Künstliche Spermien funktionieren

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…Bei Mäusen. Und das schlecht.

Dennoch wird eine Veröffentlichung der Universitäten Göttingen und Cambridge Humangenetiker Prof. Karim Nayernia (Newcastle) als ein „Meilenstein auf dem Weg zum Verständnis der Bildung männlicher Keimzellen bei Säugetieren“ bezeichnet. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Developmental Cell“ (Bd. 11, S. 125) veröffentlicht.

Embryonale Stammzellen von Mäusen wurden mit Hilfe von Wachstumsfaktoren dazu angeregt, sich zu anderen Zellen zu spezialisieren. Diejenigen, welche sich zu Spermien entwickelten, wurden aussortiert und durch weitere Entwicklungsschritte geschickt, bis sie normalen Spermien ähnelten.

Mit diesen Spermien-ähnlichen Zellen wurden dann 65 Eizellen befruchtet und in Mäuse eingebracht. Die sieben daraufhin geborenen Mäuse waren allerdings entweder größer oder kleiner als auf natürlichem Weg gezeugte Artgenossen und starben früher. Beides deute auf eine unvollständige „Umprogrammierung des Genoms während der Keimzellbildung“ hin, sagte Nayernia. Siehe auch „Imprinting“ im Theorie-Teil dieser Seite und Epigenetik aufWikipedia. Es sei demnach nicht gelungen, alle komplizierten Entwicklungsschritte bei der Spermienbildung in der Kulturschale vollständig nachzuvollziehen.

Nayernia, der nun an der Universität Newcastle forscht, betreute diese Experimente über einen zeitraum von drei Jahren. Sein Team entwickelte 400 Embryonen, von denen jedoch nur eine Handvoll in einer Befruchtung und lebenden Mäusen führte, da die technischen und entwickungsbiologischen Hindernisse schwierig zu bewältigen waren.

Der Leiter des humangenetischen Instituts an Newcastle University in England, Professor John Burn, beschreibt die Forschungsergebnisse ebenfalls als Meilenstein. „Man kann sich vorstellen, dass diese Ergebnisse in den kommenden Jahren dazu führen könnten, warum manche Männer unfruchtbar sind.

[Quelle: Reuters und Frankfurter Rundschau]


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  1. […] im Jahr 2006 erschienen die ersten Berichte über funktionstüchtige Spermien aus Stammzellen. Natürlich im Tierversuch und bei den ohnehin […]