Beten hilft schwanger zu werden


Es kursieren im Internet immer wieder Hinweise darauf, dass es eine Studie gibt, in der eine Verbesserung der Schwangerschaftsrate bei IVF nachgewiesen konnte, wenn für die behandelten Frauen gebetet wurde. Es gibt sie wirklich und die Ergebnisse sind beeindruckend. Diese Studie wird jedoch immer nur bruchstückhaft zitiert und deswegen finden Sie unten noch einmal den Original-Text der Pressemeldung.

Man kann auch beten lassen

„Die Welt“ berichtet aktuell über eine Möglichkeit, für sich beten zu lassen:

Auf der Internetseite von Missio, dem internationalen katholischen Hilfswerk, können sich alle, die einen dringenden Herzenswunsch verspüren, per E-Mail in ein Anliegenbuch eintragen. Die Bitten werden an den Konvent der Schwestern in Nairobi weitergeleitet und von den ernsthaften afrikanischen Nonnen ins tägliche Gebet integriert. Das mag nun vielleicht befremdlich wirken, stellt in der Geschichte der europäischen Christenheit aber kein Novum dar; waren es bis weit ins 19. Jahrhundert doch entrückte Heilige, die bei Wehwehchen wie Bauchgrimmen, Ehezwist oder ungewollter Kinderlosigkeit angerufen wurden

Befremdlich ist vor allem, dass wir schon unsere Gebete aus Afrika importieren müssen, der Papst aber ein Deutscher ist.

Die Studie zu diesem Thema

Frauen werden bei einer Reagenzglasbefruchtung fast doppelt so häufig schwanger, wenn jemand für sie irgendwo auf der Welt Gebete spricht. Zu diesem erstaunlichen Forschungsergebnis kommt eine aktuelle Studie amerikanischer Wissenschaftler.

Frauen, die sich einer In-vitro-Fertilisation unterzogen und für die gebetet wurde, hatten eine Schwangerschaftsrate von 50 Prozent. Eine Kontrollgruppe ohne spirituellen Beistand kam dagegen nur auf eine Erfolgsrate von 26 Prozent. Es handelte sich dabei um eine sogenannte Doppelblindstudie: Keine der Frauen und keiner der betreuenden Ärzte wussten von den Gebeten.

„Wir hätten die Ergebnisse ignorieren können, aber das hätte der Forschung nicht weitergeholfen“, sagt Rogerio Lobo vom College of Physicians and Surgeons der Columbia University. Lobo und sein Team hatten künstliche Befruchtungen bei 199 Frauen wissenschaftlich begleitet, die im Cha Hospital im koreanischen Seoul zwischen Dezember 1998 und März 1999 stattfanden.

Die Forscher forderten Christen in den USA, Kanada und Australien auf, für 100 der Patientinnen regelmäßig zu beten. Die Gläubigen hatten keinerlei Kontakt mit den koreanischen Frauen. Eine Gruppe erhielt Fotos der Frauen und sollte für eine Verbesserung der Schwangerschaftsrate beten. Eine zweite Gruppe betete für den Erfolg der ersten Gruppe. Eine dritte Gruppe sprach Gebete für die beiden anderen Gruppen.

Alle drei Gruppen starteten ihre dreiwöchige spirituelle Unterstützung fünf Tage nachdem der Eisprung bei den Patientinnen mit Hormonen künstlich stimuliert wurde. Wie die Forscher feststellten, wirkten die Gebete bei älteren Frauen besser. Bei Frauen im Alter zwischen 30 und 39 Jahren betrug die Schwangerschaftsrate mit Gebetsunterstützung 51. Die Kontrollgruppe erreichte nur 23 Prozent.

Lobo und sein Team geben zu, dass ihre Ergebnisse unglaublich klingen. Möglicherweise seien unbekannt gebliebene biologische Faktoren an den unterschiedlichen Ergebnissen der beiden Testgruppen schuld.


[Edit am 26.4.05]: Der Artikel ist im „Journal of Reproductive Medicine“ erschienen und wurde später zurückgezogen

Viele Wissenschaftler äußern nun Unverständnis, wie die Publikation die sonst strengen Richtlinien des Journal of Reproductive Medicine passieren konnte. Die Herausgeber der Zeitschrift gaben bisher keine Stellungnahme ab, betonten jedoch, dass der Artikel die üblichen Prüfungs- und Begutachtungsverfahren durchlaufen habe.

Das dürfte mich dann auch exkulpieren und ich ziehe diesen Artikel jetzt nicht zurück, sondern lasse ihn stehen, damit die gesamte Story im Zusammenhang zu lesen ist. Für die Nonnen in Nairobi dürfte das weniger Arbeit bedeuten. Danke an Fassi, die in den Kommentaren darauf hinwies.


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