Afghane nicht getürkt


Alleine wegen dieser schönen Überschrift, nun doch noch ein letzter Artikel zu Hwang und dem von ihm ausgelösten Stammzellen-Skandal bevor man das Thema zusammen mit dem südkoreanischen Wissenschaftler in Rente schickt.

Dass die Ergebnisse seiner Stammzellforschung komplett gefälscht waren stand schon länger ausser Zweifel, die Hoffnung, dass zumindest Teilergebnisse doch stimmen, hat sich jetzt ebenfalls endgültig zerschlagen, wie die Untersuchungskommission der Seoul National University heute bekannt gab. Und damit ebenfalls die Hoffnung vieler Erkrankter, die sich eine Linderung oder gar Heilung von ihren Leiden erhofften.

Der Hund ist echt, nur wen interessiert´s?

Da ist es dann auch wenig tröstlich, wenn die Untersuchungskommission dem Forscher bescheinigt, dass ihm das erstmalige Klonen eines Hundes tatsächlich nachweislich gelungen ist. Der Afghane „Snuppy“ (Seoul National University Puppy ) ist also nicht getürkt. Daraus lassen sich dann aber schwerlich so unmittelbare Verbesserungen der Heilkunst ableiten wie aus dem Stammzellprojekt, mit anderen Worten: Es interessiert wahrscheinlich noch nicht einmal Hundebesitzer und Veterinärmediziner.

Zum Thema Eizellspende zur Stammzellforschung

Anlässlich eines anderen Beitrags zum Thema entspann sich in den Kommentaren eine rege Diskussion darüber, ob eine Eizellspende zur Klonforschung durch Mitarbeiterinnen des wissenschaftlichen Teams ethisch vertretbar ist. Dazu existiert auch noch ein Ende Dezember veröffentlichtes Interview einer Mitarbeiterin Hwangs. Sie berichtet, dass sie gezwungen wurde, Eizellen für die Stammzellforschung zu spenden. Nachdem sie bereits Hormone bekommen habe, um die Eierstöcke zu stimulieren und mehr Eizellen zu produzieren, habe sie Prof. Hwang mitgeteilt, dass sie sich nicht in der Lage sehe, die Prozedur fortzuführen.

Der Wissenschaftler sei daraufhin sehr erzürnt gewesen und habe ihr gedroht, sie aus der Liste der Mitautorinnen für die geplante Veröffentlichung der Forschungsergebnisse zu streichen.

Sie hatte Angst um ihre Karriere und aus dieser Angst heraus spendete sie die Eizellen und arbeitete mit ihren eigenen Eizellen im Labor. Dieses gespenstische Szenario schilderte die Spenderin dem koreanischen Sender MBC-TV.

Es zeigt sehr schön die streng hierarchischen Strukturen eines medizinischen Labors, aber auch was für Opfer manche Menschen für ihre Karriere bringen. Mir stellt sich abgesehen davon aber auch die Frage, ob man wissenschaftlich neutral mit seinen eigenen Eizellen arbeiten kann? Und offenbar wurde bereits während der laufenden Laborarbeiten mit einer Veröffentlichung geködert, für die zu diesem Zeitpunkt keine Ergebnisse vorlagen. Und später eben leider auch nicht.

Ach ja: „Science“ hat sich nun endlich nach langem Winden dazu entschlossen, die Studie zurückzuziehen.


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