Medikamentöse Therapie bei schlechtem Spermiogramm

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Ein etwas älterer Artikel in der Ärztezeitung beschäftigt sich mit der medikamentösen Behandlung der männlichen Unfruchtbarkeit.

Professor Haidl aus Bonn erwähnt zunächst einmal den „Hypogonadotropen Hypogonadismus“. das ist nun nichts Neues, denn dies ist die einzige Indikation, wo eine medikamentöse Behandlung erwiesenermaßen zu einer Verbesserung des Spermiogramms führt. Hier handelt es sich um eine Minderleistung der Hirnanhangsdrüse, welche nicht in der Lage ist die Hoden ausreichend mit FSH und LH hormonell stimulieren, weshalb diese keine oder nur vermindert Spermien bilden. Eine Therapie mit hMG und hCG führt dann zu einer Verbesserung der Sytheseleistung des Hodens. Es wird mit diesen Medikamenten die verminderte Hormonausschüttung ersetzt. Eine Testosterongabe, welche auch immer noch gelegentlich in solchen Fällen verabreicht wird, führt jedoch nicht unbedingt zu einer besseren Spermienproduktion, sondern ersetzt lediglich die fehlende Hormonproduktion des Hodens, was die Testosterongabe zu einer sinnvollen Therapie bei Männnern ohne Kinderwunsch macht.

Eine weitere sinnvolle Indikation ist die sogenannte „Retrograde Ejakulation“, bei der die Spermien nicht den „richtigen Weg“ einschlagen sondern in die Harnblase ejakuliert werden.

Bei retrograder Ejakulation oder Transport-Aspermie, etwa durch Innervationsschäden nach Radikaloperationen oder bei Diabetes, sind nach Haidls Angaben Therapien mit alpha-Sympathomimetika oder Anticholinergika oft erfolgreich. Besonders Medikamente wie Imipramin oder Brompheniramin (in Deutschland nicht erhältlich) hätten den Vorteil, daß unter der Therapie gezielter Geschlechtsverkehr möglich sei.

Vermutet man eine entzündliche Ursache der schlechten Spermienqualität, dann können Antibiotika und entzündungshemmende Medikamente (Diclofenac, Ketoprofen, Ibuprofen und ASS) über einen längeren Zeitraum gegeben, zu einer verbesserten Spermienqualität führen.

Bei Männern ohne erkennbare Ursache für ihre verminderte Fruchtbarkeit wird Clomifen oder Tamoxifen empfohlen. Der Nachweis der Wirksamkeit konnte in Studien jedoch nicht nachgewiesen werden.

In einem anderen Bericht unserer News wurde bereits auf die möglichen positiven Auswirkungen verschiedener Vitamine hingeweisen


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