Gefahr für Mehrlingsschwangerschaften vererbbar?


In meiner Familie gibt es schon viele Zwillinge„. Das ist ein Satz, den ich öfters höre, wenn ich über die Gefahr von Mehrlingen bei der Kinderwunschbehandlung aufkläre. Bisher habe ich immer erklärt, dass dies nichts mit der geplanten Behandlung zu tun hat, da diese Mehrlingsschwangerschaften meist darauf zurückzuführen sind, dass die Frauen nicht nur eine heranreifende Eizelle hatten, sondern zwei oder mehr, was offenbar tatsächlich auch genetisch bedingt ist und in manchen Familien gehäuft vorkommen kann.

Mehrfacheisprünge sind vererbbar

Diese Mehrfach-Eisprünge sind aber ohnehin das Ziel der meisten Hormonbehandlungen. Das Risiko für Mehrlinge ist dadurch erhöht, aber nicht noch zusätzlich durch die individuelle Familienhistorie der betroffenen Frau. So mein Wissenstand bisher.

Neigung zur Bildung von mehreren Eizellen ist also vererbbar. Gibt es aber auch eine Neigung zu Mehrfacheinnistungen, die familiär gehäuft vorkommen? Anders ausgedrückt: Wenn Oma und Tante Zwillinge hatten, sollte ich mir dann zwei oder gar drei Embryonen zurückgeben lassen?

Keine Vererbbarkeit von Mehrfacheinnistungen

In einer aktuell veröffentlichten Studie aus den Niederlanden wird auf diese Fragestellung eingegangen. Dazu wurde bei fast tausend Frauen nach IVF und ICSI-Behandlung nachgefragt, wieviele Fruchthöhlen sich in der 6. Schwangerschaftswoche in der Gebärmutter darstellen ließen.

Nistete sich nach der Rückgabe von zwei Embryonen nur einer davon ein, dann gaben die betroffenen Frauenan , in 27,2% eine und 15,5% mehrere Zwillingsschwangerschaften in der Familie gehabt zu haben. Waren zwei Fruchthöhlen zu sehen, lagen diese Zahlen bei 29,5 und 17,8%, was kein Unterschied ist, der statistisch signifikant wäre.

Auch wenn man nur die Verwandschaft 1. Grades berücksichtigte, gab es keine nennenswerten Unterschiede (10,6 und 1,1% bzw. 8,7 and 1,9%).

Die Entscheidung, wieviele Embryonen man bei der künstlichen Befruchtung transferiert, muss von der Familiengeschichte daher nicht abhängig gemacht werden, da sich die Häufungen von Zwillingen auf Mehrfachovulationen zurückführenlassen, nicht jedoch auf eine familär gesteigerte Neigung zu Mehrfacheinnistungen. Und nur diese spielt bei der künstlichen Befruchtung eine Rolle


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Kommentar

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4 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    zarahle schreibt

    …das habe ich soweit verstanden.
    Aber wie ist das nun, wenn es sich immer um eineiige Zwillinge handelt?
    Dann wird die Thematik durch die künstliche befruchtung ja wohl nicht übersprungen, da eine spätere Teilung ja immer noch möglich ist, oder?
    Laße mich gerne anderweitig überzeugen, denn es hat mich bisher immer vor einem 3er Transfer zurückschrecken lassen… 😉
    LG
    zarahle

  2. Elmar Breitbach
    pooh1973 schreibt

    Das mit den eineiigen Zwillingen wuerde mich auch brennend interessieren. Theoretisch koennten ja eigentlich aus 2 transferierten EZ auch Vierlinge werden?

  3. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    @ Pooh und Zarajle: Ja, eineiige Zwillinge sind zwar auch bei einer künstlichen Befruchtung extren selten, jedoch etwas häufiger als bei einer natürlichen Empfängnis.

    Dazu habe ich einen alten Artikel ausgegraben, den ich weiter oben noch einmal frisch gepostet habe.

  4. Elmar Breitbach
    Belli schreibt

    Finde ich sehr interessant. Meine Oma hat zeimal Zillinge bekommen und ich hab mir in der Tat darüber schon mal Gedanken gemacht. Dankeschön.