Die bekanntesten Fälschungen in der Wissenschaft


Es gibt einige Forschungsergebnisse, welche auch weiterhin in der Öffentlichkeit als richtig wahrgenommen werden, obwohl sie nachweislich falsch oder gefälscht sind. Für unser Thema sind auch zwei davon relevant und sicherlich dem einen oder anderen bekannt:

Hier die Liste der „bedeutensten“ wissenschaftlichen Fälschungen, die weiterhin ihre Anhänger haben (übernommen vom Wissenschaften-Blog):

  • 1998 erschien eine Studie im „Lancet“, welche einen Zusamenhang zwischen Masern-Impfungen und Autismus bei Kindern herstellte. Die Mehrheit der beteiligten Autoren zog die Studie später wieder zurück, da herausgefunden wurde, dass der Hauptautor von Anwälten betroffener Eltern bezahlt wurde. In späteren Studien konnte kein Zusammenhang zwischen Impfungen gegen Masern und Autismus hergestellt werden. Das Thema wird jedoch weiterhin kontrovers diskutiert, trotz erwiesene Fälschung.
  • 2002 erschien ein Artikel in „Science“, in dem über parkinson-ähnliche Gehirnschäden durch die Droge Ecstasy berichtet wurde. In einem Tierversuch stellten die Forscher diese Gehirnschäden bei Affen fest, nachdem diesen die Droge hochdosiert injiziert wurde. Später wurden die Ergebnisse zurückgezogen, nachdem die Forscher feststellten, dass die injizierte Droge verwechselt wurde und den Tieren versehentlich Amphetamine statt Ecstasy verabreicht wurde.
  • 2001 wurde ein Artikel in „Nature“ veröffentlicht, in dem über eine Kontamination von Wild-Mais durch genetisch veränderten Mais in mexikanischen Anbaugebieten berichtet wurde. Die Editoren des Journals fanden bei späterer Nachbetrachtung der Ergebnisse so viele Ungereimtheiten in der Studie, dass in Frage gestellt wurde, ob genetisch veränderter Mais überhaupt gefunden wurde.
  • 1999 wurde festgestellt, dass die Ergebnisse einer Studie aus dem California’s Lawrence Berkeley Laboratory gefälscht waren, in denen ein direkter Zusammenhang zwischen Stromleitungen und Krebserkrankungen hergestellt wurde.
  • Mehrere Millionen Bücher verkaufte der Reproduktionsmediziner Landrum Shettles von der Colombia University in New York. Unter dem Titel „How to Choose the Sex of Your Baby“ vermittelte der Arzt Anweisungen, mit denen durch bestimmte sexuelle Praktiken und Timing das Geschlecht des entstehenden Kindes bestimmt werden kann. Spätere Untersuchungen konnten die Effektivität dieser Methoden nicht belegen, oder vielmehr konnten deren Zuverlässigkeit widerlegen. Trotzdem sind die dort beschriebenen Techniken weiterhin Bestandteil vieler Ratgeber und auch Thema in unseren Foren.
  • Am spektakulärsten waren die Fälschungen des koreanischen Stammzellforschers Hwang Woo-suk, der vorgab, menschliche Zellen geklont zu haben, um diese dann für die Behandlung einer Vielzahl von Erkrankunge einzusetzen. Seine Ergebnisse (im renommierten „Nature“) veröffentlicht, stellten sich al komplett gefälscht heraus.
  • [Neu 2008:] Die Ergebnisse der REFLEX-Studie basieren nachweislich auf gefälschten Ergebnissen. Dennoch hält dies die Verfechter der „Handystrahlen“-Fraktion nicht davon ab, weiter auf die Krebsgefahren durch Mobilfunk hinzuweisen. Mehr dazu hier

Diese Liste lässt sich leider endlos fortsetzen und wird genährt durch den Druck auf Forscher, Publikationen zu produzieren (statt zu forschen), dem Ehrgeiz in Verbindung mit Faulheit der Forscher und der Bias, die entsteht, wenn Ideologien und Wissenschaft vermischt werden. Und dann gibt es natürlich auch noch die kriminellen Wissenschaftler, die bezahlte Ergebnisse liefern.

Da freut man sich über Studien, die simpel und unterhaltsam sind. Und wo es dann auch nicht so dramatisch wäre, wenn sie auch Fälschungen wären, wie z. B. die hochsympathische Teelöffelstudie.


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Kommentar

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6 Kommentare
  1. […] Hier noch eine Liste der bekanntesten Fälschungen in der Wissenschaft Stichwörter: Aufreger, Elektrosmog, Erbgut, Handy, idiopathische Sterilität, Insemination, IVF, […]

  2. Elmar Breitbach
    Fischgrete schreibt

    Der Fall von 2002 mit der extasy-Studie scheint aber kein Fall von Fälschung zu sein, sondern von schlampiger Arbeit, oder?
    Sowas darf zwar nicht passieren, tut es aber immer wieder. Immerhin habe die Autoren selbst die Ergebnisse zurückgezogen, sodass man keine bösen Willen unterstellen kann, oder?
    viele Grüße, Fischgrete

  3. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    meines Wissens hat es jedoch mehr als zwei Jahre gedauert, bis dies dann auch deer Öffentlichkeit mitgeteilt wurde

  4. Elmar Breitbach
    Regina schreibt

    Hallo allerseits. Bin eher zufällig auf der Kinderwunschseite gelandet und hatte nach einem oberflächlichen Blick auf den Themenkatalog mit esoterischem Hokuspokus gerechnet. Dieser Artikel hat mich eines Besseren belehrt. Ich werde die Seite in meine Lesezeichen aufnehmen. Herzlichen Dank Elmar!

  5. Elmar Breitbach
    bärliner schreibt

    Danke für den Überblick. Was den meisten dieser Arbeiten auf den ersten Blick gemein ist, ist, dass sie sich ganz wunderbar als Munition in einer Sammelklage gegen sehr reiche Unternehmen nach US-Recht eignen würden oder aber den Anbietern obskurer Therapien und Schutzprodukte als Angstmacher dienen können. Ein Schelm, der böses dabei denkt.

  6. Elmar Breitbach
    Cupcakelove schreibt

    Ja, das kann ich bestätigen:

    Mein SOHN wurde FÜNF TAGE VOR Eisprung gezeugt (ich hätte niiiie damit gerechnet, dass es überhaupt geklappt hat).

    LG Cupcakelove