Spermien aus dem Reagenzglas funktionieren


… zumindest bei Mäusen.

Vor einigen Tagen hatte ich bereits eine Studie vorgestellt, in der es um Kinderwunsch bei Männern nach einer Chemotherapie geht. Mit mikrochirurgischen Techniken lassen sich auch bei diesen Patienten unter bestimmten Voraussetzungen Spermien aus dem Hoden gewinnen. Es wurde aber auch darauf hingewiesen, dass die beste Methode zum Erhalt der Fruchtbarkeit im Einfrieren von Spermien besteht.

Was macht man jedoch, wenn sich ein Knabe vor Eintritt der Pubertät und Beginn der Spermienproduktion einer solchen Behandlung unterziehen muss? Die Kryokonservierung von Spermien im Vorfeld der Chemotherapie fällt dann als Möglichkeit aus.

Forscher der Yokohama City University entwickelten für solche Fälle nun einen Weg, der zumindest im Tierexperiment funktioniert. Hodengewebe neugeborener Mäuse wurde unter speziellen Kulturbedingungen dazu gebracht, Spermien zu produzieren. Die daraus hervorgegangenen Spermien sorgten bei Mäusen nach künstlicher Befruchtung erfolgreich für Nachkommen, berichten die Wissenschaftler im Fachjournal Nature. Das sei prinzipiell auch bei Menschen möglich, so die Wissenschaftler.

Auch waren Hodenproben nach dem Einfrieren und Auftauen in der Lage, die Spermienproduktion aufzunehmen. Für die oben genannten präpubertären Karzinom-Patienten wäre diese Methode eine Option, wenn sie beim Menschen auch funktionierte.

Takuya Sato et al.
In vitro production of functional sperm in cultured neonatal mouse testes
Nature 471, 504–507


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Kommentar

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4 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Manulein schreibt

    Hallo

    was es nicht alles gibt…immer wieder erstaunlich was Wissenschaftler alles herausfinden.
    Für die Betroffenen ein Hoffnungsschimmer, auch wenn es noch was dauern wird bis es in der Praxis umgesetzt wird.
    Ist nur zu hoffen das die Patienten darüber auch informiert werden ( war bei meinem Mann mit seinen 20 Jahren noch nichtmals der Fall )

    Ganz liebe Grüße
    Manu

  2. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Wieder ein Hoffnungsschimmer mehr für unfruchtbare Männer. Sehr schön!

  3. Elmar Breitbach
    Buntspecht schreibt

    Bleibt natürlich die Frage, inwiefern ein präpubertäres Karzinom durch anlagebedingte Faktoren begünstigt wird, die gegebenenfalls weitervererbt werden.

  4. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Da es sich bei kindlichen Krebserkrankungen meist um Leukämien handelt, ist diese Frage leicht zu beantworten:

    Das Risiko, an einer Leukämie zu erkranken, bei Kindern von Leukämiekranken lediglich um etwa 5% höher. Liegt also bei einer bestimmten Leukämieart das Erkrankungsrisiko bei etwa 3 pro 100000 Einwohner, so haben diese Kinder ein Risiko von 3,15.

    Aber auch für andere Krebserkrankungen ist eine für die Praxis bedeutsame familiäre Häufung dieser Krebserkrankungen nur sehr selten gegeben.

    Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum, Krebsinformationsdienst