Eltern wollen das Geschlecht ihrer Kinder bestimmen


Zumindest weltweit ist dies der Wunsch vieler Paare mit Kinderwunsch, so berichtet „www.wissenschaft.de“ in einem aktuellen Artikel.

In den USA wird dies auch aktiv von Ärzten als „family balancing“ angeboten, wobei sich die Frage stellt, ob Familien mit 3 Söhnen in irgendeiner Form unbalanciert sind. Über ein Drittel der werdenden Eltern in den USA würden medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, um die offenbar wichtige familiäre Balance zu erreichen.

In vielen Ländern sind solche Verfahren erlaubt, in z. B. Großbritannien ist eine Zulassung solcher Methoden in naher Zukunft geplant, in Israel seit kurzem möglich. Die sichere Bestimmung des Geschlechts ist nur durch eine sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID) im Rahmen einer *ivf* möglich. Dabei werden dem heranwachsenden Embryo 3 Tage nach der Befruchtung im Reagenzglas zwei seiner 8 Zellen entnommen und genetisch untersucht. Findet man dabei eine XX-Chromosomen-Konstellation wird das Kind bei der Einnistung ein Mädchen, bei XY ein Junge.

In Großbritannien, Norwegen, Frankreich und Dänemark ist die Geschlechterwahl mithilfe der PID bisher nur zur Vermeidung einer schweren, geschlechtsbedingten Erbkrankheit erlaubt. So tritt beispielsweise die Muskeldystrophie oder die Hämophilie nur bei Jungen auf. Ist bereits ein Kind mit einer solchen Erkrankung in der Familie, dann dürfen die Eltern sich für eine künstliche Befruchtung entscheiden, bei der lediglich Mädchen in die Gebärmutter eingesetzt werden.

Darüber hinaus gibt es Verfahren zur Trennung der Spermien, die ein X-Chromosom enthalten von denen, die ein Y-Chromosom mit sich führen. Diese Verfahren sind jedoch nicht zuverlässig und wissenschaftlich bestenfalls problematisch.

In asiatischen Ländern besteht ein großer Bedarf nach vorgeburtlicher Bestimmung des Geschlechts, in China und Indien werden nach entsprechender Ultraschalldiagnostik weibliche Feten in großem Stil abgetrieben, was alleine in China zu einem Männerüberschuß von 20 Millionen geführt hat. In Deutschland ist der Bedarf gering. Eine Untersuchung der Universität Gießen konnte aufzeigen, dass nur wenige Deutsche auch bei einfachen Methoden eine Geschlechterwahl durchführen lassen würden.

Um herauszufinden, ob es lediglich die mit der Technologie verbundenen Kosten und Mühen sind, die sie von der Nutzung der Geschlechtswahl abhalten, wurde […] gefragt, ob sie von der neuen Technologie Gebrauch machen würden, wenn sie in jeder ärztlichen Praxis durchgeführt werden könnte und von der Krankenkasse bezahlt werden würde. Für 94 Prozent der Befragten wäre eine Geschlechtswahl auch unter diesen Umständen ausgeschlossen.

Selbst wenn es ein Medikament zur vorgeburtlichen Geschlechtswahl gäbe und Paare vor dem Geschlechtsverkehr lediglich eine “rosa Pille” einnehmen müssten, um ein Mädchen zu bekommen, oder eine “blaue Pille” für einen Jungen, würden nur acht Prozent davon Gebrauch machen wollen.

Mehr zu dieser Studie finden sie hier.


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2 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Klingon Lady schreibt

    Oha… Ist für mich absolut nicht nachvollziehbar. Mit welchen Erwartungen wird ein Kind seitens der Eltern wohl konfrontiert, wenn es nach Geschlecht ausgewählt wurde? Welche psychischen Konsequenzen ergeben sich für die andersgeschlechtlichen Geschwister, wenn sie erfahren, daß die Eltern diesmal aber unbedingt einen Sohn oder eine Tochter haben wollen?

    Und dann stelle ich mir gerade vor, was wohl passiert, wenn der ersehnte und vorselektierte Sohn dann hinterher z.B. homosexuell oder gar transsexuell ist… *fg* :oP

  2. Elmar Breitbach
    Andi schreibt

    Hallo : 0 )

    Ist egal welches Geschlecht ; 0)
    Hauptsache SIE ist gesund ; 0)

    lach : 0 )

    Ich bin auch für Frauenueberschuss…
    Mich würde eher interessieren wenn es um Fragen wie Haarfarbe , Übergewicht , IQ , Sterbealter was da wohl rauskaeme…
    Zum Glück bin ich schon Staub wenn die Fragen nach Designerbabies kommen…

    Ausserdem glaube ich nicht das nur so wenige ein bestimmtes Geschlecht bevorzugen.
    ….
    LG
    Andi