Neue Methode zur Spermienaufbereitung


Ein Röhrchen mit Glaswolle die Erfolgraten bei der künstlichen Befruchtung leicht erhöhen. Das in Gießen entwickelte kleine Plastikgefäß sondert nach Angaben seiner Hersteller rund zwei Drittel aller ungeeigneten Spermien aus. Diese spezielle Aufbereitung der Spermien soll die Schwangerschaftsraten verbessern, durch wissenschaftliche Studien wurde dies jedoch noch nicht nachgewiesen.

«Unser Trennverfahren ist bislang weltweit einmalig und schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe», sagt der Leiter des Gießener Forschungszentrums Transfer Mittelhessen (TransMit) für begleitende Verfahren der Reproduktionsmedizin, Werner Miska. «Einerseits müssen alle Spermien vor dem Zusammenbringen mit der Eizelle sowieso von Störstoffen gereinigt werden. Andererseits filtern wir auch zwei Drittel derjenigen Spermien raus, die einen programmierten Zelltod in sich tragen: Sie können mit dem Abbau von Erbinformationen zum Absterben des sehr frühen Embryos führen», erklärt der Chemiker. Insgesamt etwa ein Drittel aller Spermien seien solche «Selbstmord- Kandidaten».

Das Verfahren der Filterung sei denkbar einfach: Das Ejakulat mit mehreren Millionen Samenzellen «tropft mit der Schwerkraft durch die Spezial-Glaswolle und die Selbstmord-Kandidaten bleiben zurück», erläutert Miska.

Damit soll der Anteil gut beweglicher Spermien nach der Aufbereitung des Ejakulats deutlich zu erhöhen sein. Die sogenannte Glaswollfiltration ist ein schon seit mehreren Jahrzehnten angewendetes Verfahren zur Spermienaufbereitung, wurde jedoch zunehmend durch Verfahren mit Dichtegradienten oder den sogenannten „Swim-Up“ ersetzt, worauf der Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin, Wolfgang Würfel hinweist:

«Glaswolle-Filtrationen sind schon länger bekannt. Die Frage ist, ob mit dem neuen Verfahren wirklich viele ungeeignete Spermien rausselektiert werden. Das muss sich dann auch im Zusammenspiel mit der Eizelle bewähren.» Es könnte aber funktionieren. «Die Fortpflanzungsmedizin ist voller Überraschungen», ergänzt der Professor für Gynäkologie. «Klinische Studien, um dies zu belegen, könnten allerdings schon ein halbes oder Dreivierteljahr dauern.»


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