Blastozystenkultur ohne zusätzliche Risiken für die Kinder

Zur Sicherheit der verlängerten Kultur bei der künstlichen Befruchtung

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Die sogenannte Blastozystenkultur soll die Chancen auf eine Schwangerschaft bei der künstlichen Befruchtung erhöhen. Wie wirkt sich die verlängerte Kultur der Embryonen auf die Gesundheit der Kinder aus?

Die längere Beobachtung von Embryonen und ihr Transfer in die Gebärmutter erst 5-6 Tage nach der Eizellentnahme hat möglicherweise Vorteile bei IVF und ICSI. In einem anderen Artikel haben wir die möglichen Vorteile des Blastozystentransfers zusammengefasst.

Ist die lange Kultur von Nachteil?

Es steht außer Frage, dass die lange Blastozystenkultur unnatürlich ist. Daraus ergibt sich wiederum die Frage, ob dies negative Auswirkungen haben kann. Schon lange wurde über die Auswirkungen des sogenannten Imprinting spekuliert. Solche epigenetischen Faktoren – hier in anderem Zusammenhang diskutiert – stehen im Verdacht, die Gesundheit der Kinder zu deren Nachteil zu verändern.

Studien sind ja nun dazu gedacht, aus Spekulationen entweder Fakten zu machen oder diese zu widerlegen. Mit einer recht beeindruckenden Zahl an untersuchten Kindern nach künstlicher Befruchtung mit Blastozystenkultur ist einer chinesischen Gruppe von Wissenschaftlern Letzteres gelungen. So gelungen, wie dies in Studien zu medizinischen Fragestellungen halt möglich ist, muss man abschwächend hinzufügen.

16.000 untersuchte Kinder nach Blastozystenkultur

Über einen Zeitraum von 10 Jahren wurden die Schwangerschaftsverläufe nach einer IVF oder ICSI in einer chinesischen Klinik ausgewertet. Es handelt sich dabei um die unfassbare Zahl von 15.254 Schwangerschaften und 16.213 Neugeborenen, die in diesem Zeitraum in dieser einen Kinderwunschklinik entstanden. Eine solche Zahl ist natürlich eine gute Basis für statistisch signifikante Aussagen.

Die Wissenschaftler erfassten angeborene Fehlbildungen, Frühgeburten und das Geburtsgewicht. Und man verglich dabei die Ergebnisse nach einer Blastozystenkultur mit denen nach Transfer in früheren Stadien der Embryonalentwicklung (2-3 Tage nach Punktion). Es fanden sich zwischen diesen beiden Gruppen keine Unterschiede im Hinblick auf die Zahl der

  • Fehlgeburten
  • Eileiterschwangerschaften
  • Totgeburten
  • sehr frühen Frühgeburten (<32 Schwangerschaftswoche)
  • Frühgeburten (<37 Schwangerschaftswoche)
  • Kinder mit geringem Geburtsgewicht
  • Kinder mit Wachstumsrückstand
  • Kinder mit Fehlbildungen

Mehr Jungens

Es fand sich also im Hinblick auf den Verlauf der Schwangerschaft und die Gesundheit der Kinder kein Unterschied nach Blastozystenkultur oder nach Transfer eines Embryos nach 2-3 Tagen. Lediglich der Anteil männlicher Nachkommen war nach einem Blastozystentransfer etwas höher.


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