Das Zika-Virus macht unfruchtbar


Moskito Zika-Virus

Das Zika-Virus führt zu Fehlbildungen ungeborener Kinder, aber offenbar hat es noch andere Folgen: Es kann die Hodenfunktion beeinträchtigen. Zumindest bei Mäusen sinkt die Spermien- und Testosterinproduktion, oft schrumpfen auch die Hoden und verlieren an Volumen. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature.

Zika-Virus und Kinderwunsch

Das durch Mückenstiche übertragene Zika-Virus kann bei ungeborenen Kindern schwere geistige Behinderungen durch Störung der Gehirnentwicklung verursachen, wenn die werdende Mutter infiziert ist. Für Paare mit Kinderwunsch ist dies hierzulande eher kein Problem, da die übertragenden Mückenarten bei uns nicht vorkommen. Bei geplanten Auslandsreisen in gefährdete Gebiete sollte man dieses Problem jedoch berücksichtigen. Zumindest eine Kinderwunschbehandlung mit künstlicher Befruchtung sollte man in den folgenden 6 Monaten nicht durchzuführen. Kam es zu Symptomen und somit zu begründetem Krankheitsverdacht, sollte das Paar in jedem Fall für 6 Monate eine Schwangerschaft vermeiden.

Löst die Natur das Problem von alleine?

Auch durch Geschlechtsverkehr kann eine Infektion übertragen werden.  Es wäre daher durchaus wünschenswert, wenn in solchen Fällen eine Schwangerschaft nicht eintreten würde. Und offenbar scheint die Natur dieses Problem in der Tat auf diese Art zu lösen: Die Fruchtbarkeit infizierter Männer kann beeinträchtigt sein. Zumindest im Tierexperiment mit Mäusen zeigte sich ein ausgeprägt negativer Einfluss des Zika-Virus auf die Hodenfunktion: Binnen weniger Tage nach Infektion der Mäuse konnte der Erreger in Hoden der Tiere nachgewiesen werden, die Auswirkungen bereits eine weitere Woche später.

Unter dem Mikroskop ließen sich ausgeprägte Zellschäden im Hoden erkennen, das Volumen der Organe nahm stetig ab. Entsprechend sanken Spermienproduktion und die Blutspiegel des männlichen Hormons Testosteron sanken.

Bei Mäusen offensichtlich, aber auch beim Menschen?

Ob sich diese Ergebnisse des Tierversuchs auf den Menschen übertragen lässt, ist aktuell noch unklar. Sicher ist, dass die ableitenden Samenwege und möglicherweise auch der Hoden vom Zika-Virus betroffen sein können, denn der Erreger konnte bereits im Ejakulat infizierter Männer nachgewiesen werden. Allerdings sind die Fallzahlen untersuchter Männer zu gering, als dass man daraus Folgen für die Zeugungsfähigkeit ableiten könnte. Sollten die Testosteron-Wert beim Menschen ebenso stark absinken wie bei den Mäusen, dann würde der Mangel entsprechende Symptome hervorrufen. Wenn sie sich deswegen beim Arzt vorstellen, sollte sich die Fallzahl in naher Zukunft erhöhen.

Keine Problem nur für schwangere Frauen

Während bis vor kurzem der Eindruck bestand, nur schwangere Frauen, oder vielmehr deren ungeborene Kinder wären durch das Zika-Virus gefährdet, erweitert sich der Kreis der Personen, die unter der Infektion leiden, zunehmend. In jedem Fall sollten Frauen mit Kinderwunsch eine Infektion vermeiden. Den aktuellen Forschungsergebnissen zufolge sollten sich Männer einem Ansteckungsrisiko nicht aussetzen, wenn sie ihre Fruchtbarkeit nicht verlieren möchten.

Foto von microbiologybytes


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