Alter und Fruchtbarkeit: Sind VIPs fruchtbarer?

VIP-Magazine sind irreführend, wenn es um die Fruchtbarkeit der Frau geht

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Fast jeder kennt zahlreiche Beispiele von berühmten Frauen, die noch in vergleichsweise hohem Alter Kinder bekommen haben. Erstaunlich selten wird dabei jedoch über medizinische Hilfe berichtet. Wie kommt es, dass Schauspielerinnen, Sängerinnen und andere „Celebrities“ auch in fortgeschrittenem Alter noch problemlos schwanger werden?

Fertility awareness, was ist das?

Ein Bewusstsein darüber zu haben, ab wann es schwieriger wird, schwanger zu werden und seine eigene Familienplanung mit der Biologie in Einklang zu bringen, nennt man im englischsprachigen Raum „fertility awareness“. Im Elternhaus und der Schule wird dabei – und völlig zurecht – großer Wert auf die Verhütung von Schwangerschaften und Vermeidung sexuell übertragbarer Krankheiten gelegt. Dabei wäre der Hinweis auf die altersabhängige Minderung der Fruchtbarkeit jedoch auch bereits bei jungen Menschen wichtig.

Denn oft wird die Dauer der Fruchtbarkeit offenbar falsch eingeschätzt. Eine Umfrage des Instituts Allensbach aus dem Jahr 2007 zeigte offensichtliche Unkenntnis über den Zusammenhang zwischen Alter und Fruchtbarkeit. Auf die Frage „Was schätzen Sie: Ab welchem Alter wird es für Frauen von der Fruchtbarkeit her schwieriger, schwanger zu werden?“ wurden folgende Antworten gegeben:
….“

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Über die Hälfte der Befragten (ab 16 Jahren) lag mit seiner Antwort vollständig daneben und gab 40 oder gar 45 Jahre als das Alter an, ab dem es schwieriger werden könnte, schwanger zu werden. Ein weiteres Viertel der Befragten gab 35 Jahre an. Es stimmt, dass hier der negative Einfluss des Alters auf die Fruchtbarkeit stärker zu Tragen kommt, jedoch wäre die Antwort „ab 30 Jahren“ korrekt. Weniger als 20% der befragten könnten die Frage richtig beantworten. Woran liegt diese offenbar weit verbreitete Fehleinschätzung?

Alter und Fruchtbarkeit in der öffentlichen Wahrnehmung

62-Jährige bringt gesundes Kind „nach IVF“ zur Welt. Sensation?

Es mag durchaus viele Paare geben, die bei der obigen Frage die korrekte Antwort gegeben hätten, dies jedoch bei ihrer Familienplanung nicht ausreichend berücksichtigen, da die Reproduktionsmedizin ja offenbar alles möglich macht. Zumindest, wenn man solche Artikel liest: 62jährige bringt gesundes Mädchen zur Welt – in der jedoch der Hinweis auf die einzig mögliche Erklärung für die Schwangerschaft in diesem Alter fehlt – die Eizellenspende. Statt dessen wird die Mutter zitiert, die von „einem Wunder des Himmels“ spricht.

Aber auch andere Quellen sind mit den bekannten biologischen Sachverhalten nur schlecht in Einklang zu bringen. Wer regelmäßiger Leser von „bunten Blättern“ ist, wird regelmäßig mit Geschichten konfrontiert, die zeigen, dass VIPs, Celebrities – kurz die Reichen und Schönen, biologisch völlig anders darstehen als wir es von „normalen Menschen“ kennen.

Bei der Schwangerschaft von Caroline Beil beispielsweise bleiben einige Fragen offen, wie Franziska Ferber sehr ausführlich in ihrem Blog darlegt:

Und da beginnt für mich als Kinderwunsch Coach dann doch das ungute Gefühl. Wenn ich mich recht erinnere hat Frau Beil in diesen Interviews doch recht deutlich den Eindruck vermittelt, dass neben Glück, gesunder Ernährung und ein wenig Kinderwunsch-Medizin es alles gar kein Problem sei. Das es ausreicht, wenn man sich um eine entspannte Einstellung bemüht und dann – schwups – schwanger wird.

Es ist sicherlich von den Promis nicht zu erwarten, immer detailliert über die Entstehung ihrer Kinder aufzuklären. Aber offensiv die Unwahrheit zu erzählen, führt zu den eingangs genannten Missverständnissen über die altersabhängigen Möglichkeiten, schwanger zu werden. Zumindest wäre zu wünschen, dass in der Öffentlichkeit stehende Personen es in diesem Zusammenhang mit der Wahrheit genauer nehmen oder – wie es viele normale Menschen tun – einfach mal gar nichts zu erzählen, auch wenn es schwer fällt. Ist Frau Beil eine Ausnahme? Keinesfalls, so das Ergebnis einer Studie zum Thema Promis, Schwangerschaften und Printmedien.

Studie zum Thema: „Age ist just a number“

„Wenn über die Schwangerschaft berühmter Frauen in Zeitschriften berichtet wird, ohne auf eine Kinderwunschbehandlung oder Eizellenspende hinzuweisen, kann das zu schädlichen Missverständnissen führen“, so die Autoren der Studie. Wissenschaftler der New York University School of Medicine untersuchten Angaben zu Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Geburt in Promi-Magazinen über einen Zeitraum von 4 Jahren (2010 – 2014 –  Cosmopolitan, People Magazine und US Weekly). In 416 Ausgaben wurden 1.894 Hinweise auf Fruchtbarkeit, Schwangerschaft oder Kinder gefunden.

Es wurden Berichte über 240 Frauen gefunden, wobei weit mehr als die Hälfte (56%) über 35 Jahre alt war. Nun kann man natürlich auch in diesem Alter noch auf normalem Wege schwanger werden, aber die Wahrscheinlichkeit steigt, dass eine medizinische Unterstützung notwendig wird. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit von Promis ist? Nun, folgt man den Berichten der bunten Blätter, dann sind es 1,5% – zwei von 135, die sich einer Kinderwunschbehandlung unterziehen mussten. Oder in 0,008% aller Berichte.

Gehen wir mal davon aus, dass die Reichen und/oder Schönen sich vielleicht etwas mehr um ihre Gesundheit kümmern können als andere, dann ändert dies jedoch nichts am leider unabwendbaren Alterungsprozess der Eizellen. Und da wird es dann spätestens bei sieben Promis über 44 Jahren unglaubwürdig, über deren Schwangerschaft oder Geburt berichtet wurde – ohne einen Hinweis auf eine medizinische Unterstützung.

Fazit der Studie – Medienanalyse

Die Autoren der Studie kommen in ihrem Bericht zu folgendem Schluss: „Die viel gelesenen populären Medien spielen den Zusammenhang zwischen Alter und Fruchtbarkeit runter und verklären Schwangerschaften in höherem mütterlichen Alter. Die Magazine berichten über Schwangerschaften in höherem Alter ohne IVF, Eizellen- und Samenspende zu erwähnen. Ebenso wird über die Schwangerschaftsrisiken bei Spätgebärenden so gut wie gar nicht berichtet.

Diese Berichterstattung spiegelt die Tabuisierung der künstlichen Befruchtung in der Gesellschaft wider und vermittelt Unwahrheiten über wichtige biologische Zusammenhänge der menschlichen Fruchtbarkeit.

Es ist sicherlich nachvollziehbar, dass eine Caroline Beil nicht über die Eizellspende berichtet oder Susanne Holst über ihre Kinderwunschbehandlung. Und wenn sie darüber nicht berichten, wird sie auch nicht stattgefunden haben…

Aber die bunten Blätter sollten mit solchen Nichtinformationen seriös umgehen und den Promis nicht noch eine Plattform für ihre schwurbeligen Erklärungsversuche bieten, das biologische „Wunder“ mit gesundem Essen, Charakterstärke, Entspannungsübungen und viel Liebe zum aktuellen Partner zu erklären.

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Kommentar

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9 Kommentare
  1. pebbles30 schreibt

    Mein erster Gedanke, ob VIPs fruchtbarer sind:
    Nein sie haben nur mehr Geld.

  2. Elmar Breitbach schreibt

    Sicherlich auch nicht zu vernachlässigen. Aber Eizellenspende und IVF können sich auch normal Sterbliche leisten, wenngleich unter sehr viel größerer Belastung.

  3. CaraHope schreibt

    Mein erster Gedanke war auch, dass sie natürlich nicht fruchtbarer sind (Ist ja eh nur eine rhethorisch Frage ;)), sondern einfach mehr Geld haben und sich dadurch die bestmögliche Unterstützung leisten können (z.B. Langzeitkinderwunschtherapie). Aber es gibt auch Beispiele in Hollywood (z.B. Jen Aniston), da funktioniert es offenbar trotzdem nicht und die Medien berichten eiskalt darüber. Leider ist es ein Thema, mit dem viele Promifrauen ungewollt konfrontiert werden und gerade für Frauen in der Film- oder Showbranche ist es ja ohnehin nicht einfach, älter zu werden. Das Thema Kinderwunsch bzw. ob jemand evtl. Kinderwunschtherapie benötigt, sollte zwar gewiss nicht tabuisiert werden, gehört aber andererseits trotzdem in den privaten Bereich, den es zu respektieren gilt – ob man nun Promi ist oder nicht. Des Weiteren ist eine mehr oder weniger pauschale Medienschelte sicher weder besonders hilfreich noch gerechtfertigt. Dass insbesondere die „bunten Blätter“ eben auf ihre ureigene Art berichten, ist ja nun hinlänglich bekannt und wird bereits an Schulen erklärt. Wer sich dennoch gerne einen Bären aufschwatzen lassen möchte, der kann die ja gerne lesen, soll sich aber hinterher nicht beklagen. Ich denke schon, dass die KIWU-Praxis nicht nur aufgrund falscher Informationen hinsichtlich der Fruchtbarkeit der Frau voll sind ;). Aufklärung an Schulen ist tatsächlich ein wichtiger Bereich – nicht nur über Verhütung, sondern eben auch über die Fruchtbarkeit als solche. Aber diese Aufklärung sollte meiner Meinung nach an die modernen Lebenswelten weiter angepasst werden. Und in diesem Zusammenhang sollte dann sicher auch das Thema Eizellenspende wie auch die Organspende ein Thema sein, gibt es doch gerade in diesen Bereichen auch ethischen Aufklärungsbedarf.

  4. Elmar Breitbach schreibt

    @Cara Fast alles, was Sie schreiben, sehe ich auch so. Jedoch ist die Wahrnehmung „40 ist das neue 30“ und es sind nicht wenige – durchaus gebildete – Paare, die sich wundern, wenn man Ihnen mit Ü40 klarmachen muss, dass es schwierig werden könnte.

    Natürlich sind nicht nur die Medien daran schuld, aber sie tragen ganz offensichtlich nicht unerheblich zur Desinformation bei.

    Ich sehe auch die Gesellschaft und hier insbesondere die Schulen in der Pflicht, nicht nur über Verhütung und Geschlechtskrankheiten, sondern auch über Fruchtbarkeit und Familienplanung aufzuklären.

  5. CaraHope schreibt

    Aber gerade im Grenzbereich Ü40, in dem es nicht mehr so ganz einfach ist, zeigt sich halt leider wieder, dass man hierfür auch die erforderlichen finanziellen Reserven benötigt, um noch einen Treffer zu landen. Und da kann einem der Promi- bzw. Geldfaktor natürlich schon von Vorteil sein. Auch braucht es dann wirklich einen Arzt, der im individuellen Fall tatsächlich noch Chancen sieht und sich dann auch wirklich noch ordentlich bemüht. Meiner persönlichen Erfahrung nach gibt es da leider nämlich schon krasse Unterschiede und es wird sicher oft vorschnell auf andere Alternativen verwiesen.

    Im Übrigen berichten meiner Meinung nach sogar ausgesprochen viele „seriöse Medien“ (z.B. die Sueddeutsche) ausgesprochen oft über Themen wie „späte Mutterschaft“ etc., dass ich es schon gar nicht mehr lesen mag. Und meistens kommt darin dann auch noch irgendein Kinderwunschexperte aus der Praxis zu Wort, der auf die Problematik der schwindenden Fertilität der Frau zu sprechen kommt. Das Thema boomt doch geradezu.

    Knackpunkt bei den vermeintlich unwissenden Kinderwunschpaaren, die in der Kinderwunschpraxis vorstellig werden, mag evtl. die Tatsache sein, dass es vielen zwar bewusst wird, dass es spätestens ab 40 Jahren auf natürlichem Wege sehr schwer werden dürfte, aber man sich eben erhofft, dass es mit medizinischer Hilfe am Ende dann eben doch noch irgendwie klappen kann. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist ja auch deutlich erhöht, auch wenn der Arzt natürlich verpflichtet ist, im Gespräch Tacheles zu reden. Und als Kinderwunschpärchen mag man dann doch etwas ernüchtert sein, wenn man die Praxis verlässt, weil man ja doch mit einer gewissen Hoffnung diesen Schritt gewagt hat.

  6. Shanny schreibt

    @Cara
    Ich würde Deinen Satz „Aber gerade im Grenzbereich Ü40, in dem es nicht mehr so ganz einfach ist, zeigt sich halt leider wieder, dass man hierfür auch die erforderlichen finanziellen Reserven benötigt, um noch einen Treffer zu landen.“ abändern in „…um VIELLEICHT noch einen Treffer zu landen.“ Das berühmt-berüchtigte „Durchhalten“ hilft gerade Ü40 längst nicht immer. Hier im Forum hört es sich viel zu oft so an, als ob man nur „alles“ versuchen und durchhalten muss und dann klappt es irgendwann. Ergo es wird einem das Gefühl vermittelt, wenn man ohne Erfolg abschließt hat man es (egal aus welchen Gründen) nicht lange genug probiert.

    Du schreibst „Knackpunkt bei den vermeintlich unwissenden Kinderwunschpaaren, die in der Kinderwunschpraxis vorstellig werden, mag evtl. die Tatsache sein, dass es vielen zwar bewusst wird, dass es spätestens ab 40 Jahren auf natürlichem Wege sehr schwer werden dürfte, aber man sich eben erhofft, dass es mit medizinischer Hilfe am Ende dann eben doch noch irgendwie klappen kann.“ Das denke ich ganz und gar nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand bewusst sagt, er hat es nicht so eilig mit dem Kinder kriegen da man ja über 40 dann ganz bequem medizinische Hilfe in Anspruch nehmen kann. Diese Tortur tut sich doch nicht wirklich jemand freiwillig an und dann auch noch mit dem hohen Risiko am Ende ohne Kind dazustehen.

    Ich finde auch nicht, dass viel zu viel über das Thema „späte Mutterschaft“ aufgeklärt wird und man die Warnrufe von Kinderwunschexperten schon gar nicht mehr hören mag. Ganz im Gegenteil. Es ist vergleichsweise selten, dass ich solche ehrlich aufklärenden Berichte gelesen habe. Dafür ist der Kindersegen der Promis Ü40 meinem Eindruck nach omnipräsent und vermittelt das Gefühl, dass das alles kein Problem ist.

    Bei uns war es so, nur um ein Beispiel zu nennen wie es laufen kann, dass wir beide keine Ahnung hatten über die tatsächliche Fruchtbarkeit der Frau. Landläufig hört man, dass es ab 40 etwas schwieriger wird, da man nicht mehr ganz so viele Eisprünge hat. That´s it. Meine naive Meinung war, dass man automatisch schwanger wird, wenn man zum passenden Zeitpunkt GV hat (und bei Ü40 dann halt einen der weniger werdenden Eisprünge erwischt). Von Eizellqualität hatte ich bis dahin noch nie etwas gehört. Und in welchem Maß es Kinderwunschkliniken hier in Deutschland gibt wussten wir auch nicht. Kinderwunschklinik – das hörte sich nach einem ganz spezialisierten Krankenhaus an, das irgendwo in Deutschland existiert. Das Thema ICSI kannten wir nur aus Fernsehreportagen, bei denen man entweder die exotischen Paare bestaunte, die das machen oder bei denen man vor dem aufkeimenden Kinderwunsch ganz schnell wegschaltete. Im Bekanntenkreis kennen wir niemand, der selber betroffen ist. Da sind alle ganz schnell und wie selbstverständlich schwanger geworden, selbst wenn sie gar kein Kind (mehr) wollten. Woher sollte man also Bescheid wissen?

    Selbst die Frauenärztin sah keinen Handlungsbedarf, bei der ich nach längerer Zeit des erfolglosen Übens aufschlug. Mit Ende 30 bekam ich gesagt, dass bei mir alles in Ordnung ist und wir es ein weiteres Jahr probieren und dann ggf. wieder kommen sollen. Kein Wort davon wie sehr es in dem Alter bereits eilt, dass es so etwas wie Kinderwunschpraxen gibt oder dass sich als weiterer Step der Mann untersuchen lassen sollte. Nein, nichts davon. Wir sind in unser Unglück geschickt worden und haben der Ärztin mangels besserem Wissen vertraut. Ein unverzeihlicher Fehler, der leicht vermeidbar gewesen wäre. Mein Mann hat nämlich das OAT3-Syndrom (was wir damals ja noch nicht wussten) und wir haben wertvolle Zeit und unwiederbringliche Chancen verschenkt.

    Wir sind bestimmt alles andere als Klein-Doofies mit den blassblau karierten Plüschohren, die halt zu dämlich waren, um über das Thema späte Mutterschaft Bescheid zu wissen. Wir bringen beide einen Hochschulabschluss mit und sind in leitenden Positionen tätig. Das sagt aber rein gar nichts über das Wissen über reproduktionsmedizinische Themenstellungen aus. Da waren wir nämlich blank. Ich wette, dass es ganz vielen anderen Paaren ebenso geht. Die wenigstens dürften sich aus dem puren Interesse heraus mit so etwas beschäftigen, wenn es sie nicht in irgendeiner Art und Weise betrifft. Man stolpert eben letztlich doch eher über irgendwelche Überschriften in bunten Blättern oder auf Seiten wie web.de oder gmx, die von Promis verkünden, die sich zwischen 40 und 50 ihren Kinderwunsch erfüllt haben, als sich schwere Kost durchzulesen, in der Mediziner über die Problematik der späten Mutterschaft berichten.

    Mir ist übrigens nicht klar warum es Ü40 sofern bei beiden Partnern alles in Ordnung ist schwerer sein soll spontan schwanger zu werden als über den reproduktionsmedizinischen Weg Erfolg zu haben. Ich habe schon Ärzte gehört die gesagt haben, dass es wenn es auf Mitte 40 zugeht wenn überhaupt dann fast nur noch auf dem natürlichen Weg klappt und eher nicht mehr mit IVF/ICSI. Bei mir war es tatsächlich so. Ab 40 hatte ich noch weit über ein Dutzend Frisch-Transfers nach ICSI und alle verliefen ohne jegliche Einnistung (soviel dazu, dass man bei genügend langem Durchhalten und den erforderlichen finanziellen Mitteln am Ende Erfolg hat). Dafür wurde ich trotz einem Mann mit OAT3-Spermiogramm mehrmals spontan schwanger. Aber da hat sich dann die böse Altersfalle leider bewahrheitet und es kam zu Fehlgeburten.

  7. CaraHope schreibt

    @Shanny: Mit dieser Interpretation hast du mich leider nicht richtig verstanden. Ich kann nämlich deinen Satz hier nur unterstreichen: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand bewusst sagt, er hat es nicht so eilig mit dem Kinder kriegen da man ja über 40 dann ganz bequem medizinische Hilfe in Anspruch nehmen kann.“

  8. NicoleFlix schreibt

    Genau das ist es: Prominent hat man auch und grade finanziell deutlich mehr Möglichkeiten.
    Ich war 30, als meine Kinderwunschbehandlungen begonnen haben und wusste schon länger, dass ich „so“ nicht schwanger werden kann.
    Mich haben die Vorurteile (erst Karriere, Weltreisen etc, dann Kinder) immer schon verletzt, wütend gemacht, traurig und hilflos. Denn ich bin immer offen mit meiner Schwangerschaftslosigkeit umgegangen, auch wenn es mich oft mit Tränen vor teils Fremden zurückgelassen hat. „Wollen Sie nicht mal Kinder?“ kann ich an guten Tagen beantworten mit „Ja, aber es geht nicht so einfach.“ oder eben mit einem Weinen, weil ich eben keinen guten Tag hatte.
    Schwangere Ü40 Promis machen mich meist wütend, vor allem wenn sie „Joga“ und „einen tollen Urlaub“ anführen.

  9. Menama** schreibt

    Umgekehrt muss ich allerdings auch sagen, dass es viele Frauen gibt, die offensichtlich glauben, ab 40 müssten sie es mit der Verhütung nicht mehr so genau nehmen, denn da würde sowieso nichts mehr passieren. Ich hatte in den letzten zwei Jahren fünf Fälle von „Aber ich dachte… die Wechseljahre…“ im Bekanntenkreis, davon drei, die aus finanziellen und psychischen Gründen mit Abtreibung endeten (und da man darüber ja kaum spricht, denke ich, die Dunkelziffer ist ziemlich hoch). Mit der einen Freundin war ich sogar als Unterstützung beim Arzt und der meinte nur „Wenn Sie wüssten, wie vielen das passiert“.
    Insofern sage ich mir immer, wenn mich das Schweigen der Promis ärgert: Vielleicht bringt es wenigstens da etwas Aufklärung?

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