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Schwangerschaftsverlauf nach IVF bei Endometriose

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Die Endometriose ist ein häufiger Grund, um eine künstliche Befruchtung durchzuführen. Oft sind Verklebungen der Eileiter die Folge oder auch immunologische Faktoren im Bauchraum können die natürliche Befruchtung behindern, so dass die Befruchtung in der Petrischale angewendet wird, wenn einfachere Methoden nicht zur Schwangerschaft führten.

Kompliziertere Schwangerschaftsverläufe?

Wenn es komplizierter ist, schwanger zu werden, dann liegt der Gedanke nahe, die Schwangerschaft selbst könnte auch komplikationsträchtiger sein, wenn eine Endometriose vorliegt oder -lag. Eine aktuelle Untersuchung – basierend auf der Auswertung mehrer Studien (=Metanalyse) – kann diese Frage zumindest für Einlingsschwangerschaften nach IVF beantworten. Und die kurze Antwort ist: Es gibt kein erhöhtes Schwangerschaftsrisiko bei Endometriose-Patientinnen.

Nun die lange Antwort. Eine italienische Arbeitsgruppe untersuchte die Schwangerschaftsverläufe in bereits vorhandenen Studien zu diesem Thema bei Frauen mit Endometriose, die sich einer IVF unterzogen hatten und eine über die 12. Schwangerschaftswoche hinausgehende Einlingsschwangerschaft erzielen konnten. Verglichen wurden diese Fälle mit Frauen, die keinen Hinweis auf eine Endometriose hatten. Einschränkend ist zu sagen, dass nicht alle Frauen eine Laparoskopie unterzogen wurden, weshalb weder das Vorhandensein noch das Nichtvorhandensein der Endometriose in allen Fällen sicher war. Jeweils 239 Frauen wurden diesen beiden Gruppen zugeordnet.

Waermflasche
Die Wärmflasche ist bei Endometriose oft hilfreich, denn UNterbauchschmerzen sind ein häufiges Symptom

Keine Unterschiede

Die Zahl der Frühgeburten war mit 14% in beiden Gruppen gleich hoch, ebenso das Auftreten von Ereignissen wie Diabetes, Hochdruck und von der Norm abweichende Geburtsgewichte der Kinder. Lediglich eine Plazenta Prävia (= dem Muttermund vorliegender und diesen versperrender Mutterkuchen) war bei Frauen mit einer Endometriose häufiger (6% gegenüber 1%), ohne dass es dafür eine nachvollziehbare Erklärung gäbe.

Die Fallzahl ist nicht hoch genug für die Beantwortung weiterer interessanter Fragen. So z. B. ob das Ausmaß der Endometriose eine Rolle spielt oder andere mütterliche Faktoren. Aber ohne genau differenzieren zu können, ist es dennoch möglich, Frauen mit Endometriose bezüglich der möglichen Schwangerschaftsrisiken zu beruhigen, indem man ihnen mitteilt, dass sich die Risiken im Laufe einer Schwangerschaft durch die Endometriose nicht erhöhen.


Benaglia L, Candotti G, Papaleo E, Pagliardini L, Leonardi M, Reschini M, Quaranta L, Munaretto M, Viganò P, Candiani M, Vercellini P, Somigliana E
Pregnancy outcome in women with endometriosis achieving pregnancy with IVF.
Hum Reprod. 2016 Sep 24. [Epub ahead of print]
Foto von Rosmarie Voegtli


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