Spermienqualität wird durch Soja schlechter


Langjährige und aufmerksame Leser werden sich daran erinnern, das ich hier vor gut zwei Jahren zwei Artikel über die Mythen und die Fakten zur Verbesserung der Spermienqualität geschrieben habe. Damals wurde bereits eine Studie aus dem Royal Victoria Hospital in Belfast erwähnt, die vor einem übermäßigen Genuss von Soja warnte, da Soja viele östrogenartige Substanzen enthält, die einen negativen Einfluss auf die Spermienqualität haben können.

Eine aktuelle Studie aus den USA kommt zu dem gleichen Ergebnis. Über einen Zeitraum von 3 Monaten wurden die Nahrung von 99 Männern mit unterschiedlich hohen Sojakonzentrationen versehen. Die Gruppe mit dem höchsten Soja-Anteil hatte im Durchschnitt 40 Millionen Spermien pro Milliliter weniger im Ejakulat als die Männer mit einer normalen Diät. Besonders übergewichtige Männer mit einer sehr hohen Sojaaufnahme wurden von diesem negativen Effekt betroffen.

Soja enthält Isoflavone, eine organische Verbindung, die wie weibliche Hormone wirkt und daher offenbar die Produktion von Sperma im männlichen Körper reduziert. „Soja soll in vielen Organen und Geweben wie Östrogen wirken, was für manche Dinge sehr vorteilhaft sein kann, aber sicher nicht für die Sperma-Produktion“, sagte Jorge Chavarro, der führende Autor der Studie der Harvard School of Public Health.

Via Andrologie-Blog

Chavarro JE, Toth TL, Sadio SM, Hauser R
Soy food and isoflavone intake in relation to semen quality parameters among men from an infertility clinic.
Hum Reprod. 2008 Jul 23. [Epub ahead of print]


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Kommentar

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15 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Maggie1978 schreibt

    Und wie sieht es bei Frauen aus, wenn sie Soja zu sich nehmen und ab welchen Mengen hat es überhaupt Auswirkungen?

  2. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    hänge mich mal an maggies frage dran: was ist mit säuglingen, die mit produkten auf sojabasis ernährt wurden (wg. z.b. milchzuckerunverträglichkeit)..? haben kleine jungs da etwa langfristig schlechtere karten, wenn sie mal vater werden wollen in späteren jahren..?

  3. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    Bei Frauen gibt es nur Studien, die bei hohen Konzentrationen in den Wechseljahren eine Zunahme von Brustkrebs vermuten lassen. Und zur Frage von reaba kann ich leider überhaupt nichts sagen. Ich bin ja nun auch jetzt nicht der Soja-Spezialist. Alle Stoffe, die dem Fleischersatz dienen können, sind mir zutiefst suspekt 😉

  4. Elmar Breitbach
    atonne schreibt

    Müssten dann nicht viele Männer in asiatischen Ländern, in denen viel Soja gegessen wird, Probleme mit der Fruchtbarkeit haben, oder gibt es vielleicht sogar eine genetische Anpassung an hohen Sojakonsum?

  5. Elmar Breitbach
    atonne schreibt

    P.S. Soja als Fleischersatz mag ich auch nicht, aber sonst ist das eine tolle Pflanze ;-). Es kommt wie immer auf die Zubereitung an…

  6. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Neue B!LD-Schlagzeile:

    "Sojabratlinge – die Pille für den Mann!"

    😉

  7. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    @atonne

    das habe ich auch überlegt – arme asiatische männer.
    allerdings das mit dem genetischen unterschied ist interessant, denn den gibt es.
    bei uns kann jeder 4. mensch milchzucker nicht richtig verstoffwechseln. bei den asiaten kann nur jeder 40. mensch mit milchzucker im verdauungstrakt überhaupt richtig umgehen. man hat das untersucht und rausgefunden, dass die menschen mit den problemen im milchzuckerstoffwechsel wohl in der mehrheit sind…also sind in dem fall die eurasier wohl die "mutanten" 🙂
    soja ist eben für die asiaten nicht nur einfacher fleischersatz, sondern springt in anderer form verarbeitet und verzehrt auch für die ganzen milchprodukte ein.
    china fängt z.b. gerade erst an so etwas wie milchprodukte einzuführen.
    ob dadurch die männlichen asiaten nun fertil benachteiligt sind…wissen wir immer noch nicht 🙂

    @ doc…. wir sind auch bekennde carnivoren … tofu ist auf unserem speiseplan ebenfalls ein "no-go" ;-)…höchstens aus versehen 😀

  8. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    @ ute

    gibt wahrscheinlich wenig männer in die du die neue "pille" freiwillig reinbekommst 🙂

  9. Elmar Breitbach
    Samyeli schreibt

    Ich halte von Soja ohnehin nix. Da es kein "genfreies" Soja gibt, lehne ich das Zeug ab weil man immer noch nicht weiss, wie sich das auswirkt. Ich würde auch Kindern nicht unbedingt Soja geben. Dass Kinder Milch benötigen ist ein Mythos der sich hartnäckig hält. Säuglinge benötigen Muttermilch, aber sobald sie keine Säuglinge mehr sind, brauchen sie auch keine Milch mehr.

  10. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    @samyeli

    du hast ja sicher recht…nur,wenn du keine muttermilch hast und dein kind keinen milchzucker verträgt, dann hast du ein problem..

  11. Elmar Breitbach
    Momo schreibt

    Wie ist das, wenn ein Mann einmal in der woche eine Suppe mit frischen Sojasprossen gegessen hat und das über Wochen, Monate, Jahre hinweg?

  12. Elmar Breitbach
    Christian schreibt

    @ momo
    sojasprossen sind gar kein soja
    die werden nur faelschlicherweise so genannt.
    die heissen richtig mungbohnen
    http://de.wikipedia.org/wiki/Mungbohne

  13. Elmar Breitbach
    Maggie1978 schreibt

    Ich hab mal interessehalber gegoogelt und bin auf Seiten gestossen, in denen sogar Frauen davon abgeraten Soja während der fruchtbaren Tage zu verzehren. Aber in der Einnistungsphase wird es sogar empfohlen. :-S

  14. […] ist auch, dass viele Sojaprodukte östrogenähnliche Substanzen enthalten, die einen negativen Einfluss auf die Spermienproduktion haben können. Diese negative Wirkung bestätigt auch eine irische Studie des Royal Victoria Hospital in Belfast. […]

  15. […] ist auch, dass viele Sojaprodukte östrogenähnliche Substanzen enthalten, die einen negativen Einfluss auf die Spermienproduktion haben können. Diese negative Wirkung bestätigt auch eine irische Studie des Royal Victoria Hospital in Belfast. […]