Gebärmuttertransplantation von Mutter auf Tochter erfolgreich

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Es sind seltene Fälle und mit normalen Methoden nicht behandelbar. Wenn die Gebärmutter entweder nicht vorhanden ist – was angeboren sein kann oder durch Operationen bedingt, dann kann bei funktionsfähigen Eierstöcken zwar ein Kind im Reagenzglas gezeugt, aber nicht selbst ausgetragen werden. Bisher war in solchen Fällen eine Leihmutter der einzige Weg, um den Wunsch nach einem eigenen Kind zu erfüllen.

Eine andere Möglichkeit ist die Transplantation einer Gebärmutter. Diese Methode konnte von einem schwedischen Arzt über Jahre soweit entwickelt werden, dass wir im letzten Jahr hier über eine Geburt berichteten konnten. Inzwischen ist das fünfte Kind in einer transplantierten Gebärmutter unterwegs.

Zwei Generationen, eine Gebärmutter

Sehr speziell ist jedoch die kürzlich berichtete vierte Geburt: Die junge Mutter verlor ihre Gebärmutter früh durch einen operativen Eingriff wegen Gebärmutterhalskrebs. Ihre eigene Mutter spendete ihre Gebärmutter an ihre Tochter – diese erhielt also das Organ als Transplantat, in dem sie selbst ihre ersten Lebensmonate verbrachte. Nach insgesamt 4 IVF-Behandlungen trat dann die Schwangerschaft ein. Eine künstliche Befruchtung ist notwendig, weil die Gebärmutter nicht mit den Eileitern transplantiert wird und wenn die Empfängerin noch Eileiter hat, diese nicht mit der Gebärmutter verbunden werden.

Foto von Army Medicine

Während die junge Mutter hofft, dass sie Teil der Medizingeschichte sein wird, kommt anderenorts die Frage auf, inwieweit eine Organübertragung „nur“ zum Zwecke der Schwangerschaft zu rechtfertigen ist. Diese ethische Debatte muss sicherlich geführt werden, vor allem vor dem Hintergrund, dass der Aufwand dieser Operationen – und daher auch die Risiken – nicht zu unterschätzen sind. Und auch dann bestehen weiterhin Gefahren für den Erfolg: Von neun transplantierten Gebärmüttern wurden zwei abgestoßen.

Wie man als Mutter seiner Tochter mit weniger Aufwand ebenfalls helfen kann, wurde kürzlich ebenfalls berichtet: Die Mutter von Mandy Stephens ließ ihre Gebärmutter, wo sie war und trug als Leihmutter ihren eigenen Enkel aus.

Foto von Army Medicine


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Kommentar

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7 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    finde ich interessant.
    man könnte dann nach erfülltem kinderwunsch die GM wieder herausnehmen – und dann könnte man doch die immunsuppressiva wieder absetzen, oder???

    es wäre schön, wenn man so viel zuließe, dass die leihmutter-auslands-industrie mit teilweise gesundheitlichen risiken nicht mehr nötig wäre in den meisten fällen…

  2. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Das ist der Punkt: Man muss die Gebärmutter wieder herausnehmen – oder dauerhaft Immunsuppressiva nehmen.

    So problematisch die Leihmutterschaft ist: Die gesundheitlichen Risiken sind hier sicherlich um ein Vielfaches höher. Gegenwärtig zumindest.

  3. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    gegenwärtig ist es risikoreicher, aber wer weiss, wie lange man noch leihmutterschaften im europäischen raum machen DARF?

    da frauen (auch manche männer) bereit sind, fast alles zu tun, um mutter /eltern zu werden, und zwar fast ohne rücksicht auf risikos, sollte man alles daran setzen, die gesetze zu ändern (!), erst dann sollte man ausweichen auf transplantation.

    übrigens – die meisten männlichen gyns nehmen gebärmütter nur zu gerne und schnell raus, angeblich ja völlig nebenwirkungsfrei und risikoarm. bliebe nur das risiko, solange die GM noch drin ist…

  4. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    risiken natürlich, sorry, meine schriftsprache verdödelt langsam mit zunehmendem internetgebrauch…

  5. Elmar Breitbach
    Oktobersonne schreibt

    Ganz schön kompliziert und risikobehaftet. 3 OP’s und Risikoschwangerschaft: Uterus raus aus der Mutter und rein und die Tochter. Schwangerschaft(en?) und Uterus wieder raus. Dazu Immunsupressiva auch während der SS. Da fände ich die Leihmutterschaft durch Mutter oder auch fremde Leihmutter ethischer. Sie wollte aber vielleicht auch das Gefühl des Kindaustragens selbst erleben. Vielleicht gab es auch medizinische Gründe gegen eine SS der Mutter. Von daher kann ich die Motivation schon verstehen und würde auch niemanden für diesen Weg verurteilen. Eher die Paragraphenreiter, die Menschen mit Kinderwunsch zu solch abenteuerlichen und riskanten Wegen zwingen.

  6. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ greta: Die Gebärmutter herauszunehmen ist recht simpel. Mit so einer Gebärmutter kann man jedoch "nichts mehr anfangen"

    Zur Vorbereitung auf die Transplantation müssen alle Blutgefäße auf’s feinste präpariert und erhalten werden, damit sie später bei der Empfängerin wieder angeschlossen werden können. Das ist eine mehrstündige OP und hat mit der normalen Gebärmutterentfernung nichts zu tun.

    Deswegen wir aktuell getestet, ob man auch analog zur Spende anderer Organe Gebärmutter verstorbener verwendet.

  7. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    ach so – ich dachte natürlich immer an entnahme von gehirntoten und das einfache herausnehmen der GM bezog sich auf das ERNEUTE herausnehmen der GM nach der erfolgten geburt, um weitere immunsuppressiva zu vermeiden.

    sprich:

    1. entnahme am "toten" mensch, ganz in ruhe…völlig ungefährlich
    2. entnahme nach geburt / KS auch eher ungefährlich

    man kann sich ja nun nicht darauf verlassen, dass jede mutti der tochter die GM spendet, überhaupt noch eine hat, die nicht unter "kartoffelsack" eingeordnet werden muss, etc etc. auch eine ziemlich alte mutti – also meine tochter beispielsweise würde mit 25 jahren meine GM braucehn, dann wäre ich 65… – wäre blöd, die GM wird ja wie andere muskeln nciht dehnbarer/besser im alter…

    also irgendwie hatte ich die lebendspende für mich geistig schon ausgeschlossen.

    lebenden eine GM zu entnehmen ist dann natürlich ein längerer eingriff als die spätere wieder-entnahme und belastend. für die spenderin.