Spezieller Chip sucht fitteste Spermien


Der Artikel ist schon etwas älter, aber dennoch interessant: Mit einem speziellen Chip lassen sich bewegliche von unbeweglichen Spermien sortieren und auch bei schlechter Spermienqualität Befruchtungen der Eizelle ohne eine *icsi* erzielen. Werden die Samenzellen durch einen feinen Kanal zur Eizelle geleitet, steigt die Befruchtungsrate – zumindest bei niedrigen Spermienzahlen. Eine *ivf* ist dann natürlich weiterhin notwendig, jeoch kann die ICSI vermieden werden, so die Forscher.

Bei diesem Verfahren wird eine Samenzelle direkt in die Eizelle injiziert. „Während die ICSI die natürliche Selektion aushebelt, ähnelt der Einsatz von Mikrofluidik-Kanälen stärker einer natürlichen Besamung“, so der Mediziner Gary Smith von der University of Michigan in Ann Arbor.

Bereits früher hatten Smith und seine Kollegen mit einer Art Polymerchip experimentiert, in dem Spermien durch 0,5 Millimeter weite und einige Zentimeter lange Kanäle schwimmen. Ursprünglich war der Chip zur Anreicherung besonders kräftig schwimmender Samenzellen gedacht, also zum Beispiel für eine Insemination.

Zwei feine Flüssigkeitsströme können Seite an Seite fließen, ohne sich miteinander zu vermischen. Auf dem Chip finden sich zwei feine Einlässe, in die Sperma bzw. eine Salzlösung gepumpt werden. Die Einlasskanäle vereinen sich zu einem langen Kanal, in der die zwei Flüssigkeiten nebeneinander strömen. Nur aktiv schwimmende Spermien können aus dem feinen Spermastrom in die Salzlösung übertreten. Der Kanal verzweigt sich schließlich wieder und an zwei Auslässen können die beiden Flüssigkeitsströme – und mit ihnen ihre mehr oder weniger aktive Fracht – aufgefangen werden.

Erstaunlicherweise schnitt der Chip bei hohen Spermienzahlen relativ schlecht ab. In lediglich 12 Prozent der Versuche mit jeweils 50.000 Spermien kam es zur Befruchtung, verglichen mit einer Erfolgsquote von 43 Prozent bei der In-vitro-Fertilisation im Kulturgefäß. Das änderte sich jedoch, wenn nur wenige Tausend Spermien an den Start gingen: Während die Quote im Kulturgefäß nun auf 10 Prozent sank, stieg sie mit dem Chip sogar auf 27 Prozent.

[Via: Scienzz-Ticker und Vista verde]


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