Sonne macht Spermien schneller

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So steht es in der aktuelle Ausgabe von Men´s Health. Die Zeitschrift berichtet über eine australische Studie, in der belegt werden konnte, dass ein Mangel an Vitamin D für eine eingeschränkte Spermienqualität verantwortlich sein kann. Da zur Bildung dieses Vitamins in der Haut Sonneneinstrahlung notwendig ist, kann die dunkle Jahreszeit die Spermienqualität verschlechtern, so die Leiterin der Studie Anne Clark.

Bei 800 Männern mit eingeschränkter Fruchtbarkeit konnte bei einem Drittel ein Mangel des Vitamins festgestellt werden. Von diesen Männern änderten 100 anschließend ihre Lebensgewohnheiten nachhaltig: Sie setzten sich dem Sonnenlicht aus, reduzierten zusätzlich den Genuss von Zigaretten, Kaffee und Alkohol, nahmen mehr Vitamine zu sich und reduzierten ihr Körpergewicht. 40% dieser Männer konnten nach Verbesserung ihrer Lebensführung eine Schwangerschaft zeugen.

Interessant ist, was man daraus für Schlüsse ziehen kann:

Der dringende Rat der Forscher, sich täglich um die Mittagszeit mindestens 15 Minuten im Freien aufzuhalten um UV-Strahlen für die Vitamin D-Produktion zu tanken mag auf den Antipoden wirken – dort beginnt der Sommer! Der deutsche Mann aber hat im “Vitamin D-Winter” keine andere Wahl: Ein- zweimal die Woche ins Sonnenstudio (mit Gütesiegel “Geprüftes Sonnenstudio“) reicht völlig, um den Vitamin D-Hormon-Haushalt zu optimieren.

So schlußfolgert der Blog Sonne-ist-Leben. Man kann nur mutmaßen, wie diese Aussage motiviert ist. Wenn man andere Artikels dieses Blogs liest, dann kann einen schon der Eindruck beschleichen, dass es sich hier um einen Lobby-Blog für Solarien-Technik handelt.

Im Artikel von „Men´s Health“ klingen die Schlußfolgerungen anders:“15 Minuten reichen aus. Für die Vitamin D-Produktion müsse gar nicht die Sonne scheinen, ein viertelstündiger Spaziergang an der frischen Luft reiche aus – auch bei bewölktem Wetter –, raten die Forscher.

Direktes Sonnenlicht scheint also nicht notwendig zu sein. Wenn ich dann lese, dass die Männer neben vermehrtem Aufenthalt an der frischen auch das Körpergewicht reduzierten, Kaffe, Nikotin und Alkohol mieden, dann stellt sich mir ohnehin die Frage, inwieweit diese Faktoren nicht vielleicht auch von größerer Bedeutung waren.

Möglich ist ein solcher Zusammenhang durchaus. 2006 wurde erstmals ein Rezeptor für Vitamin D an menschlichen Spermien nachgewiesen und von einer amerikanischen Arbeitsgruppe in der Zeitschrift Urology publiziert. Über die Wirkung des Vitamins auf die Spermien konnte man damals jedoch keine konkreten Aussagen machen.

Wie auch immer: Frische Luft kann nie verkehrt sein.

Danke an Horst für den Hinweis


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Kommentar

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16 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Das müsste zur Folge haben, dass in den Monaten August – November die wenigsten Babys geboren werden. Ist das so?

  2. Elmar Breitbach
    Horst schreibt

    Danke für die Details. Ja, Sonne ist Leben wird von einem Solarienverband betrieben. Allerdings verfolge ich es trotzdem recht gerne, weil man durchaus auf neue Studien stößt. Ein wenig Gegengewicht zur "Sonne macht Hautkrebs"-Fraktion finde ich nicht verkehrt, auch wenn das Solarium keine Option ist. Aber chronischen Stubenhockern ein wenig Tageslicht zu empfehlen, halte ich für durchaus wichtig. Als Nerd, der normalerweise selbst im Sommer kaum rauskommt, weiß ich wovon ich rede. 😎
    Normalerweise deshalb, weil ich dank Elternzeit dieses Jahr doch mehr Gelegenheit dazu hatte.

  3. Elmar Breitbach
    L. Bergmann schreibt

    Sie kritisieren die Aussage im Weblog "Sonne ist Leben" (http://photomed.wordpress.com), im "Vitamin D-Winter" könne die Sonne – egal ob bei strahlend blauem Himmel oder bei Bewölkung – kein Vitamin D über die Haut bilden und vermuten dahinter eine Lobby.
    1. Eine Tatsache bleibt eine Tatsache, egal wer und wann er sie äussert. Es ist einfach wissenschaftlich nachgewiesen – und in unserem Blog wird immer direkt auf die Veröffentlichung der wissenschaftlichen Studie mit Link verwiesen – dass in unseren Breiten der "Vitamin D-Winter", in dem kaum oder kein Vitamin D in der Haut gebildet werden kann, von Oktober bis März dauert. Nahrungsergänzung und Solarium sind da halt die Alternativen.
    2. Richtig, in der Tat setzt sich der Blog "Sonne ist Leben" für die vernünftige Nutzung der Sonne und der UV-Strahlen im qualitätsgeprüften Solarium ein. Insofern sind wir "Partei". Anders aber als andere in diesem Streit versuchen wir, jede – und wirklich jede – Aussage so genau wie möglich zu belegen. Ausser in einigen reinen Wissenschaftsblogs finden Sie im Internet nirgendwo derart penibel belegte Behauptungen, die Sie jederzeit mit einem Klick an der Quelle kritisch hinterfragen können.
    Der schlichte Lobby-Verdacht als Totschlagsargument ist da ein wenig unfair.

  4. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Horst: Lobby muss ja nicht immer verkehrt sein. Unerwünscht kinderlose Paare haben da sicherlich zu wenig. An seinem Moderationsstil sollte L. Bergmann ein wenig arbeiten. Er kommt ziemlich gnatzig rüber.

    @ L. Bergmann: Ich habe darauf aufmerksam gemacht, wo ich diese Information her habe und einen Disclosure, der mir auf Ihrer Seite fehlt, nachgereicht.

    Ich kann nicht davon ausgehen, dass meine Leser jedem Link folgen und sich selbst ein Bild machen.

    Tatsache ist ist: Sie schreiben dringende Rat der Forscher, sich täglich um die Mittagszeit mindestens 15 Minuten im Freien aufzuhalten um UV-Strahlen für die Vitamin D-Produktion zu tanken und Men´s Health zitiert die Studie mit … 15 Minuten reichen aus. Für die Vitamin D-Produktion müsse gar nicht die Sonne scheinen…. Diese Quelle verlinken Sie ja selbst und da klingt es nicht so dringend.

    Ich habe hier absolut nichts totgeschlagen, nur darauf hingewiesen, dss man diese beiden Aussagen vor dem Hintergrund der jeweiligen Quellen bewerten sollte. Diese Bewertung habe ich selbst dann aber offen gelassen.

    Der Begriff "Totschlagargument" ist interessanterweise mittlerweile selbst zu einem solchen mutiert wie ich immer wieder mit Freuden feststelle. Mal abgesehen davon, dass ich überhaupt nicht gegen Sie argumentiert habe.

    Ich glaube, dass Sie dadurch, dass Ihnen möglicherweise permanent jemand ans Bein pinkelt, etwas dünnhäutig geworden sind und einen neutralen bis wohlwollenden Link als Attacke mißinterpretieren. Und wie ich in meiner Replik an Horst oben bereits schrieb: Wenn Sie Lobbyarbeit betreiben, dann sollten Sie ein wenig entspannter sein im Umgang mit Kommentatoren. Nur so als Tipp.

  5. Elmar Breitbach
    shusl schreibt

    Die Sonne macht ja nicht nur die Spermies schneller – sie hellt auch die Stimmung auf. Und wer bessere Laune hat, hat auch mehr Lust aufs Babymachen 🙂 Ich hab’s immer gewusst, wir sind für dieses graue Wetter gar nicht gemacht…
    lg
    shusl

  6. Elmar Breitbach
    ally schreibt

    nun löst sich also auch das alte rätsel, warum so viele kinderwunschpaare ausgerechnet im urlaub ein kind zeugen 😉 nein, das hat gewiss weder mit heimlichen kiwu-behandlungen noch mit der vielbesungenen entspannung zu tun, sondern mit der üppigen vitamin-D-synthese, die hierzulande ja so schwer zu erreichen ist.

    ein hurra auf die forschung,

    ally

  7. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    Also ICH würde auch lieber ein Kind zeugen lassen von einem

    – durchgebräunten
    – schlanken, trainierten
    – nicht rauchenden und nicht trinkenden
    – gesund ernährtem Mann

    Definitiv NICHT würde ich jemanden näher als 5m an mich ranlassen, der

    – raucht, trinkt,
    – Bierbauch hat
    – bleich wie die Wand
    – Feinripp und Hosenträger

    hat. Normale Befruchtung ausgeschlossen 😉

    Insofern ein Totschlagsargument der anderen Art 😉

  8. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    Es mag auch sein, diese Sache mit Vitmanin D und Spermien, aber dann mußten, zu mindest theoretisch, die Männer in den warmen Länder, oder die die ans Meer wohnen, so was von fruchtbar sein. Ist aber nicht so, leider. Ich habe den Beispiel.
    Alles sehr gesund was da da oben steht, aber auch mit dieses gesundes Leben ist die Fruchtbarkeit nicht vorprogramiert.
    Und ich denke auch wenn einer/eine fruchtbar ist, dann ist er den ganzen Jahr.
    Aber Vitamine, Mineralien, Sonne, frische Luft tun immer gut.

  9. Elmar Breitbach
    Donza schreibt

    @shusl: wer bessere Laune hat, hat auch mehr Lust auf Babymach-Sex?
    *kicher*

  10. Elmar Breitbach
    Donza schreibt

    Warum kann man denn Horsts Kommentar nicht bewerten?

  11. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Donza: das ist eines dieser Internetmysterien, die ich auch nicht aufklären kann. Bei Horsts Kommentar sind die Daumen auch bei mir nicht zu sehen, keine Ahnung, warum das so ist 😯

  12. Elmar Breitbach
    möchte*gern*mama schreibt

    Tja, warum es dann bei uns nicht klappt frage ich mich da mal wieder???
    Schatzi ist schlank, trainiert, trinkt nie, raucht nicht, ernährt sich gesund und ist jeden Tag mind. 25 min. an der frischen Luft und im Urlaub war er soo braun 🙁
    Fragen über Fragen 😉
    Aber ins Solarium würd ich ihn prügeln müssen, oh oh
    (ein bißchen Spaß muss sein, ne?)

  13. Elmar Breitbach
    Horst schreibt

    Ach, ich dachte ich sehe die Bewertung nicht, weil ich den Kommentar selber geschrieben habe. Naja, dann verstehe ich das einfach so, dass ich über den Dingen stehe.

    In unseren heutigen Verhältnissen kann man die Sonnendauer nicht automatisch auf tatsächlich auftretende Sonnenstrahlen auf der Haut umrechnen. Wer nicht gerade durch den Beruf viel draußen sein muss, ist trotzdem blass. Freilich hat man mehr Möglichkeit zur Sonne als bei uns. Ich glaube das schlimmste ist eben, das ganze Jahr der Sonne aus dem Weg zu gehen und dann im Urlaub 2 Wochen am Stück sich zu braten. Ob ein Solarium eine Lösung sein kann, davon bin ich noch nicht restlos überzeugt.

  14. Elmar Breitbach
    sonya schreibt

    Bei uns könnte das mit der Sonne sogar stimmen:
    Im Herbst hatten wir als Diagnose noch OATIII, im Winter sogar Kryptozoospermie und dann im Juni "nur" noch OATII.
    Und bis auf die Jahreszeiten haben wir, zumindest bewusst, nichts am Lebensstil geändert (weil wir ja eh nicht rauchen und trinken etc…)
    Deswegen: Ja, könnte was dran sein an der Studie…

  15. […] Vitamin D sind die meisten Menschen in unseren Breitengraden unterversorgt und man weiß, dass Spermien Rezeptoren für dieses Vitamin aufweisen. Auch die Fruchtbarkeit der Frau profitiert erwiesenermaßen von einer ausreichenden Versorgung […]

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