Werden die Spermien immer schlechter?


Kürzlich hatten wir ja hier die Nachricht, dass es um die Spermienqualität der Deutschen schlecht bestellt ist und ca. 20% der deutschen Männer zu wenige Spermien haben.

Liegt dies daran, dass die durchschnittliche Spermienqualität grundsätzlich über die Jahre immer schlechter wird? Prof. Nieschlag, Deutschlands renommiertester Androloge, sagt, dass dies nicht so ist:

[…] wir müssen bei diesen Untersuchungen berücksichtigen, dass die verwandten Methoden nicht standardisiert waren und wir erst in diesen Jahren zu einer ausreichenden Qualitätskontrolle der Laboruntersuchung zur Bestimmung der Spermien kommen. Frühere Untersuchungen wurden alle mit unterschiedlichen Methoden gemacht, und viele Randfaktoren wurden nicht richtig berücksichtigt. Als wichtigsten könnte man hier die Karenzzeit, also die Abstinenzzeit zwischen zwei Ejakulationen nennen, die ganz entscheidend wichtig ist, für die Spermienkonzentration vor allem. […]

Zu Umwelteinflüssen, welche die Spermienqualität mögicherweise beeinträchtigen können sagt er:

Wir müssen nach wie vor mit Substanzen, die in hohen Konzentrationen tatsächlich toxikologisch Einfluss auf den menschlichen Organismus haben, rechnen und müssen diese Substanzen auch weiter untersuchen und versuchen, sie zu eliminieren. Aber die große Sorge, dass die täglichen „Umweltgifte“ unsere Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen, die müssen wir, glaube ich, nicht haben.

Das gesamte Interview, dem diese Zeilen entnommen sind, finden Sie auf der Homepage der TAZ.


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5 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Wozu die Spekulationen? Daß die Spermien immer schlechter werden liegt daran, daß früher sowieso alles besser war. Das ist ein Naturgesetz. Haben Sie das im Biologie- oder Physikunterricht nicht gelernt? *grinsfrech*

  2. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    dass früher alles besser war, steht außer Frage 😉

    Aber wenn der Professor sagt, dass es nicht so ist, dann wird es schon so sein.

  3. Elmar Breitbach
    raise schreibt

    Naja, ich glaub, er macht es sich einfach: Letztendlich sagt er ja nur, dass wir ersten in den letzten Jahren vergleichbare Ergebnisse haben. Daraus zu folgern, dass wir uns keine Sorgen machen sollen, ist ein rein emotionales Statement. Ich denke, wir sollten folgern, dass wir die Sache weiterhin sehr genau beobachten müssen und in einigen Jahren erst sagen können, ob sich die Situation wirklich verschlechtert.

  4. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    Sehr interessant was der Professor sagt. Ich habe den ganzen Artikel gelesen und da steht eine große Wahrheit geschrieben:
    Es gibt kein Funktionstest für die Spermien, ausser eine SS.
    Es geht nicht nur um die Zahl, sondern auch um die Beweglichkeit und die Form. Gewöhnlich treten all diese Sachen zusammen und man nennt sie OAT.
    Und noch schlimmer ist man kennt die Gründe nicht und man hat darum auch keine richtige Behandlung.

    Nun frage ich mich auch in dem Sinne: wie ist es denn dann bei eine ICSI? Wie wählt man die Spermie, ohne so einen Funktionstest?

    Ich glaube auch nicht es geht so viel um den einfluß der Umwelt. Was genau soll so schlimm sein?Schlimme Sachen gab es ja immer und auch unfruchtbare Männer (und Frauen).
    Es gibt aber eine Sache an der man ernsthaft denken sollte, vielleicht mehr als an Alter.
    Es gab schon die Diskussion wie viele alte Männer Kinder erzeugen und ziemlich gesund und normal.
    Aber: Stress und seelisches Leiden hat sehr viel Einfluß auf der Fruchtbarkeit (bei Mann und auch bei Frau).Die Menschen zerstören sich immer mehr seelisch und dann will man und kann man auch keine Beziehungen, keine Familie, Kinder mehr haben.
    Alcool, Drogen, Rauchen, Depression, Isolation, Armut oder Karrierewahn. Daraus sollen Kinder entstehen?
    Und wie viel es auch an Genen liegt und ob man die Unfruchtbarkeit (bzw. OAT) auch erbt?
    Tja, ein Funktionstest und die Spermie mehr zu untersuchen und herausfinden woran es liegt und ob der Mann eine Chance hat. Das wäre schön…
    Und dasselbe für die Eizelle bzw. Frau.

  5. Elmar Breitbach
    Icke schreibt

    Zur Überschrift:
    Werden Spermien immer Schlechter?

    Ich glaube das es so ist.
    (Aus eigenen Erfahrungen)