Eizellbank: Geht das?

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Samenbanken gibt es schon lange. Die Technik der Kryokonservierung ist bei Spermien recht einfach und schadet den Zellen nur wenig. Daraus ergibt sich eine problemlose Lagerung aus der die Proben termingerecht zum Eisprung der Empfängerin abgerufen werden können.

Auch bei bereits befruchteten Eizellen ist die Technik etabliert und funktioniert zuverlässig, wenngleich auch mit schlechteren Schwangerschaftsrate als bei einem „frischen“ Transfer im Punktionszyklus.

Sind die Eizellen jedoch noch nicht durch Spermien imprägniert, dann ist die Widerstandsfähigkeit offenbar herabgesetzt und das Überleben der Eizellen nicht gewährleistet. das führt dazu, dass bei einer Eizellspende meist frische Eizellen verwendet werden müssen. Das wieder setzt voraus, dass die Gebärmutterschleimhaut der Emfpängerin mit der Reifung der Eizellen synchronisiert werden müssen. da die Behandlung nur im ausland stattfinden kann, ist das ein logistisches Problem, zumal ja auch nicht immer eine passende Spenderin zur Verfügung steht.

Es wäre also extrem hilfreich, wenn man auch eingefrorene Eizellen vor der Befruchtung für eine Eizellespende einfrieren, lagern und bei Bedarf abrufen könnte. Wissenschaftler aus den USA haben dies versucht und die vorläufigen Ergebnisse (Vier behandelte Patientinnen) sind vielversprechend.

Die bahendelten vier Frauen waren 43, 43, 40, und 33 Jahre alt und hatten FSH-Spiegel von mehr als 25 IU/l befanden sich also in den (vorzeitigen) Wechseljahren. Die Eizellen wurden nach entsprechender Vorbehandlung der Empfängerin aufgetaut, mit Hilfe der ICSI-Methode befruchtet und nach 3 Tagen in die Gebärmutter der Empfängerin transferiert. Dabei wurden im Schnitt 2,75 Embryonen pro Transfer verwendet.

76% der Eizellen waren nach dem Auftauen noch vital und von diesen ließen sich 74% befruchten. Bei zwei Frauen trat eine Schwangerschaft ein (50% Schwangerschaftsrate, wobei dies natürlich aufgrund der kleinen Zahl nur von geringer Aussagekraft ist).

Die Autoren sind optimistisch in bezug auf diese Vorgehensweise und sehen eine weitere Verbreitung dieser Methode mit Etablierung von Eizellbanken voraus.

Akin JW, Bell KA, Thomas D, Boldt J
Initial experience with a donor egg bank.
Fertil Steril. 2007 Feb 1; [Epub ahead of print]


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Kommentar

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3 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Andra n.e schreibt

    Ich verstehe die Sachen ein bisschen anders auch:
    1. Sperma/Spermien wird/werden viel leichter gesammelt und ohne medizinische Probleme für den Spender. Ein Mann kann ja jeden Tag Sperma abgeben.
    Bei Frauen ist es so dass sie Hormone nehmen müßen und alles aus viele Sichten mühsam ist und die Zahl ist auch begrenzt (ÜS is ja nicht ein Ziel).
    Die Frage mit der Empfängerin ist für mich die einfachste, im Sinne dass sie eben Eizellen bekommt zur richtigen Zeit.
    Das große Problem ist bei Spenderinen. Wie viele Frauen sind bereit so viele Hormone zu nehmen und so?
    2. Eine Lösung würde ich sehen indem die Frau selber Eizellen konserviert für eine später Zeit.
    Nun weiß ich nicht wie das bis jetzt passiert ist (z.B bei Celine Dion). Waren es nur Embryos?
    3. Und ja, eine Embryobank würde viel leichter machbar, da bei jede KB ohenhin viele Embryos übrig bleiben und das Paar benützt nur selten mehrere davon.
    Und na ja:
    Warum eigentlich halten Spermien besser als Eizellen im Eis?

  2. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    In dem obigen Text steht nichts dazu, wieviele Versuche die Frauen jeweils unternommen haben ….

    Wenn es nur um den Synchronisationseffekt geht, wäre eigentlich das Einfrieren der Eizelle als Eizelle nicht nötig. Der gewünschte Erzeuger ist ja schon bekannt und daher könnte auch schon mal befruchtet und ggf. für ein paar Tage kryokonserviert werden.

    Interessanter ist das Einfrieren von Eizellen wirklich für die Aufbewahrung der eigenen Eizellen für später. Übrigens würde sich daraus in einigen Jahren ganz von selber eine Eizellbank bilden. Da würden dann all die nicht mehr gewünschten Eizellen drin sein, die gespendet werden könnten, ohne dass Spenderinnen extra zur Hergabe ihrer Eizellen gesucht werden müssen.

  3. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    Nein, es geht nicht um die Synchronisierung. Sondern es geht vor allem darum, dass der Therapieablauf unabhängig von von der Spenderin erfolgen kann.

    Gut, man kann natürlich die Spermien des Partners einfrieren, um dann die Spenderin zu punktieren und die dann befruchteten Einzellen einzufrieren.

    In den USA geht es vermutlich auch um die Erstellung eines "Katalogs", aus dem dann ohne Terminstress ausgewählt werden kann.