Britische Frauen dürfen Eizellen für Forschung spenden


In Großbritannien ist die Spende von Eizellen für die Forschung gegenwärtig bereits erlaubt, wenn es sich um überzählige Zellen aus einem *ivf*-Versuch handelt. Die Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA), welche sich mit den ethischen Fragen der Reproduktionsmedizin in England befasst und die regierung bei der Erstellung neuer Gesetze berät, empfahl heute eine Änderung der gesetzlichen Regelung dahingehend, dass Eizellen auch gespendet werden können, wenn sich die betreffende Frau keiner Kinderwunsch-Behandlung unterzieht und aus altruistischen Gründen spendet. Wobei zu erwähnen ist, dass dieser Altruismus mit 250 englischen Pfund versüßt werden soll.

Mit dieser Maßnahme soll den britischen Forschern Zugang zu qualitativ besseren Embryonen geschaffen werden, da die besten Eizellen naturgemäß für die IVF-Beandlung verwendet werden. Die Zellen sollen dann für therapeutisches Klonen verwendet werden. Ziel ist es, Stammzellen zu gewinnen, aus denen verschiedene Gewebe gezüchtet werden können (Nerven, Herzmuskel, Gehirnsubstanz etc.) und mit denen viele Krankheiten geheilt werden können.

Dazu werden die Eizellen von ihrem eigenen Zellkern befreit und dieser durch den Zellkern einer anderen Zelle (z. B. einer Hautzelle) ersetzt. Durch Hinzufügen eines chemischen Reizes kann bei dieser veränderten Eizelle nun eine teilung ausgelöst werden, die mit der Entwicklung eines Embryos endet, der nur das genetische Material (Chromosomen) eines Menschen enthält. Dadurch lässt sich im Prinzip jedwedes Gewebe züchten und zwar passend für den Spender der Hautzellen. Mit dieser Methode hat auch der südkoreanische Wissenschaftler Hwang Woo-suk in seiner gefälschten Studie gearbeitet und Hoffnungen geweckt. Auch das Klonschaf „Dolly“ entstand auf diese Weise.

Sprecher der HFEA wiesen darauf hin, dass diese Spenden nur dann erlaubt werden können, wenn die Spenderinnen sehr ausführlich über die Risiken eines solchen Verfahrens aufgeklärt werden. Auch sollen Spenden von Wissenschaftlerinnen eines Teams, welches sich mit therapeutischem Klonen beschäftigt, von der Eizellspende ausgeschlossen werden, ein Problem, über das Hwang Woo-suk unter anderem stolperte.


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