Frau bringt älteste Tochter 14 Jahre nach der jüngsten zur Welt


Ein klassischer Fall von Zeitreise?
Oft wird die Frage gestellt, wie lange man Eizellen denn einfrieren kann, ohne, dass sie Schaden nehmen. Dazu ist zu sagen, dass vor allem der Einfrierprozess selbst das Problem darstellt und die Eizellen schädigen kann. Sind sie dann erst einmal heruntergekühlt, dann kann man sie im Prinzip beliebig lange lagern, ohne dass die Eizellen weiteren Schaden nehmen.

In einer Studie aus dem Jahre 2008 wurde das Schicksal von 11.768 eingefrorenen Eizellen nachuntersucht. Es wurden eingefrorene Embryonen aus normalen IVF-Zyklen und Eizellspenden einbezogen, in denen der Kryokonservierung mindestens ein Auftauprozess mit Transfer folgte.

Es wurde dabei festgestellt, dass die Dauer des Einfrierens keinen Einfluss auf die spätere Erfolgsraten hatte. Weder die Schwangerschaftsrate, noch der Anteil von Fehlgeburten stand in einem Zusammenhang mit dem Zeitraum, den die Embryonen in der Kälte verbrachten.

Daher verwundert es auch nicht, wenn die Israelin Orit Koter-Cohen mit Eizellen schwanger wurden, die bereits 18 Jahre lang kryokonserviert waren. Nachdem sie lange vergeblich versuchte, mit Hilfe der künstlichen Befruchtung schwanger zu werden, bekam sie ohne ärztliche Hilfe zwei Kinder, die nun 14 und 16 Jahre alt sind.

Auch anschließende Behandlungen für ein drittes Kind blieben ohne Erfolg. Schließlich ließ sie sich die nunmehr 18 Jahre alten Eizellen aus den ersten Behandlungen einsetzen und wurde zu ihrer großen Überraschung schwanger: „Und dann, im Alter von 40 Jahren, ist mir das Wunder passiert.“ Streng genommen sei Baby Schirel (Hebräisch für Lied Gottes), das am Samstag in Afula im Norden Israels zur Welt kam, ihre älteste Tochter: „Ich halte ein 18 Jahre altes Baby im Arm.“

Dann kann es ja auch gleich den Führerschein machen, oder? Ich bin gerade etwas verwirrt.

Riggs R, Mayer J, Dowling-Lacey D, Chi TF, Jones E, Oehninger S.
Does storage time influence postthaw survival and pregnancy outcome? An analysis of 11,768 cryopreserved human embryos.
Fertil Steril. 2010 Jan;93(1):109-15. Epub 2008 Nov 21.


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Kommentar

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7 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Aurifex schreibt

    Das macht mich irgendwie rührselig

  2. Elmar Breitbach
    Sonja schreibt

    Was es nicht alles gibt, schon verrückt irgendwie

  3. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Was mich zu dem Thea noch interessiert: Waren das alles eingefrorene PN-Stadien oder eingefrorene Wenigzeller? Oder bestand eine Mischung zwschem beiden, also solche und solche. Welche Unterschiede hinsichtlich der Geburtenrate pro Transfer gab es hier und wie hoch war selbige bei beiden Varianten?

  4. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Da es eine amerikanische Studie war, gehe ich davon aus, dass es vornehmlich Embryonen waren, die eingefroren wurden. Genaue Angaben darüber habe ich nicht

  5. Elmar Breitbach
    chesire schreibt

    Immer wenn ich das lese frage ich mich, ob das nicht Konsequenzen fuer das Erbrecht haben muss. 🙂

  6. Elmar Breitbach
    Dana schreibt

    Ich habe auch gerade den Zwilling von meinem Mini abgeholt und er hat sich eingenistet 😉 toll, was es alles gibt heutzutage

  7. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Dana: Auch verrückt… 😉