Eingefroren und nicht gebraucht


Je länger es die IVF und die Möglichkeit Embryonen einzufrieren gibt, desto stärker rückt das Problem in den Vordergrund, was mit Embryonen zu tun sei, die nicht mehr verwendet werden sollen. In allen Ländern, in denen die künstliche Befruchtung durchgeführt wird lagern tausende von Eizellen und Embryonen im flüssigen Stickstoff ohne, dass klar wäre, was man mit ihnen machen soll.

Die Paare, welche die Eizellen einer Kryokonservierung zugeführt haben fühlen sich alleine gelassen mit der Entscheidung, was sie mit ihren Eizellen tun sollen. In einer hier veröffentlichten Umfrage aus den USA gaben 73% der Paare an, dass sie die Embryonen in der Forschung verwenden lassen möchten.

In einer Befragung in Kinderwunschkliniken in den USA gaben ca. 2/3 von 1020 Paaren an, dass sie ihre Embryonen noch für den ursprünglich geplanten Zweck verwenden werden. Ähnlich wie in der oben erwähnten Studie stieß die Option, Embryonen an andere Paare weiterzugeben, auf wenig Zustimmung. 40% der Paare mit abgeschlossener Familienplanung stimmten jedoch einer Verwendung der Zellen für die Stammzellforschung zu, während es bei fortbestehendem Kinderwunsch nur 15% waren.

Das Problem ist leider, dass die Lagerfähigkeit der Eizellen schier unbegrenzt ist. Es ergibt sich damit also keine „natürliche Lösung“ für das Lagerungsproblem. Alle Möglichkeiten, die Aufbewahrung zu beenden, setzen also ein aktives Handeln voraus, zu dem sich viele Paare nicht in der Lage sehen. Nur 10% sahen ein Auftauen der Embryonen (fakultativ auch begleitet von einer Zeremonie) als befriedigende Lösung an. Und so kommt es dazu, dass die Patienten jahrelang die Lagerungskosten zahlen und den Kliniken so langsam der Platz ausgeht. Alleine in den USA werden 400.000 Embryonen gelagert und es kommen täglich neue dazu.

Weder aus Sicht der Patienten noch der Ärzte gibt es aktuell befriedigende Lösungen. Und diese sind auch nicht in Sicht. Denn die Reproduktionsmediziner (auch hierzulande) würden eine Embryonenspende als beste Lösung ansehen. Natürlich auch die Paare, die auf eine solche Spende angewiesen sind. Jedoch lehnen die Erzeuger der Embryonen dies – wie oben erwähnt – größtenteils ab und rechtliche Unklarheiten oder explizite Gesetze verhindern eine solche Option in vielen Ländern.

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Kommentar

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24 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Leya schreibt

    Puh, ein schwieriges Thema…bin evtl. auch eine Kandidatin für IVF oder ICSI, und habe mir da so noch keine Gedanken zu gemacht. Ich fände es toll, wenn die Embryos gespendet werden würden, für die Paare, die es nicht soweit schaffen…andererseits…weiss ich nicht ob ich mit dem Gedanken an "unser" Kind in einem anderen Bauch und einer anderen Familie leben könnte…ich würde denke ich ein Auftauen verbunden mit einer Abschiedszeremonie bevorzugen…Definitiv keine einfache Entscheidung..

  2. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    vorausschicken möchte ich ein paar persönliche befindlichkeiten:
    ich gehe mit mehr oder weniger großen schritten auf die 40 zu, nicht weiter schrecklich, aber die eizellqualität hinsichtlich der reproduktion ist dann doch eher bröselig.
    daher wäre ich froh, noch ein paar kryos für ein geschwisterkind für das bereits existierende kryokind zur verfügung zu haben.ist aber leider nicht so 🙁
    nochmals auf reproduktionserfolg zu hoffen und einen frischen versuch zu machen…hmmmm…es würde nicht bei einem versuch bleiben und die wahrscheinlichkeit da pleite und ohne geschwisterkind rauszukommen ist realistischerweise größer als die wahrscheinlichkeit erfolg zu haben.

    gerade im hinblick auf neueste forschungsergebnisse hinsichtlich der wechselwirkung von z.b. genetisch veränderter nahrungsmittel/futtermittel in der nahrungskette und auswirkungen auf nächste generationen (ausbleibender, schwächlicher nachwuchs, allergiehäufungen bei versuchstieren etc)…hätte ich ein geschwisterkind und darüber hinaus noch embryonen zur verfügung…ich würde sie gerne spenden, damit diese zusammenhänge besser verstanden und untersucht werden könnten.
    auch die möglichkeit zur spende sollte den paaren gegeben sein, die das gerne möchten…genauso wie die möglichkeit der embryoneneliminierung.

    meiner meinung nach sollte es da auch kaum gesetzliche regelungen geben, weil es für embryonen keine persönlichkeitsrechte gibt (geben sollte), also sollte es dem erzeugerwillen obliegen wie damit zu verfahren ist.
    würde die forschung so auf ein ausreichend grosses potential an embryonalem material zugreifen können, dann bestünde auch kein finanzieller anreiz mehr embryonen gezielt zu produzieren und zu ver-/kaufen.
    die derzeitigen gesetzte, die dazu regelungen vorhalten (stichtage, stichtagsverlängerungen etc) sind meines erachtens platt formuliert für die tonne.

  3. Elmar Breitbach
    raise schreibt

    Auf jeden Fall soll die Embryonenspende an ein Kinderwunschpaar erlaubt werden – für die, die sich diese Form der "Freigabe zur Adoption" für Ihre Embryonen wünschen.

    Weiterhin wäre eine Gesetzesänderung hilfreich, die eine Selektion am 5. Tag ermöglicht – viele Embryonen, die gar nicht bis zum 5. Tag leben können, lagern ja auch im Eis, weil man das am Tag 1 nach der Befruchtung schlecht einschätzen kann. Von unseren 13 befruchteten haben am 5. Tag noch genau 2 gelebt. Die haben wir dann zurück bekommen, und einer hat sich eingenistet – wir haben keine Kryos. In Deutschland – bei heutiger Gesetzeslage – hätten wir jetzt 10 Kryos – und schwanger wäre ich möglicherweise auch noch nicht, weil ich vielleicht genau 3 von denen zurückbekommen hätte, die eben nur ein paar Tage gelebt hätten.

    Wenn man auf diese Weise nur wenige Kryos produziert, fällt die Entscheidung auch leichter, sich die auch noch zurückgeben zu lassen, und man hat ein Gewissens- und Lagerungsproblem weniger.

  4. Elmar Breitbach
    Stolbist schreibt

    Wenn mein Kinderwunsch bereits erfühlt wäre und einige Kryos auf dem Eis wären, die den anderen Paaren geholfen hätten, ihren Kinderwunsch zu erfühlen, hätten wir mit meinem Mann unsere Kryos sicherlich gespendet. Also wir sind für die Lockerung der Gesetzgebung!

    Nach ein Paar negativen TESE-ICSIs werden wir selber auf HI-Spender angewiesen sein, und sind eingentlich froh, so eine Möglichkeit zu haben!

    Die Kryos für die Untersuchungen frei zu geben…hmmmmm…da bin ich nicht sicher, ob wir dafür zustimmen würden…

  5. Elmar Breitbach
    Chagak schreibt

    Das ist echt schwierig. Ich selbst kann mir nicht vorstellen, mich wohl damit zu fühlen, ein paar eingefrorene Embryonen auf Lager zu halten, ohne sie auch jemals einsetzen lassen zu wollen. Künstliche Befruchtung ist total in Ordnung, aber wie sollte ich mit meinem Gewissen vereinbaren, dass ich die "Eskimos" nur dann haben will, wenn es mit den gleich eingepflanzten nicht so gut lief.

    Also klappt es mit den sofort eingesetzten Embryonen, sind die eingefrorenen für den Abfall oder werden in der Forschung zerstückelt. Klappt es nicht, ruhen meine letzten Hoffnungen dann doch auf den eingefrorenen, die mir ja sonst egal gewesen wären. Sind es nun schon meine Kinder oder nicht?

    Ich verurteile aber niemanden, der da kein Problem mit hätte.

  6. Elmar Breitbach
    Tralala schreibt

    Wir sind genau in der Lage, das bald entscheiden zu müssen.

    Mein erstes Kind habe ich durch heterologe ICSI bekommen, nun bin ich durch Kryo mit Zwillingen schwanger in der 24. SSW. Unser Kinderwunsch ist damit abgeschlossen, und wenn die Zwillinge geboren werden, bin ich auch schon 38.

    Wir haben aber noch sechs Kryos – ein schlechter "Wurf" kann es nicht gewesen sein, obwohl ich bei der PU schon 36 war. Dennoch weiß ich nicht, ob ich die Kryos spenden würde, wenn es die Möglichkeit dazu gäbe, jedenfalls nicht anonym. Wenn ich das Paar kennelernen könnte und das Gefühl hätte, mein Kind (und es wäre ja auch mein Kind) wäre da gut aufgehoben, dann könnte ich es mir schon eher vorstellen.

    Die meisten Kinderwunschpaare haben sich viele Gedanken um ihre Familiengründung gemacht, und ich unterstelle einfach mal, dass sie im Schnitt bessere Eltern sind als der Durchschnitt der Normalreproduzierer. Trotzdem hätte ich Angst, dass mein Embryo, mein Kind in die falschen Hände kommt und dort unglücklich wäre. Deshalb würde ich gerne das Paar kennenlernen.

    Und was die Stammzellforschung angeht, so bin ich auch unschlüssig. Einerseits würde ich gerne dazu beitragen, dass die Forschung da vorangeht (zumindest wenn es sinnvolle Forschung ist), andererseits bleibt ein kleins bisschen Zweifel, ob die Embryonen nicht doch auch Schmerz empfinden können.

    Aber wenn ich sie "verwerfe", ist niemandem gedient…

    Ich weiß es einfach nicht. Weiter lagern und die Entscheidung verschieben, können wir uns mit dann drei Kindern nicht so wirklich leisten finanziell.

    Also habe ich vor zu entscheiden, wenn die Zwillinge heil das Licht der Welt erblicken. Da hab ich ja dann noch zwei bis vier Monate Zeit für.

  7. Elmar Breitbach
    KT schreibt

    Ich persönlich finde, dass man den Paaren durchaus die Möglichkeit der Embryonen-Spende bzw. Adoption gewähren sollte oder aber die Möglichkeit die Embryonen der Forschung zu spenden. Auch wenn dadurch vielleicht nur ein geringer Teil der Kryos weiterverwendet wird so wäre es immerhin ein Anfang und die Eltern würden dies mit einem guten Gefühl tun können.
    Ansonsten glaube ich das viele sich aus welchen Gründen auch immer nicht von den Kryos trennen können, was ich auch völlig in Ordnung finde, und sie daher wohl erst nach dem Tod des letzten Elternteils (automatisch) vernichtet werden.

  8. Elmar Breitbach
    wunschmama2 schreibt

    Wir haben unsere Kryos in Tschechien liegen, wo die Embryonenspende ja erlaubt ist. Also hoffen wir dass wir unsere restlichen Embryonen auch spenden können wenn unser Kinderwunsch abgeschlossen und noch Eisbärchen übrig sind. Für mich ist das die einzige Lösung bei der ich ein wirklich gutes Gefühl hätte.

    Allerdings weiß ich nicht so recht wie das dann in der Praxis läuft – die Empfänger von Embryonenspenden bezahlen ja auch einiges dafür und sie bekommen von der Klinik zugesichert dass sie Embryonen von sehr guter Qualität bekommen. Dieses Kriterium trifft sicher bei weitem nicht auf alle "Rest-Eisbärchen" zu, die da so lagern. Was also dann? Doch nur die Möglichkeit Forschung oder verwerfen? Dabei hätte ich gar kein gutes Gefühl, beides käme für mich einem "Mord" an unseren potenziellen Kindern gleich 🙁

  9. Elmar Breitbach
    Katrini schreibt

    Wir haben mit unserem ersten ICSI Versuch auch Zwillinge bekommen die nun 18 Monate alt sind.

    So langsam machen wir uns auch Gedanken wie es mit unseren acht Kryos weiter gehen soll.

    Ich kann mir eher vorstellen sie an Kinderlose Paare zu spenden als sie zu verwerfen.

    Aber noch ist unsere Familienplanung nicht ganz abgeschlossen 🙂

  10. Elmar Breitbach
    tintenklecks schreibt

    Ich halte es für sinnlos, die Embryoen zu verwerfen. Gleichzeitig behagt mir der Gedanke, die Embryonen fortzugeben, nicht. Aber das ist ja nicht entscheidend. Vermutlich könnte ich ganz gut damit leben, dass ich immer mal wieder an dieses Kind denke und mich verbunden fühle. Ich stelle dabei fest, dass sich diese Einstellung im Laufe der Zeit aber auch verändert hat.

    Zu wirklichen Eltern wird man nicht dadurch, ein Kind zu zeugen und auszutragen, sondern es wächst zuallererst im Herzen seiner sozialen Eltern. Und da hat es bei den "Adoptiveltern" sicher einen festen Platz.

    Solange ich die Gründe vor mir vertreten könnte, kann ich das auch vor dem genetischen Kind, das durch diese Weitergabe immerhin sein Leben erhalten hat.

  11. Elmar Breitbach
    mbali schreibt

    Das ist eine schwierige Entscheidung.
    Wahrscheinlich könnte ich mir am besten vorstellen, die Embryonen zu Forschungszwecken freizugeben. Hatte nach unserer ersten ICSI Kryos in Tschechien und habe diese nicht als ‚kinder‘ empfunden.
    Wenn sie allerdings einem anderen Paar gespendet werden und dann (mit Glück) zu Kindern werden würden, weiss ich nicht, wie ich damit umgehen könnte. Vielleicht nicht als vollkommen anonym, sondern mit regelmäßigen ‚Entwicklungsberichten‘?
    Schwierig…
    Uns wurde die Entscheidung abgenommen…unsere Kryos haben es nicht geschafft und dann kamen zwei Wunder und dann denke ich, ist die Familienplanung abgeschlossen.

    Generell sollte es aber erlaubt sein, seine Embryonen der Forschung oder anderen Paaren zu spenden.

  12. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ich verstehe micht, warum es ein Platz-Problem ist, diese Embryonen aufzubewahren. Solange der Kunde zahlt, ist doch in dieser Welt alles möglich.

    Ich bin ganz klar dafür, dass die Eltern entscheiden sollten, was mit ihren Embryonen passiert. Wenn sich dann ein Elternpaar findet, das entsprechend den Vorstellungen der Erzeuger das Kind austrägt und annimmt, ist doch alles bestens. Wahrscheinlich wird das nicht in jedem Fall klappen, aber doch sicher häufig. Und ich denke, wenn 15% der Paare ihre embryonen spenden wollen, ist vielleicht schon der Bedarf gedeckt.

    Ich wünsche mir grundsätzlich, dass Embryonen nicht gegen den Willen der Erzeuger verworfen, zur Adoption frei gegeben oder zur Forschung frei gegeben werden. In meinen Vorstellungen gibt es ein Embryonenadoptionsvermittlungsbüro, das die Vorstellungen der Spender und der Empfänger speichert und dort, wo es passt, vermittelt. Gern auch mit Kennenlernoption. Begleitet werden sollte das Ganze von Psychologen, die allen Beteiligten eine Stütze sind, Alternativen aufzeigen und vor Allem dem Mißbrauch vorbeugen.

  13. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Es gibt Platzprobleme. Vielleicht nicht jetzt, in 10 Jahren jedoch bestimmt. Mal abgesehen von dem organisatorischen Aufwand, der damit verbunden ist.

    Die Eizellen dürfen nicht gegen den Willen der Erzeuger verworfen werden. Übrigens schlimmstenfalls sogar dann nciht, wenn diese für die Lagerung nicht bezahlen. Wir haben da so einige Eizellen, deren Miete nicht mehr bezahlt wird, die wir aber nicht verwerfen können, da wir zum Teil noch nicht einmal wissen, wo die Erzeuger wohnen und ob sie überhaupt noch leben

  14. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Nun, solange die Paare zahlen, schafft das eben Arbeitsplätze!

    Das allerdings ist ein Problem – wenn nicht mehr gezahlt wird und man die Embryonen trotzdem aufheben muss. Ich habe bisher angenommen, dass in dem Fall dann eben verworfen wird. Nun wäre ich einerseits sogar dafür, dass Embryonen aufgehoben werden müssten, deren Erzeuger nicht das Geld haben, um die Lagerung (weiter) zu bezahlen. Fragt sich jedoch, WER das bezahlen soll! In diesem Fall müsste man, so denke ich, eine verträgliche Lösung finden. Wenn sich die Paare nicht melden, wird aufgetaut. Eventuell mit einem Kulanzzeitraum. Selbstverständlich werden die Paare bei Vertragsabschluss darüber belehrt.

  15. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    @Rebella – deine Vorstellungen gefallen mir im größten Teil.
    Zu deiner Frage "Wer das bezahlen soll?" Die Praxen haben ja genug Geld von so teure Behandlungen. Es geht um wenigstens 3000 Euro pro IVF, mehr für ICSI, dazu noch IUI’s und andere. Wenn ich denke was nur in einem Tag einkommt…!

    Dann: hoffentlich speichert man die Daten der Embryoerzeuger in eine Datenbank. Gerade diese die nicht mehr bezahlt und gewünscht werden, könnten ja gleich zur Adoption frei gegeben werden.
    Oder zur Wissenschaft.

  16. Elmar Breitbach
    Maria schreibt

    @Ich – Hast Du Dir mal überlegt, daß der personelle und apparative Aufwand in den KiWuPraxen auch was kostet? Und es kann auch nicht alles zum Selbstkostenpreis gemacht werden. Die Leute dort wollen/müssen auch davon leben. Auch KiWuPraxen können keine Sozialeinrichtung sein! Wenn es um die unbezahlte Lagerung einiger weniger Embryos ginge, wäre das sicher kein Problem. Aber es scheinen ja schon ein paar mehr zu sein. Und bei einer schlechter werdenden Wirtschaftslage werden die Nichtzaler sicherlich mehr werden.

  17. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @Ich: Ich sehe das eher so herum, dass die Praxen, wenn sie nun schon kostenlos Embryonen aufheben müssen, diese Kosten auf andere Leistungen abwälzen. Weil, finanzieren müssen sie sich ja nun mal. Bei den versicherte Patienten können sie sich das nicht holen, weil da der EBM gilt. Also holen sie es sich von den Selbstzahlern. Sprich: Die Behandlungskosten steigen noch mehr.

    "Kostenlos" hatte ich so verstanden, dass ich meinte, die Kassen sollten eine bestimmte Aufbewahrungszeit, evt. 2 – 3 Jahre, finanzieren. Damit keiner gezwungen ist, aufgrund finanzieller Engpässe seine Embryonen verwerfen zu lassen. Dass das nicht ins Unendliche gehen kann, ist klar.

  18. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @Rebella: Die 2-3 Jahre sind ja nie das Problem und auch der Zeitraum, wo sich die Frage nach der Weiterverwendung selten stellt (Zwilllinge im ersten Behandlungsversuch z. B.). Wir reden von der Situation, wo bei abgeschlossenem Kinderwunsch nach 5 oder mehr Jahren die Frage nach dem weiteren Vorgehen geklärt werden muss.

  19. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ja, das hatte ich schon verstanden. Dazu mein Vorschlag von gestern:

    Im Vertrag zur Kryokonservierung steht drin, dass die Embryonen verworfen werden, wenn sich das Paar z.B. bis zu 6 Monate nach dem Fälligwerden einer Rechnung für die weitere Lagerung nicht meldet und auch nicht den Betrag bezahlt. Und wenn das dann der Fall ist, wird verworfen.

  20. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    @Maria -ich möchte nicht über etwas diskutieren dass ich nicht kenne, bzw. die finanzielle Aspekte einer Kiwu Praxis und was die Leute dort verdienen.
    Du scheinst es ja besser zu wissen.
    Mir scheinen die Preise für so eine Behandlung einfach sehr hoch. Was die alles beinhalten weiß ich nicht.
    Auf jeden Fall glaube ich nicht dass es so schlimm um die Praxen und Angestellten dort ist.
    Ich würde aber dass alles gerne wissen um zu verstehen.
    Wie viele Kryos in eine Kiwu Praxis aufbewahrt müßen weiß ich auch nicht.
    Niemand hat gesagt die Kiwu Praxen sollen Sozialeinrichtungen sein, aber ein bisschen entgegenkommen könnten sie schon.
    Wenn du erwartest dass Hartz IV Menschen und andere mit niedrigere Löhne jetzt für die Leute in den Praxen (Ärzte usw.) Mitleid kriegen, dann liegst du ganz falsch.
    Ihr könnt mir nun alle Daumen nach unten clicken.

    @Rebella – Ja, ich denke auch dass man die Lagerung begerenzen muß und die Paare sich schon scneller entscheiden sollen was sie mit den Embryos tun wollen.

    Das Hauptproblem ist aber in DE noch immer das Gesetz das Embryoadoption nicht erlaubt.
    Wir reden hier also umsonst.

  21. Elmar Breitbach
    Eisbaer schreibt

    Hallo,

    wir haben 3 Kinder durch Embryospende (1 Tochter "aus" Spanien und 1 Zwillingspärchen "aus" Prag).

    Was das Procedere angeht: das empfangende Paar zahlt für die ärztliche Leistung beim Transfer (und wahrscheinlich auch einen Teil der Lagerungskosten). Wir bezahlen also nichts für die Embryos! Dies war uns ganz wichtig.

    Wir sind den Spendern unendlich dankbar. Ich glaube nicht, dass wir besonders gute Eltern sind – hoffe aber, dass wir "ganz normale" Eltern sind. Eins ist jedenfalls sicher: wir könnten unsere 3 nicht mehr lieben, wenn sie genetisch von uns abstammten.

    Ich kenne noch ein Elternpaar persönlich, dass 2 Kinder durch Embryospende hat. Auch sie sind ausgepsprochen liebevolle und glückliche Eltern.

    Unser Wunsch: Embryspende sollte auch in Deutschland möglich sein mit der Möglichkeit für die Kinder ihre genetischen Wurzeln kennenzulernen.

    Eisbär

  22. Elmar Breitbach
    Physiomaus schreibt

    Ich würde mich sehr freuen wenn die Embryonenspende in Deutschland erlaubt wäre. Hätten bei uns die ICSI Versuche geklappt und es wären noch Eisbärchen da, würden wir die auch spenden und nicht verwerfen.

  23. Elmar Breitbach
    Regina31 schreibt

    Ja eine ganz schwierige Sache.
    Auch bei uns ist der KiWu eigentlich abgeschlossen.
    Ich bin 33 und mein Mann 41, aber
    wer sagt uns, dass wir nicht in ein
    paar Jahren einen Nachzügler
    wünschen?
    Mein Mann hat vor der Chemotherapie
    Spermien einfrieren lassen und daraus haben wir dann mit meinen Eizellen Kryos gemacht.
    Verwerfen wir sein Sperma, ist es
    uns leider nicht mehr möglich Kinder zu bekommen………….
    das ist mir zu endgültig, also aufbewahren, bis ich nicht mehr in
    der Lage bin (also in der Menopause) Kinder zu bekommen und dann verwerfen. Evtl. mit Zeremonie.

  24. Elmar Breitbach
    Miu schreibt

    Ganz klar sollte hier eine simple, sinnvolle, generelle Regelung geschaffen werden, !bevor! das Material auf Eis gelegt wird!

    Zum Beispiel das nach 40 Jahren die Zellen ins Eigentum der Klinik wo sie eingelagert sind übergehen (mit sämtlichen Rechten) außer die Erzeuger überlegen sich zuvor die Zellen selbst zu nutzen, zu spenden oder zu vernichten.