Kinderwunsch: Nachrichten aus Fach- und Laienpresse

Add ons in der IVF: Was ist sinnvoll und was ist Hokuspokus?

Mit welchen Methoden lassen sich die Erfolgsraten bei der künstlichen Befruchtung verbessern?

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Wenn bei einer künstlichen Befruchtung wiederholt der Erfolg ausbleibt, dann beginnt die Suche nach möglichen Ursachen und Therapieverbesserungen. Das Angebot der „Add ons“ ist verwirrend und unüberschaubar: Was hilft? Was könnte helfen? Was hilft ganz vielleicht? Und was sollte man wirklich lieber gleich in der Werkzeugkiste lassen lassen?

Wer darauf eine schlüssige Antwort erwartet, wird zwangsläufig enttäuscht werden. Ebenso jene, die nur eine halbwegs vollständige Liste möglicher „Addons“ zu finden hoffen. Die Suche nach Plasmazellen und Killerzellen in der Gebärmutter werden ebenso wenig erwähnt, wie der ERA-Test oder die Einnistungsspritze. Für den Vortrag vor Kollegen aus der Reproduktionsmedizin hatte ich leider nur 45 Minuten Zeit, da fällt zwangsläufig das eine oder andere heraus.

Auch wenn sich der Vortrag eher an das medizinische und in der Reproduktionsmedizin vorgebildete Publikum richtete, möchte ich es der Leserschaft hier nicht vorenthalten. Die Folien des Vortrags sind eigentlich selbsterklärend und gespickt mit Literaturstellen. Vielleicht noch zu einigen Abkürzungen: RCT heißt „randomized cotrolled trial“, hier mehr dazu. „RIF“ heißt „repeated implantation failure (=wiederholt ausgebliebene Einnistung) und „RM“ steht für „Repeated miscarriage“,also wiederholte Fehlgeburten.

Fragen dazu beantworte ich gerne in den Kommentaren.


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Kommentar

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8 Kommentare
  1. Gwirksi schreibt

    Lieber Doc, danke für diese tolle Zusammenstellung….
    3xFrage dazu…etwas was hier fehlt, ist das was wir jetzt machen. Mein Arzt meinte wir versuchen jetzt immer freeze all und dann expanded Blasto SETs (haben 4 in AA Qualität gefrostet…4 Qualitätspinguine also 😉
    Angeblich ein Trend aus den USA…dort macht man fast nur mehr freeze all und Transfer in den Zyklen drauf.
    Was sind Ihre Erfahrungen damit? (Wir sind ein idiopathisch steriles Paar, je ein Kind aus früherer Beziehung)

    Und betreffend Coenzym Q10…irgendwo gelesen, daß es die Blutgerinnung verschlechtert. Stimmt das? Habe eh schon Faktor V heterozygot-

    Und betreffend ERA…könnte es sein wenn zB ERA sagt, Transfer bitte an rechnerisch PU+6 und man tut das so, daß es dann eben dadurch nicht klappt? Also der Embryo hätte bei Transfer an PU+5 funktioniert aber bei Transfer an PU+6 nicht mehr?

    Danke und LG
    gwirksi

  2. Elmar Breitbach schreibt

    Fangen wir mit dem Unklarsten an: Wir versuchen also mit ERA in einem Vorzyklus herauszufinden, wann der beste Einnistungszeitpunkt in einem späteren Zyklus sein wird. Da es bislang nicht belegt ist, ob dies überhaupt so funktioniert, wie es von den spanischen Arbeitsgruppen und einigen wenigen Anwendern in Deutschland behauptet wird, kann man Ihre Frage demzufolge leider ebenso wenig beantworten.

    Eine signifikante Erhöhung eines Thromboserisikos ist mir nicht bekannt.

    Freeze all ist in den USA nicht zuletzt deswegen so beliebt, weil ein Punktionszyklus mit allem 15.000 – 20.000 Euro kostet. Freeze all ist eine gute Optionen für High responder, die sich schlecht stimulieren lassen und deren Endometrium in den Stimulationszyklen dann unter Umständen suboptimal ist.

  3. Gwirksi schreibt

    Danke lieber Doc für die ausführlichen Infos!
    a) betreffend ERA…OK klar….verstehe
    b) Coenzym Q10…OK dann versuche ich das mal. Welche Dosis empfehlen Sie?
    c) OK klar. Mein Doc meint eben ev baut sich die GMSH im natürlichen Zyklus anders/besser auf. Mal sehen!

    Allgemeine Frage…empfehlen Sie RIF Paaren ab einem bestimmten Punkt auch mal die Dinge zu probieren, deren Wirksamkeit nicht belegt ist?
    Wir – beide Mitte 30 – hatten nun schon 6x ICSI, davon 4x Transfer (und 2 mal gefrostet). Und davon eine biochemische SS. EZ Menge immer gut. Immer Blastos. Einmal ein natürlicher Zyklus probiert auch da 2 EZ gefunden und befruchtet und TF an d3. Dzt 4 expandierte AA Blastos auf Eis.
    Bisher nur Heparin ab TF da Faktor V heterozygot sonst nix.
    Würden Sie da schon zu „exotischen“ Therapien raten? Also all die unbewiesenen Dinge Ihrer Liste? und wenn ja welche? 🙂

    LG gwirksi

  4. Gwirksi schreibt

    Würde mich sehr über eine Antwort freuen 🙂
    Danke und LG gwirksi

  5. Elmar Breitbach schreibt

    Da ist es schwer, auf diesem Wege das individuell sinnvolle vom weniger Sinnvollen zu trennen. Scratching, Hatching, Blastozystentransfer, ein wenig Heparin oder ASS, das wären so die Sachen, die noch am ehesten einen positiven Einfluss haben könnten. Die Stimulationsprotokolle (oder eben keine Stimulation) spielen sicherlich für die Eizellqualität ebenfalls eine Rolle, aber das kann man wirklich nur in Kenntnis der gesamten Vorgeschichte und Befunde entscheiden.

  6. Mila schreibt

    Ich finde den Artikel sehr hilfreich. Vor allem aber die Erläuterungen zu den verschiedenen Möglichkeiten mit den AdOns, finde ich mehr als gelungen und sehr empfehlenswert. Danke dafür. Hat mich echt inspiriert.

    Liebe Grüße
    Mila

  7. SV schreibt

    Hallo Doc,
    könnten Sie mir nochmal die Studie fürs Scratching nennen? In der Präsentation ist leider nur eine Quelle für Heparin aufgeführt.
    Vielen Dank!