Vitamine verbessern Spermienqualität


Die Frage, wie man mit einfachen Mitteln und möglichst nebenwirkungsfrei die Spermienqualität verbessern kann, interessiert naturgemäß viele Männer mit eingeschränkter Spermienqualität. Hinweise dazu finden Sie schon seit langen in den häufigen Fragen unseres Forums. Die dort erwähnten Stoffe sind im wesentlichen: Zink, Vitamin C+E, Selen, Folsäure und Vitamin-B-Komplexe. Zusätzlich werden auch immer wieder L-Carnitin, Coenzym Q 10 und selten Vitamin A genannt.

Folsäure und Zink sind immer wieder mal auch als Mittel der Wahl in wissenschaftlichen Publikationen erwähnt worden und zeigten in doppelblinden, plazebokontrollierten Studien auch positive Effekte auf die Spermienzahl und -beweglichkeit [1].

Störungen des Homocysteinhaushaltes können genetisch bedingt sein, aber auch durch eine Mangelernährung, wobei zu sagen ist, dass niemand genügend Gemüse essen kann, um ausreichend Folsäure aufzunehmen. Eine niedrige Aufnahme von Folsäure (=Vit. B9) kann jedoch zu einer Erhöhung des Homocystein-Spiegels führen, da es mit anderen B-Vitaminen für dessen Umwandlung in das harmlose Cystein zuständig ist.

Was kann man sonst noch tun, um die Spermienqualität selbst zu verbessern?

Homocystein kann bei chronisch hohen Spiegeln die Gefäße schädigen und zu Verkalkung sowie Minderdurchblutung führen. Auch des Hodens und damit erklärt man unter anderem den möglichen negativen Einfluss hoher Homocystein-Spiegel auf die Spermienqualität. Auch durch seinen oxidativer Effekt könnten die empfindlichen Reifungsprozesse der Spermien im Hoden stören.

Nach dieser Einleitung nun die eigentliche Neuigkeit, nämlich eine Studie welche die Ärztezeitung in ihrer heutigen Ausgabe veröffentlichte. Es wird hier über eine Studie berichtet, in der 40 junge Männer mit schlechter Spermienqualität und erhöhten Homocystein-Werten mit täglich 300 µg Folsäure, 3 mg Vitamin B6 sowie 3 µg Vitamin B12 behandelt wurden. Dr. Ralf Herwig von der Uniklinik Innsbruck berichtet über eine Verminderung des erhöhten Homocysteins, wobei die Probanden im Durchschnitt einen Normbereich erreichten. Gerade bei schlechter Spermienqualität kam es zu deutlichen Verbesserungen derselben:

Bei einem Teil der Männer mit sehr niedriger Spermienzahl (9 Millionen/ml) und initial stark erhöhten Homocystein-Werten kam es fast zu einer Verdreifachung der Spermienzahl während der Therapie. Zudem nahm die Spermien-Motilität signifikant zu.

Statistisch signifikante Ergebnisse lassen sich aufgrund der niedrigen Fallzahl aus dieser Studie nicht ableiten, aber die vielversprechenden Ergebnisse sind sicherlich Anlass genug, diese Therapien im Rahmen von größeren Studien zu überprüfen. Mal abgesehen davon, dass die Zahl der behandelten Männer dann deutlich größer sein müsste, wäre ein kontrolliertes Studiendesign (Plazebokontrollgruppe) zu fordern. Und sicherlich sollte die Zielgröße nicht nur die Spermienqualität sein, sondern die Zahl der gezeugten Schwangerschaften.


[1] Effects of folic acid and zinc sulfate on male factor subfertility: a double-blind, randomized, placebo-controlled trial.
Wong WY, Merkus HM, Thomas CM, Menkveld R, Zielhuis GA, Steegers-Theunissen RP
Fertil Steril. 2002 Mar;77(3):491-8


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