Eileiterschwangerschaft und Kinderwunschbehandlung


EileiterschwangerschaftDie Eileiterschwangerschaft ist eine Komplikation, welche nach einer Kinderwunschbehandlung häufiger auftritt als bei natürlich entstandenen Schwangerschaften. Die Frage ist, ob dies daran liegt, dass die Behandlung als solche zu einem vermehrten Auftreten von Eileiterschwangerschaften führt oder ob es an den Patienten liegt, die generell ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter haben.

Eine Studie aus den USA untersuchte zur Klärung dieser Fragestellung den Ausgang von 94,118 in den Jahren 1999 bis 2001 durchgeführten und in einem zentralen Register erfassten Schwangerschaften. 2.009 der dort erfassten Schwangerschaften (2.1%) nisteten sich im Eileiter ein. Nach einer Konzeption auf normalem Wege liegt diese Rate mit 2,0% nur unwesentlich niedriger.

Soweit beruhigend. Bei welchen Methoden waren das Risiko am höchsten?

  • 2,2% bei einer *ivf* mit Transfer in die Gebärmuter
  • 3,6% bei Transfer von Embryonen in den Eileiter (ZIFT)
  • 1,4% bei Transfer von Spender-Eizellen

Risiken bei unterschiedlichen Patientinnen

  • Bei vorbestehenden Eileiterschäden war die Rate doppelt so hoch wie normal
  • Endometriose steigerte das Risiko für eine Bauchhöhlenschwangerschaft um den Faktor 1,3
  • Niedriger war das Risiko (Faktor 0,6), wenn die Frau bereits ein Kind geboren hatte
  • Und wenn 2 oder weniger Embryonen zurückgegeben wurden (Faktor 0,7)

Alter, Fehlgeburten in der Vorgeschichte und andere Arten die Kinderwunschbehandlung hatten keinen Einfluss auf das Auftreten der ektopen Schwangerschaften.

Wenn man weiß, dass der Embryo sich nicht sofort einnnistet, sondern sich in der Gebärmutter bewegen kann, dann führt dies nachvollziehbar auch zu Abwanderungen der Embryonen in die Eileiter. Sind die Eileiter intakt, dann erfolgt der umgehende „Rücktransport“ in die Gebärmutter. Bei geschädigten Eileitern ist dies oft nicht möglich und daher ist das Risiko bei einer Vorschädigung der Eileiter größer. Ähnliche Mechanismen kommen wahrscheinlich auch bei der Endometriose zum Tragen, wenngleich hier auch diskutiert wird, ob die Motilität der Eileiter nicht generell durch die Endometriose negativ beeinflusst wird.

Diese Mechanismen sind eigentlich leicht herleitbar. Interessant und für mich neu war der Zusammenhang zwischen der Zahl transferierter Embryonen und dem Schwangerschaftsverlauf.

Clayton HB, Schieve LA, Peterson HB, Jamieson DJ, Reynolds MA, Wright VC
Ectopic Pregnancy Risk With Assisted Reproductive Technology Procedures.
Obstet Gynecol. 2006 Mar;107(3):595-604.


Noch Fragen?

Dann haben Sie in unserem Kinderwunschforum die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder Fragen an unsere Experten zu richten. Und hier finden Sie die Übersicht über zahlreiche andere Foren von wunschkinder.net.
Die am häufigsten gestellten Fragen haben wir nach Themen geordnet in unseren FAQ gesammelt.
Das könnte Sie auch interessieren

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

3 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    stephanie schreibt

    Was ich mich frage in bezug auf die Eileiterschwangerschaft ist. Der Arzt der meine letzte OP gemacht hat wegen endo sagte zu mir das beide verschlossen sind und zwar so das man nichts mahr machen kann, und es besser ist sie sie zu entfernen um eben das Risiko der Eileiterschwangerschaft zu umgehen.

    Mei Gyn sagte aber zu mir wenn die Eileiter verschlossen sind dann kann sich da nix ein nisten weil das Ei da ja gar nicht rein kommt, hmmmm was stimmt denn nun????

    Denn auch wenn in der OP festgestellt wurde das sie verschlossen ist kann doch nicht mit genauig keit gesagt werden ob da nicht doch noch platz ist wo ein Ei durch schlüpfen kann. Und wenn ich mich richtig informiert habe und die Eileiter entfernt wurden dann kann sich trotzden an den ende zu Eierstock ein Ei hin verirren??? Oder hab ich das alles falsch verstanden???

  2. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    Nein, Sie haben da nichts falsch verstanden, leider sind alle Ihre Befürchtungen berechtigt. Das Risiko einer Eileiterschwangerschaft ist natürlich bei durchgängigen, aber geschädigten Eileitern erhöht, wenn die Schwangerschaft auf normalem Wege eintritt.

  3. Elmar Breitbach
    stephanie schreibt

    Na das sind ja tolle aussichten, egal für welche Behandlung ich mich entscheide *gr*entweder ich gewinne oder ich verliere. Na ja ich will mal nicht zu schwartz malen und sage mir dieses mal stehe ich auf der Gewinnerseite ;). Ich werde mich aber für die entfernung entscheiden, denn Probleme bereiten mir meine Eileiter durch dei Endo schon lange.

    Wie immer vielen Dank für Ihre kompetente und schnelle Antwort

    Liebe Grüße Stephanie