Antikörper gegen Embryo als Ursache gehäufter Fehlgeburten


Ärzte des Klinikum der Universität München Großhadern veröffentlichten kürzlich eine Arbeit, in der eine neue Ursache für wiederholte Fehlgeburten beschrieben wurde.

Mithilfe spezieller Zellkulturen und Antigenen (Oberflächeneigenschaften von Zellen) davon gelang es, bei Frauen mit Fehlgeburten in der Vorgeschichte Antikörper gegen Zellen des Mutterkuchens nachzuweisen. Die Antikörper waren bei 17% der Frauen vorhanden die bereits zwei Fehlgeburten hatten und stieg auf das Doppelte bei 3 oder mehr vorzeitig beendeten Schwangerschaften in der Vorgeschichte.

Dr. Nina Rogenhofer, Funktionsoberärztin am Hormon- und Kinderwunschzentrum in Großhadern und Erstautorin dieses Artikels sagt: „Wir glauben, dass durch diese Antikörper das für die Schwangerschaft unerlässliche Mutterkuchen-Gewebe quasi als ´Fremdkörper´ abgestoßen wird, wodurch die Schwangerschaft dann keine Chance hat sich weiter zu entwickeln.“ Tatsächlich ist der Mutterkuchen für den Transport von Nährstoffen und von Sauerstoff zum Kind unerlässlich, so Rogenhofer, die in Großhadern eine Spezialsprechstunde für Frauen mit gehäuften Fehlgeburten leitet.

Offenbar könnte bei Vorliegen solcher Antikörper eine Therapie mit Immunglobulinen hilfreich sein.

Via innovations-report.de

Rogenhofer N, Ochsenkühn R, von Schönfeldt V, Assef RB, Thaler CJ
Antitrophoblast antibodies are associated with recurrent miscarriages.
Fertil Steril. 2011 Dec 7. [Epub ahead of print]


Noch Fragen?

Dann haben Sie in unserem Kinderwunschforum die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder Fragen an unsere Experten zu richten. Und hier finden Sie die Übersicht über zahlreiche andere Foren von wunschkinder.net.
Die am häufigsten gestellten Fragen haben wir nach Themen geordnet in unseren FAQ gesammelt.
Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

14 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    grueneGurke schreibt

    Wussten wir das nicht schon?
    AKA Das Buch von Dr. Alan E. Beer.

    Schoen, dass mal Studien gemacht werden, um das nachzuweisen, was er seit Jahren? praktiziert!?

  2. Elmar Breitbach
    manulein schreibt

    Muss dazu nur Blut abgenommen werden oder wie untersucht man ob man diese Antikörper hat ? Warscheinlich sind mit Immunglobulinen Octagam,Nanogam,Privigen gemeint die helfen sollen, oder ? Na dann bin ich bestimmt wieder raus bei der Nummer…hab ich schon 2 mal erfolglos bekommen. Hatte schon gehofft vieleicht den Grund für die 6 Fehlgeburten gefunden zu haben.

  3. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    dumme frage voran: gilt selbiges auch für einnistungsstörungen???

    und ja, Doc Beer war der, der es publizierte, leider nur auf englisch, weshalb wir es im forums-WIKI auch zusammengefasst haben für alle user hier. vor ähm… 8 jahren??

    ohne Doc Beer wäre ich nie erfolgreich gewesen, ok, ohne leukonorm, um ganz genau zu sein 😉

  4. Elmar Breitbach
    SarahZ schreibt

    Richtig,das ist ja nun nichts wirklich neues.
    Aber gut,Studien schaden bekanntlich nie..

  5. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ gruenegurke + SarahZ: Die gleichen Antikörper, die hier beschrieben werden, hat Alan Beer auch beschrieben? "Anti-JEG-3 reactivities were measured by using flow cytometry". Das bezweifle ich.

    @ greta: das ist ja ohnehin immer die Arbeitshypothese, dass Gründe, die zu wiederholten Fehlgeburten führen auch Einnistungsstörungen bedingen. Wobei der Beweis in vielen Fällen fehlt.

  6. Elmar Breitbach
    manulein schreibt

    Kann denn nur diese Praxis mit Dr.Rogenhofer auf die AK untersuchen oder auch andere ? Man kann leider sein Blut nicht einfach dorthin schicken sondern muss selber hin, ist ein bissl arg weit weg, da wäre es schon gut wenn man es woanders auch testen lassen könnte.

  7. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    manulein, es gibt foristi hier, die sind dafür extra zu dr. beer nach GB gereist… manchmal muss der berg zum propheten kommen…. leider…

  8. Elmar Breitbach
    Tonihase schreibt

    hmm…dann scheine ich ja auch so ein Fall gewesen zu sein. Oder trifft das nicht zu wenn man schon ein Kind hat? Danach hatten wir 3 FG und es hat jetzt mit Intralipid, ASS und Heparin doch noch geklappt und unsere Maus ist heute genau 6 MOnate alt und putzmunter, ich bin dem WIKI und Greta und auch andiadm sehr dankbar, dass sie mich auf die immunologische Problematik hingewiesen haben, denn alle Ärzte, bei denen ich war, meinten, ich wär gesund bis auf das "bisschen" APS. Nur mit Blutverdünnern wollten wir aber nicht noch mal versuchen und da IVIG bei spontan-Bastelei einfach zu teuer sind, sind wir auf IL ausgewichen. Mit Erfolg, meine Cardiolipin-AK sind in dieser SS überhaupt nicht angestiegen obwohl sie bei den vorherigen FG immer deutlich positiv waren. Schön, wenn doch endlich auch mal Studien zu wiederholten FG gemacht werden – dieser Bereich des Kinderwunsches wurde doch sehr stiefmütterlich behandelt. Besonders wenn man schon ein Kind hatte, hieß es oft, es geht doch, das wird schon bei ihnen. *gr*

  9. Elmar Breitbach
    manulein schreibt

    wenn es aber die normalen IVIGs sind die dann gegeben werden lohnt sich die fahrt eigentlich nicht für mich, klar habe ich es dann evtl. schwarz auf weiss das ich die AK vieleicht habe.
    Behandelt wurde ich in 2 Schwangerschaften jedoch schon mit IVIGs, bei der letzten kam Intralipid schon im Vorzyklus zur ICSI hinzu, leider erfolglos.
    Wir sind ja auch schon quer durch Deutschland gedüst um Untersuchungen durchführen zu lassen das würde mich nicht abschrecken aber es sollte sich schon lohnen.

  10. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    in dem zusammenhang auch mal das:

    http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/48768

    scheint weiter verbreitet zu sein als man gedacht hätte.

    ich freue mich immer, wenn ich über forschung in dieser richtung lese. fehlgeburten werden im klinischen alltag ja fast immer noch als "schicksalshaft" abgetan und man sieht sich zur genaueren ursachenforschung erst nach serie genötigt. das ist frauenfeindlich (und so etwas sage ich wirklich nicht oft!).

  11. Elmar Breitbach
    grueneGurke schreibt

    Muesste ich nachlesen, welche Beer beschrieben hat.

    PS: Kam unsere Hibbelhuehner-Buch bei Ihnen an?

  12. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @grueneGurke: Ja, das Buch ist angekommen und auch gelesen worden (zumindest in großen Auszügen) Herzlichen Dank 😉

  13. Elmar Breitbach
    Lina+3 schreibt

    Bei mir räumten die Ärzte nach 7 FG ja auch ein, dass da wohl etwas mit dem Immunsystem nicht stimmt. Vorher hatten sie immer gemeint, wenn ich ein gesundes kind mit dem gleichen Mann hätte, gäbe es da kein problem. Dank ASS, Heparin UND Leukonorm blieb ich dann auch dauerhaft schwanger. Und ich bin heilfroh, dass meine Kiwu-Praxis sich schon vor 8 Jahren auf diese teuere Behandlung einließ.

  14. Elmar Breitbach
    Martina schreibt

    Guten Morgen zusammen

    Bei einer frühzeitigen Einnahme von DHA sinkt das Risiko einer Frühgeburt. Docosahexaensäure ist eine mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäure, die der Körper nicht selbr herstellen kann, aber lebensnotwenig ist. Sie ist enthalten in fetten Seefischen, die aber sehr oft mit schadstoffen angereichert sind. Die Alternative dazu sind Fischölpräparate.

    Gruß
    Martina