Männliche Unfruchtbarkeit: Neue Erklärung

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Die schlechte Qualität der Samen kann offenbar genetisch bedingt sein. Die bekannten Gründe dafür habe ich bereits in diesem Artikel erwähnt. Es müssen aber nicht unbedingt Gene oder Chromosomen geschädigt sein oder fehlen, um die männliche Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen, fand Rebecca Sokol, Professorin an der Universität von Süd-Kalifornien heraus.

Noch vor der Geburt spezialisieren sich bei den männlichen Embryonen diejenigen Zellen, die später im Hodengewebe für die Spermienproduktion verantwortlich sind : Dazu müssen bestimmte Gene aktiviert, andere abgeschaltet werden. Sokol und ihr Team verglichen in ihrer Studie dieses Muster von aktiven und stummen Genen in den Samenzellen fruchtbarer mit denen unfruchtbarer Männern. Dabei zeigte sich, dass in den nicht funktionstüchtigen Spermien häufig die falschen Gene aktiv waren.

Das Erbgut wies alle notwendigen Gene auf und diese waren auch unverändert, aber die Programmierung für die Spezialaufgabe Spermienproduktion fehlte. Diese Umprogrammierung erfolgt normalerweise bereits im Fötus vor der Geburt. „Nach unseren Daten erscheint es plausibel, dass die männliche Unfruchtbarkeit zu der wachsenden Liste von Krankheiten zählt, deren Ursprung im Mutterleib liegt“, erklärte Sokol.

Die möglichen Ursachen für diese Fehlprogrammierung sind unklar, vermutet werden äußere Einflüsse auf die genetische Differenzierung in der Schwangerschaft. Bevor man diese Ursachen nicht isoliert hat, ergeben sich aus diesen ergebnissen leider auch keine therapeutischen Möglichkeiten.


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