Kiffen macht unfruchtbar


Vermutlich eine Nachricht, die so manchem Cannabis-Raucher eher entgegen kommt.

Für die anderen sei hier gesagt: Es ist schädlich für die Spermienqualität. Die Studie, welche dies nachwies, hat dies jedoch nur im Reagenzglas untersucht, da die Untersuchung von Spermien zu Studienzwecken in Kenntnis des Drogenkonsums der Probanden mindestens ethisch verwerflich wahrscheinlich aber auch juristisch problematisch ist.

Der Hauptwirkstoff der Cannabis-Derivate ist das delta-9-tetrahydrocannabinol (THC) und dieser wurde in der Studie zuvor aufbereiteten Spermien zugesetzt. Die Dosis wurde so gewählt, dass sie durchschnittlichen Blutspiegeln von Cannabis-Rauchern entsprach. Anschließend wurde die Entwicklung der Beweglichkeit und die Bindungsfähigkeit der Spermien an Eizellen untersucht.

In Abhängigkeit von der ursprünglichen Spermienqualität kam es zu einer deutlichen Verminderung der Beweglichkeit und Bindungsfähigkeit der Spermien. Je schlechter die ursprüngliche Qualität war, desto stärker war der negative Einfluss auf die Befruchtungsfähigkeit der Spermien. Der negative Einfluss war dosisabhängig, bei höheren THC-Konzentrationen waren der Einfluss auf Beweglichkeit und Bindungsfähigkeit ausgeprägter als bei geringen Konzentrationen.

Tja, da bleibt nicht mehr viel. Irgendwie ist alles schädlich: Essen, Rauchen, Alkohol und selbst Fernsehen.

L. B. Whan, M. C.L. West, N. McClure, S. E. M. Lewis
Effects of delta-9-tetrahydrocannabinol, the primary psychoactive cannabinoid in marijuana, on human sperm function in vitro
Fertility and Sterility, Volume 85, Issue 3, Pages 653-660 (March 2006)


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Kommentar

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21 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    stephanie schreibt

    Das kanabis sich auf die mobilität auswirkt ist ja klar, weil die Spermies denken sich ja auch: Ach ich hab heute kein bock und schwimm morgen weiter, ich rauch erst noch mal ne tüte….Was mich noch interessieren würde haben sie wirklich das Ei gefunden oder sind sie evtl. doch im Kreis oder gegen das Glas geschwommen????

    Aber mal Schertz bei seite wurde auch untersucht wie lange sich das kanabis auf die Schwimmer auswirkt, ist es nicht so das wenn in der Zeit wo sich die Spermien neu bilden und man in der Zeit nicht raucht, die Spermien wieder ihre alte form zurück haben??? Oder täusche ich mich da????

  2. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    vermutlich ist es wie beim Nikotin: wenn die Abstinenz lange genug dauert, wird die Wirkung auch wieder nachlassen. Da dies hier aber nur eine Untersuchung im Reagenzglas war (die Spender haben nicht THC in welcher Form auch immer zu sich genommen), kann man dazu keine Angaben machen und auch sonst sind mir da keine zahlen Bekannt

  3. Elmar Breitbach
    stephanie schreibt

    nun ja nachvollziehen kann ich das, man würde sich strafbar machen wenn die Studie an Probanden durch geführt werden würde, aber es würde mich ja schon interessieren, zu mal ja eine menge Studien mit Probantden gemacht werden (Alkohol, Medikamente etc.) Eigentlich ist es doch ein wenig schade, und es kann keine vernünftige Aussage gemacht werden wie lange sich THC auf das Sperma auswirkt. Da wie ja schon gesagt das Sperma und THC im Reagenzglas zu sammen gebracht wurden und man ja kein zeit fenster hat um zu sehen wie es wieder abgebaut wird. Um das wrklich fest zu stellen müßte man diese Studie mit Probanden über mehrere Wochen machen und das wird es wohl nie geben. Wie auch immer ich wünsche noch einen schönen abend Hr. Dr Breitbach

    Liebe grüße Stephanie

  4. Elmar Breitbach
    Julie schreibt

    Auf jeden Fall hat es bei meiner Freundin und ihrem Mann nicht "genützt" – sie kiffen beide und haben inzwischen drei ungeplante Kinder.

    LG
    Julie

  5. Elmar Breitbach
    N. schreibt

    Schade, schade, wieder mal nichts neues diese Studie. Aber wie die meisten beschäftigt sie sich nur mit den kiffenden Herren – was ist mit den kiffenden Damen? Ist es auch schädlich für die Eizellen?

  6. Elmar Breitbach
    E: Breitbach schreibt

    @ N.,

    das ist natürlich sehr viel schwerer zu klären. Bei dieser Studie brauchte man nur einige Probanden, die Ihre Spermien zur Verfügung stellen und ein wenig THC. Bei Eizellen ist das komplizierter. Vermutlich wird diese Frage ungeklärt bleiben

    @ Stephanie
    so ist es leider 🙂

  7. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    wegen der Frage nach den kiffenden Damen….wenn schon eine Vasokonstriktion nach THC-Konsum messbar wäre, es könnte somit nicht gesund sein für die Fertilität – die mit guter Durchblutung eher optimal funktioniert, als in einem Zustand verlegter, zusammengezogener Gefäße als mögliche Reaktion auf THC.
    Somit die Frage an den Doc: Ist THC vasokonstriktiv, wo möglich sogar langfristig wirksam?
    Wenn ja, dann wäre schonmal ein wichtiger fertilitätsschädigender Aspekt geklärt, oder?

    Interessant wären aber sicher auch teratogenes oder embryotoxisches Potential von THC….ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf eine "mitkiffenden" Säugling *ohnmacht*!

  8. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    Ich glaube, man sollte es einfach lassen. Zumindest, wenn man schwanger werden möchte. dann doch lieber fernsehen 🙂

  9. Elmar Breitbach
    stephanie schreibt

    Cannabis wird oft in Verbindung mit Tabak geraucht. Das ist allerdings nicht optimal. Erstens enthält Tabak-Rauch neben vielen giftigen Verbindungen Nikotin, das süchtig macht und gefäßverengend wirkt. Außerdem wirkt Tabak der Cannabis- Wirkung entgegen, einen optimalen Cannabis-Genuss hat man nur pur. Beim Pur-Rauchen inhaliert man auch logischerweise wesentlich weniger Pflanzen-Material, was die Gefahr schädlicher Konsumfolgen wie Krebs und Lungenerkrankungen
    verringert.

    Also was heißt das wenn man schon am kiffen ist dann bitte nur PUR!!! Aber am besten gar nicht…..

  10. Elmar Breitbach
    kai schreibt

    Hol Dir doch ein paar Probanden aus Holland! Studiere selbst in Holland und gehe davon aus, dass es nochmehr Leute, wie mich, gibt die sich fuer eine Verguenstigung melden wuerden und den Test mal durchfuehren! Bin maennlich und natuerlich auch interessiert ob ich mir Gedanken machen muss???

    MfG kai

  11. Elmar Breitbach
    katrin schreibt

    ….falls es jemand wissen möchte, mein Mann hat genau diese Problematik durchlebt, er ist nun seit 2 Jahren abstinent, das Spemiogramm hat sich zwar leicht verbesert, jedoch reicht es nicht aus um auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Soviel zum Thema reger Cannabis Konsum und Fertilität.
    Es gab eine gute Veröffentlichung zum Thema Cannabis im Focus. Mittlerweile ist dieses Kraut ja so manipuliert, das die heutigen Cannabispflanzen (mit Gentechnik klappts) den 10fachen THC Wert aufweisen, wie bei den Pflanzen die in den 60er und 70ern geerntet wurden. Ziel des Ganzen ist, schon nach relativ kurzer Zeit der Nutzung eine Abhängigkeit hervorzurufen. Klar, ist ja gut fürs Geschäft.
    Viel Glück für alle die es

  12. Elmar Breitbach
    anonym schreibt

    Die Spermas von Cannabiskonsumenten reifen erheblich schlechter. Es sind die Veränderungen der Zellstrukturen und gar Deformierungen der Spermas, wie wissenschaftlich nachgewiesen worden ist. Die Spermen, als Träger der XY-Chromosomen, sind effektiv verkrüppelt. So wird schon bei kleinem THC-Konsum die Produktion des Sexualhormons Testosteron für ca. 24 Stunden lahm gelegt. Anstatt zielgerichtet zum zu befruchtenden Ei zu schwimmen, kreisen die Spermen um sich selber oder verlieren schnell an Antrieb.

    Ebenso wird Cannabis mit Störungen im Monatszyklus in Verbindung gebracht, mit Frühgeburten oder Fehlgeburten. Cannabis ist wohl auch mitverantwortlich für gewisse Nervenschäden bei Kindern, die oft viel zu klein und zu leicht zur Welt kommen. So sagt auch Marihuana-Forscherin Dr. Carol Smith Won: Alle Drogen, die wir untersucht haben, hatte keine so starke und langanhaltende Wirkung auf diese Hormone (Testosteron und andere Geschlechtshormone ) wie das THC….

    Frage an den Dr: Wie ist denn das mit dem Testosteron bezüglich – So wird schon bei kleinem THC-Konsum die Produktion des Sexualhormons Testosteron für ca. 24 Stunden lahm gelegt?

  13. Elmar Breitbach
    anonym schreibt

    Ist also Testosteron für die Fehlfunktion der Spermien verantwortlich oder nicht?

    Oder gibt es bei zu geringen Testosteronspiegel andere Risiken?

    Eine andere Seite hat berichtet:

    Cannabis Fortpflanzung: Scheint Testosteron-Spiegel bei männlichen Probanden zu senken, keine biologisch signifikanten und reliablen Daten

    Also doch nicht bewiesen! Andererseits Nikotin, Alkohol und Stress hemmen ja auch das Testosteron!

  14. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    @ Anonym,

    ich habe nur diese Studie zu dem Thema, die vor einem Jahr herauskam. Ansonsten gibt es praktisch keine klinisch verwertbaren Studien, insbesondere nicht im Zusammenhang mit Cannabis, Testosteron und Spermienqualität. Zumindest keine, die mir bekannt sind

  15. […] nur platt und antriebslos… es hat auch andere langzeitwirkungen die nciht wirklich witzig sind: Kiffen macht unfruchtbar | Andrologie | Aktuelles zum Thema Kinderwunsch Kurznotizen zu Cannabis | Drogen-Aufklaerung http://www.aegd.ch/01deutsch/pdf_de/…20Cannabis.pdf […]

  16. […] sie ihre Energien bereits verbraucht und bewegen sich nur noch unzureichend, wie es auch in einer anderen Studie vor ein paar Jahren bereits in einem Experiment nachgewiesen werden konnte . Erste Ansätze zur Verbesserung der Spermienqualität ergeben sich also aus dieser Studie […]

  17. Elmar Breitbach
    Denise Glavan schreibt

    Mich würde das auch mal interessieren bei fraun wie sich das auf die Eizellen auswirkt und wie das ist wenn ma es nur so ein bis zwei mal im Jahr macht .

  18. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Kann man nicht mit Bestimmtheit sagen, aber ich denke, dass fast alles, was man nur 1-2 jährlich macht, ungefährlich ist 😉

  19. […] Es sei auch erwähnt, dass die mitrauchende Partnerin in ihrer Fruchtbarkeit beeinträchtigt wird, wodurch sich der Effekt noch verstärkt. Und um das Thema Rauchen im weitesten Sinne abzuhaken: Cannabis zu rauchen macht es nicht besser. […]

  20. […] Es sei auch erwähnt, dass die mitrauchende Partnerin in ihrer Fruchtbarkeit beeinträchtigt wird, wodurch sich der Effekt noch verstärkt. Und um das Thema Rauchen im weitesten Sinne abzuhaken: Cannabis zu rauchen macht es nicht besser. […]

  21. […] damals kam ich jedoch nicht umhin, darauf hinzuweisen, dass es auch andere Studien gibt, die vor allem bei Männern fruchtbarkeitsmindernde Effekte feststellte. Und nun gibt es eine weitere Untersuchung, die nicht nur die Spermienqualität und den Eintritt […]