Spermienschnelltest in 15 Minuten


Folgende Pressemitteilung kündigt einen Spermienschnelltest an, mit dem der Mann eine grobe Abschätzung seiner Fruchtbarkeit zuhause durchführen kann.

Marburger Mediziner haben einen Schnelltest entwickelt, mit dem innerhalb von 15 Minuten die Zeugungsfähigkeit des Mannes geprüft werden kann. Ein Teststreifen ermittelt, wie viele Spermien das Ejakulat enthält. „Liegt die Zahl über 10 Millionen pro Milliliter, dürfte der Mann zeugungsfähig sein“, sagte der inzwischen an der Saar-Uni Homburg tätige Wissenschaftler Gunther Wennemuth und bestätigte damit einen Bericht der „Apotheken-Umschau“. Der Test soll im Jahr 2008 auf den Markt kommen und wird in Apotheken und im Internet frei verkäuflich sein.

Der Preis werde zwischen 20 und 50 Euro liegen, sagte Wennemuth weiter. Laut Wennemuth sind fünf Prozent aller Paare in Deutschland ungewollt kinderlos. Die bekannten Ursachen dafür liegen zu 30 Prozent bei den Frauen, zu weiteren 30 Prozent bei den Männern, der Rest sei ungeklärt. Während sich kinderlose Frauen dem Mediziner zufolge „durchdiagnostizieren lassen“, schämten sich die Männer, wegen einer vermuteten Zeugungsunfähigkeit zum Arzt zu gehen. Der Test könne nun etwa von Partnerinnen für eine Überprüfung „im stillen Kämmerlein“ gekauft werden.

Nicht ganz unproblematisch: Wird nur die Zahl bestimmt und die Grenze bei 10 Millionen gezogen, dann kann bei eingeschränkter Motilität der Spermien natürlich auch eine ganz erhebliche Einschränkung der Fuchtbarkeit bestehen, durch den Test aber eine Fruchtbarkeit vorgegaukelt werden.

Via Andrologie-Blog


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Kommentar

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10 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    *Mann* kann den Test ebenso bei Onlineapotheken ( quasi -anonym) bestellen..
    Dazu braucht er *Frau* nicht vorzuschicken und er kann zudem ebenso allein für sich " im Kämmerlein" testen..

    Männer u.Frauen schämen ( und sorgen) sich vielleicht doch gleichermaßen, wenn sie den Verdacht hegen, unfruchtbar zu sein, wenn´s mit der gemeinsamen Familiengründung einfach nicht klappt.

    Zeigte nicht das hier genannte Umfrageergebnis,dass Männer ebenso unter ungewollter Kinderlosigkeit/ Unfruchtbarkeit leiden ?

    Ob ich den Tag noch erleben darf,dass die Fortpflanzungsfrage von Paaren überwiegend als Paarfrage gesehen wird ??
    Jenseits von Mamikult- und Männermacho-Macher-Klischees ( biopolitische und bevölkerungspolitische Instrumentalisierung mal außen vor gelassen)
    muss doch noch anderes möglich sein dürfen ?

    Bitte sehr natürlich immer freiwillig, individuell und autonom..

    Unfruchtbaren Frauen mit Kiwu, wird gern seitens ihrer Mitschwestern gern Psychostörung und Verkrampfung ..etc..vorgeworfen, was auch viele Frauen beschämt;
    ..den Männern seitens ihrer "Kumpels" eben die fehlende Power und Potenz..
    Das mag zwar unterschiedich sein, ist aber so letzlich bei diesem Thema so nett, wie die Wahl zwischen Pest und Cholera
    .. mache mir da keine Illusionen, wer nun unter welchen Dumpf-Klischees nun mehr zu leiden, oder sich deswegen zu schämen hätte – auch wenn es bei Männern nicht so gezeigt, ( in Foren) ausgelebt wird oder ausgesprochen werden "darf".

    Trotz Fehldiagnoserisiken des Spermien-selbst-Tests wird hoffentlich bei einem Teil der Paare dieses typische und "schädliche" jahrelange Abwarten ( Hoffen auf Wunder, Natur ect..) verkürzt.
    Denn zur ursprünglichen, männlichen Störung kommt leider immer der altersbedingte Rückgang/Verlust der Fruchtbarkeit der Frau, die in jüngeren Jahren noch gute Chancen mit ärtzlicher Hilfe gehabt hätte..

    Besonders hier gilt
    Gorbatschows " wer zu spät kommt, den bestraft das Leben"

  2. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    @ Fassi,

    das sehen setzen Sie zu sehr in einen allgemeinen Kontext.. es geht nicht selten auch um die Balance einer Beziehung.

    Die Angst des Mannes vor dem Spermigramm ist nicht selten begründet in der Angst vor dem Machtverlust in der Beziehung. Für mich sehr sehr unmittelbar erfahrbar in Haltung, Gestik und Interaktion, wenn ich bei einem Erstgespräch ein unerwartet schlechtes Spermiogramm erklären muss

  3. Elmar Breitbach
    Steffi schreibt

    Nie im Leben hätte mein Mann einen Spermientest durch mich durchführen lassen oder mit mir zusammen durchgeführt.

    Was für ein gruseliger Gedanke. "Schatz, da sind keine Spermien. Jetzt sag Du auch mal was dazu."

    Auch, wenn er verdammt lange gewartet hat, bis er den Urologen aufgesucht hat: Ich fand es sehr angebracht, dass wir über das Ergebnis von einer außenstehenden Person informiert wurden. Im allerbesten Fall wird nämlich danach sofort über die eventuellen Möglichkeiten aufgeklärt und man sitzt nicht total auf dem Trockenen.

    Und ich bin mir sicher: Hätte er den Test vorher im stillen Kämmerlein durchgeführt und schon eine Tendenz geahnt, wäre der Gang zum Urologen aus purer Angst bis heute nicht passiert.

  4. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    @ Doc Breitbach,

    Ihre berichtete Patientenerfahrung würde dann zumindest meine erste Vermutung unterstützen, dass der Mann sich so einen Test womöglich lieber selbst im Netz bestellt, als seine Frau zum Testkit-Kauf in die Apo vor Ort zu schicken.
    Er könnte dann erst mal für sich ganz allein testen.

    Womöglich läuft´s nun eher drauf hinaus, dass die Frau den Test einfach kauft, ihrem Mann einfach präsentiert und fordert: "du musst jetzt mal den Test machen !"

    den Aspekt "Angst vorm Machtverlust in der Beziehung" habe ich tatsächlich nicht gesehen.

    Den Satz:
    " …schämten sich die Männer, wegen einer vermuteten Zeugungsunfähigkeit zum Arzt zu gehen."
    habe ich in Richtung Ohnmacht u. Angst gedeutet ( zumal ich das selbst nur zu gut kenne)

    Habe wohl diesen allgemeinen Hintergrund unterschätzt:
    Dass die Frau schon die naturgegebene "Macht" hat ( ob sie will oder nicht),
    dass SS und Geburt nur "durch ihren Körper" möglich ist. Zudem hat sie die individuelle Macht, dass sie SS verhindern und unterbinden kann..dass ihre Fruchtbarkeit/ Eisprung unsichtbar ist…( inzwischen falls gewünscht aber von ihr sehr wohl beobachtbar)und sie kann den Mann bezüglich der Vaterschaft hintergehen..

    Da mir/uns ein plausibler, eindeutiger Verursacher-Befund fehlte, ich zudem dazu neige gemeinsames Wünschen und Entscheiden zu idealisieren.. habe ich die " Machtfrage" nicht bedacht
    ( sondern sehe die Machtproblematik immer von der anmaßenden bis verständnislosen "Außenwelt" auf mich/uns einwirken)

    Ein einschränkender Warnhinweis für das Testergebnis ist sicher wichtig:
    – Nachweis nicht für alle Spermien-"Störungen" und diese mit einer XX%igen Sicherheit/Empfindlichkeit.
    – eine sichere und spezifische Labordiagnostik /Spermiogramm wird durch den Spermien-Test nicht ersetzt.

  5. Elmar Breitbach
    marie06 schreibt

    Es liegt wohl in der Natur des Mannes, dass das Thema ,,Zeugungsfähigkeit" immer noch tabuisiert wird. Ich kann aus Erfahrung sprechen, was mein Mann so alles von seinem Arbeitskollegen (na gut, da fehlt bei dem fehlt im Oberstübchen auch etwas) zu hören bekam, weil wir noch kein Kind hatten. Fehlende Zeugungsfähigkeit hat für viele noch immer was mit fehlender Männlichkeit zu tun, obwohl sich ein ,,guter" Mann ja über weitaus andere Sachen definieren kann.

    Mich würde mal interessieren, bei wie vielen Pärchen zuerst bei unerfülltem Kinderwunsch beim Mann ,,Ursachenforschung" betrieben wird und nicht die Frau als potenzieller ,,Verursacher" betrachtet wird. Meistens ist es doch so, das da ewig rumgesucht/probiert wird, bis sich herausstellt, dass der Mann eingeschränkt zeugungsfähig ist. Männer die sich da irgendwie zieren/schämen halte ich für unreif.

    Ich finde diesen Schnelltest gut, würde aber in einer gesunden Partnerschaft anregen, diesen gemeinsam zu kaufen oder zu bestellen. Davon den Test als Frau zu kaufen und dann zum Mann zu sagen ,,Hier mach mal", halte ich nichts. Dieser Test ist ein erster Schritt z.B. jahrelanges Warten zu verkürzen bzw. verhindern. Obwohl ich immer noch nicht verstehen kann, warum Männer sich vielleicht nicht zum Urologen trauen oder diesen Test zu kaufen, wenn doch ein gemeinsamer Kinderwunsch besteht. Also doch alles Frauensache? Wenn man den Wunsch nach einem Kind in der Partnerschaft hat, dann unterstelle ich doch auch die notwendige Reife Probleme zum gemeinsamen Thema zu machen.

    Ich fand es damals gut, dass mein Gyn uns zusammen zum unserem Kiwu-Doc überwiesen hat. Wir waren zwar aus einem anderen Grund kinderlos (mehrere Aborte), aber wir haben da gemeinsam auf unsere Ergebnisse gewartet und es gab nicht einmal den Gedanken wer nun ,,Schuld" sei.

  6. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Dazu paßt ein etwas älterer Beitrag von "Zwergnase" im Nachbarforum:

    http://www.klein-putz.net/forum/viewtopic.php?t=31589&postdays=0&postorder=asc&&start=0

    Habe in USA eine Nährlösung für Zellkulturen bestellt (HAMs F..), ein Mikroskop, eine Zentrifuge (Hettwich) sowie einen Brutschrank gekauft und mir damit ein eigenes kleines Labor eingerichtet.

    Daraufhin habe wir eigene Inseminationsversuche gestartet. Nach wenigen Zyklen hatte ich den pefekten Dreh raus und es gelang mir im SwimUp-Verfahren etwa 2 Mio. hochgereinigte Spermien in die Gebärmutter zu übertragen.

    Am 27. Dezember 2004 nach 5 Versuchen war meine Frau schwanger.

  7. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    danke, daraus habe ich mal einen Artikel gemacht, das ist ja wirklich bemerkenswert

  8. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    Bei der Sammlung traditioneller " Hochzeitstage" wird anhand einer Liste klar, was zeugungsunfähigen Männern droht,.. Marlies klärt anno 2004 auf:

    "Den 5. Hochzeitstag kenne ich auch als "Ochsenhochzeit", wenn die Ehe bis dahin kinderlos geblieben ist.
    Ist die Ehe dagegen am 5. Hochzeitstag nicht mehr kinderlos, so kann das Brautpaar dann die "Bullenhochzeit" feiern (schließlich ist der Ehemann ja nachweislich zeugungfähig *grins* – und das macht ja bekanntlich den Unterschied zwischen einem Bullen und einen Ochsen aus)."

    http://www.hochzeitsseite.de/index.shtml?http://www.hochzeitsseite.de/hochtage.html

    wie spaßig sowas für Männer ist, erzählt Michael Mittermaier:
    http://www.myvideo.de/watch/237048

  9. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Tja, was hätten wir denn dann an unserem 5. Hochzeitstag feiern müssen / können? Kind war da, aber Mann trotzdem nicht zeugungsfähig …

  10. Elmar Breitbach
    Alex schreibt

    @fassi: das ist echt gut, den Unterschied zwischen Ochsen und Bullen kannte ich zwar schon, aber von Ochsenhochzeit und Bullenhochzeit hatte ich noch nichts gehört. Wirklich lustig!