im Sommer 06 gegen Keuchhusten impfen lassen, den es aber nur noch als Kombi-Impfstoff Tetanus-Diphterie-Keuchhusten gibt.Das paßte prima, da Tetanus und Diphterie auch wieder (nach 10 Jahren) geimpft werden mußte.Und was macht die dusselige Arzthelferin: holt einen falschen Impfstoff raus, nämlich nur den gegen Tetanus und Diphterie.Wir (der Doc und ich) haben es erst nach dem Pieksen gemerkt.
    Es ist sehr zum Nachteil, daß es keinen Einzelimpfstoff gegen Keuchhusten mehr gibt.Ich konte mich jedenfalls nicht mehr impfen lassen und hoffe nur, daß unser Baby keinen Keuchhusten bekommt, bevor die Grundimmunisierung abgeschlossen ist.
    Ansonsten bin ich auch Impfbefürworterin- wer hätte das gedacht ;-).

    LG Bibab

  7. […] Impfschutz gegen die wichtigsten Infektionserkrankungen ist während der Schwangerschaft unbedingt anzuraten. Dazu zählen Impfungen gegen Röteln, Windpocken und […]