Antioxidanzien verbessern Spermienqualität und IVF-Erfolge


Mit Vitaminen zu einem besseren Spermiogramm, das ist die Hoffnung vieler Paare, die zum Teil recht tief in die Tasche greifen, um die entsprechenden Präparate zu kaufen. Einzelne Studien zu den über die üblicherweise genannten Substanzen fehlte bisher die statistische Durchschlagskraft, wie ich anlässlich eines länger zurückliegenden Artikels zu Orthomol fertil bereits bemerkte.

Nun wurde ein Übersichtsartikel zu diesem Thema in der Cochrane Database veröffentlicht, dem heiligen Gral der „evidence based medicine“. Hier werden nur Studien oder Übersichten zu Studien veröffentlicht, die strengen Kriterien (randomisiert, kontrolliert und prospektiv) genügen.

Und ich stelle fest, dass ich meine Meinung zum Thema Nahrungsergänzungsmittel bei der Kinderwunschbehandlung revidieren muss. Es scheint zu wirken. Nicht nur wird die Spermienqualität besser, sie scheinen auch einen positiven Einfluss auf den Ausgang einer künstlichen Befruchtung zu haben, so das Ergebnis der Studienübersicht.

Zu der Wirkung von Antioxidanzien in der ICSI– oder ICSI-Therapie fanden die Autoren 34 zur Auswertung geeignete Studien, in denen 2876 Paare behandelt wurden. Die männlichen Partner nahmen Antioxianzien – vor allem Vitamin E, Vitamin C, Folsäure und Zink – Placebo oder gar nichts ein.

Schwangerschaftsraten

Bei den Paaren mit Antioxidanzien-Gabe war die Schwangerschaftsrate 4,2-fach höher als bei den anderen Paaren. Diese Daten basieren auf 96 Schwangerschaften bei 964 Paaren in 15 Studien.

Lebendgeburtenrate

Bei drei dieser Studien wurde auch die Rate der Lebendgeburten ermittelt. Sie war in der Gruppe der Paare mit Antioxidantien-Supplementation fast fünfmal höher als bei den anderen Paaren. Auch wenn es statistisch signifikant war, so basierten die Ergebnisse auf lediglich 20 Lebensgeburten bei 214 Paaren in 3 der untersuchten Studien.

Schlussfolgerung

Die Autoren sehen einen signifikant positiven Einfluss der Nahrungsergänzungsmittel auf die Spermienqualität und die Ergebnisse einer Reagenzglasbefruchtung, wobei aufgrund der Datenlage unklar bleibt, welche Vitamine und Spurenelemente die wichtigsten sind. Sie empfehlen daher weitere Vergleichsstudien, um diese herauszuarbeiten.

Über Nebenwirkungen wurde in keiner der Studien berichtet. Die Ergebnisse zu den Lebendgeburten halte ich in Anbetracht der geringen Zahl für eher nicht belastbar, aber aufgrund der praktisch nicht vorhandenen Nebenwirkungen, kann die Schlussfolgerung eigentlich nur sein, Antioxidanzien zu empfehlen, selbst wenn eine ICSI geplant ist.

Showell MG, Brown J, Yazdani A, Stankiewicz MT, Hart RJ
Antioxidants for male subfertility.
Cochrane Database of Systematic Reviews 2011, Issue 1. Art. No.: CD007411. DOI: 10.1002/14651858.CD007411.pub2


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Kommentar

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3 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    cruzeiro schreibt

    Ich habe nach der ersten geglückten IVF das Glück gehabt, mit meiner Frau ein zweites Kind zu bekommen, spontan.

    Das ganze nach radikaler Ernährungsumstellung und 10 Kilo abnehmen (mithilfe einer Online-Diät). Da wimmelte es nur so von Anti-Oxis in jedem Rezept. Und es ging mir richtig gut damit, in jeglicher Hinsicht.

    Inzwischen bin ich nicht mehr so ganz radikal, aber die Sünden lasse ich sein.

    Kann also nur bestätigen, dass es da wohl Zusammenhänge geben muss, ich war nämlich eigentlich OAT II-III(mit T sogar bei IV).

  2. Elmar Breitbach
    highno schreibt

    Das müsste die Studie im Langtext (140 Seiten) sein:
    http://www.update-software.com/BCP/WileyPDF/EN/CD007411.pdf

  3. […] gegeben werden, wie der Rat, sich gesund zu ernähren. Den in Obst und Gemüse enthaltenen Antioxidantien wird z. B. die Fähigkeit zur Verbesserung der Spermienqualität […]