Mutter mit 55 *Gähn*

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Eine solche Nachricht lockt mittlerweile niemand mehr hinter dem Ofen hervor. Eine 55 jährige Frau bekam in einer Grazer Geburtsklinik Zwillinge. Damit ist sie eher eine der jüngeren Frauen, die sich in diesem Alter noch ihren Kinderwunsch erfüllt. Es ist erstaunlich, wie man sich an solche Nachrichten gewöhnt. Man nimmt es zur Kenntnis und das war es dann aber auch. Eine 66-jährige wie im letzten Jahr (übrigens auch in Graz entbunden) ist dann schon eher eine Schlagzeile wert. Aber nicht die Mutter nach Eizellspende um die 50.

Das musste auch die frischgebackene Mutter aus Österreich erfahren. Richtig interessant wurde die Geschichte nämlich erst, als sie ihre Story exklusiv an die Medien verkaufen wollte. Wiener Boulevardmedien berichteten von bis zu 50.000 Euro, die sie für exklusive Homestorys samt Babyfotos hätten auslegen müssen. Da die Story nicht ausreichend interessant war, verzichtete der Pressepöbel und machte seiner Enttäuschung Luft, indem er über die Geldgier der späten Mutter berichtete und sie so der Öffentlichkeit zum Fraß vorwarf. Sehr schön zu sehen an den Lesereinträgen des entsprechenden Artikels in der Kleinen Zeitung.

Brisant: Sie wollte ihre Story den Medien teuer verkaufen – und hat damit erneut eine Debatte um späte Mütter losgetreten.

Schon spannend. Hätte sie ihre Homestory für lau gemacht, dann wäre die Eizellspende als nebensächliches Detail untergegangen, so dient der Hinweis darauf als Waffe zur Diskreditierung der „geldgierigen“ Mutter.


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Kommentar

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14 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    tintenklecks schreibt

    Da dachte sie sich wohl, dass sie die Kosten für die reproduktionsmedizinischen Verfahren auf ganz einfache Weise wieder reinbekommt. Traurig für die Kinder!

  2. Elmar Breitbach
    Schneepfote schreibt

    Tja, Pech fuer die Frau.
    Was daran traurig fuer die Kinder sein soll ist mir unklar.
    Eine Story ueber ein Thema das der betroffenen Frau aus offensichtlichen Gruenden wichtig ist, ist doch vertretbar. Und dass sie Geld dafuer haben will…..umso besser fuer sie. Vielleicht bekommen ihre Kinder ja wirtschaftliches Denken von ihr mit. Man kann Geld auch wertschaetzen und deshalb trotzdem kein moralisch schlechter Mensch sein.

  3. Elmar Breitbach
    Maggie1978 schreibt

    Sehe das genauso wie Schneepfote.

    *sign*

  4. Elmar Breitbach
    Mariella schreibt

    Anzugreifen ist der "Pressepöbel", denn dessen Rechnung ging nicht auf: Honorar in Höhe von 10% an die betreffende Mutter zahlen, selbst millionenfache Einnahmen für die Auflage kassieren … Daß sie eine Vorstellung hat, was ihre Geschichte wert ist, ist völlig ok. Daß die Presse daraus den Reibach machen will, ist es nicht. Wer so selbstbewußt auftritt, noch dazu als Frau, oh … da zünden wir doch schnell mal ein virtuelles Scheiterhäufchen an, ist ja auch erst ein paar Jahrhunderte her …

  5. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @Mariella: Schön formuliert, auch das mit dem Scheiterhäufchen. Genau so sehe ich das auch

  6. Elmar Breitbach
    tintenklecks schreibt

    Versteht mich nicht falsch, aber ich wäre in der Position der Mutter einfach vorsichtig, eine derartige Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben mit zwei Menschen, die nicht nach ihrem Einverständnis gefragt werden können, auch wenn das Alter der Mutter gar keine anderen Schlüsse zuläßt. Selbst wenn sie nur die Absicherung ihrer Töchter zum Ziel hätte…

  7. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Ich weiß nicht, wie diese Mutter hier es angestellt hat – hat sie die Presse quasi "alarmiert", oder hat sie auf deren Anfragen nur reagiert? Ersteres fände ich irgendwie billig. Letzteres würde ich wie Mariella betrachten.

    Ansonsten, zum Thema an sich: Eine unserer früheren Nachbarinnen ist in den 70er Jahren auf "normale" Art im Alter von 50 Jahren schwanger geworden. Im Haus hat das damals eigentlich nur für erstauntes Schmunzeln gesorgt, aber schon als der Junge dann später in die Schule kam, hat kein Mensch mehr großartig darüber nachgedacht.

  8. Elmar Breitbach
    tintenklecks schreibt

    Hm, ich hatte es (fälschlicherweise) schon so verstanden, dass sie von sich aus Kontakt zur Presse gesucht hat. Naja, wurde ja auch ordentlich abgestraft ;-).

  9. Elmar Breitbach
    nina schreibt

    Egal wie man es dreht und wendet, ich finde es nicht gut, wenn aus solchen Geschichten Geld heraus geschlagen wird. Nicht von der einen Seite und auch nicht von der anderen Seite. Mami zu werden mit über 50 Jahren finde ich persönlich nicht so toll, da das Kind wahrscheinlich nie in den Genuss kommen wird seine Mami richtig kennenzulernen. Meine Mutter ist mit 50 schon gestorben, nicht auszudenken wenn sie dann noch ein kleines Kind hinterlassen hätte.

  10. Elmar Breitbach
    RockyRaccoon schreibt

    Hallo,
    sehe das ähnlich wie Schneepfote. Und als Kaufmann kann ich sagen, das sowas immer eine Sache ist, bei der sich zwei Vorstellungen in der Mitte bei einer für beide Seiten akzeptablen Summe treffen (sollten). Das scheint hier nicht der Fall gewesen zu sein. Und das hat dann den Zickenalarm ausgelöst. Schlechter Stil der Presse, keine Frage.

    Man sollte halt immer wissen, mit wem man Geschäfte macht…

    Schönen Nikolaustag
    RockyRaccoon

  11. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    @Nina: Meine erste Mutter starb mit 42 an Krebs, da war ich gerade mal 13. Was heißt das also schon. Es kann jeden jederzeit erwischen.

  12. Elmar Breitbach
    nina schreibt

    Natürlich kann es jeden und zu jeder Zeit erwischen, aber man muss es doch nicht herausfordern oder? Im Grunde muss das auch jeder für sich selbst bestimmen, aber wenn dann noch Geld aus der Geschichte geschlagen wird, finde ich, verdient diese Mutter solch ein Glück noch ein Baby zu bekommen gar nicht richtig.

  13. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Holla, langsam. Wenn die Presse sich davon einen Verdienst erhofft, steht wohl auch der Mutter ein Anteil zu, und ich finde es in dem Fall nicht weder verwerflich noch auch nur unmoralisch, wenn sie sich da nicht unterbuttern läßt. Ich an ihrer Stelle hätte das nicht anders gemacht und das Geld anschließend vermutlich für das Kind gut angelegt.

    Und wer welches Glück verdient hat, haben zum Glück selten andere Menschen zu entscheiden. Und gottseidank erst recht nicht anhand solch fragwürdiger Kriterien.

  14. Elmar Breitbach
    nina schreibt

    OK, ich glaube meine Meinung kommt nicht richtig an. Was ich eigentlich damit ausdrücken wollte ist, dass man mit Kindern keinen Provit machen sollte. Weder die Seite des Journalisten noch die Mutter. Wenn das Geld für einen guten Zweck hinterlegt wird, ist dem natürlich nichts entgegen zu sprechen. Ich hätte das Geld natürlich auch für meine Kinder angelegt. Das kam nicht richtig rüber 🙂